accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Meldau: Über die Richtkraft eines kompensierten Kompasses USW, / "807 
bei der Drehung der Rose aus der Gleichgewichtslage um einen kleinen Winkel d« 
nach rechts oder links entsteht. Das Gleichgewicht ist stabil, indifferent oder 
labil, jenachdem bei einer solchen Drehung ein zurückdrehendes, ein ver- 
schwindendes oder ein im Sinne der eingeleiteten Drehung wirkendes Moment 
entsteht, d. h. jenachdem A einen negativen, einen verschwindenden oder einen 
positiven Wert hat. Die Stabilität des Gleichgewichtes ist um so größer, je 
größer absolut genommen 04 im Vergleich zu ö@ ist. Wir kommen so zu den 
Erklärungen: 
Unter Richtmoment hat man allgemein den Wert des Differen- 
tialquotienten Ei berechnet für die Gleichgewichtslage, zu verstehen. 
Der M-te Teil des Richtmomentes, negativ genommen, ist die Richtkraft.!) 
Notwendige Eigenschaften des Korrektors in Verbindung mit der Rose. 
Wenden wir jetzt die so erweiterten Begriffe des Richtmomentes und der 
Richtkraft auf den Fall des rein durch Nadelinduktion wirkenden D-Korrektors an! 
Ein solcher Korrektor wird etwa durch einen Weicheisenstab?) gebildet, 
der — falls D positiv ist — querschiffs unter der Rosenmitte in verhältnismäßig 
geringem Abstand von der Rose befestigt ist. Die hier in Frage kommenden 
Eigenschaften eines solchen Korrektors sind die folgenden: Das von ihm auf 
die Rose ausgeübte Drehmoment ist eine periodische Funktion des Winkels 
zwischen der Stabrichtung und der magnetischen Achse der Rose, also an Bord 
des Komp aßkurses = -—0ö, und zwar reduziert sich bei geeigneter Nadel- 
anordnung die die Funktion darstellende Reihe auf das Glied C - sin 2 £&’3). Die 
Konstante C ist eine Funktion des magnetischen Moments der Rose und der Ent- 
fernung des Stabes vom Rosensystem; auf die Art dieser Abhängigkeit kommt 
es hier jedoch nicht an. 
Wirkung des Korrektors an Bord. 
Als schiffsmagnetische Kräfte sind für die vorliegende Untersuchung nur 
die des längsschiffs und querschiffs induzierten Magnetismus in Betracht zu 
ziehen. Sie geben in der üblichen Bezeichnungsweise Veranlassung zu zwei 
Feldern, nämlich 
} 
{ 1+ Are) H=—=2/H im magnetischen Meridian, 
K H=—4A9H im Winkel 25 gegen den Meridian, 
wo 5 den magnetischen Kurs bezeichnet.) 
Liegt die Rose in irgendeinem Winkel « gegen den Meridian, so erfährt 
sie demnach vom Erdmagnetismus, Schiffsmagnetismus und dem Korrektor das 
Drehmoment: ; ; 
4=-— AH Misin ag + 24 © H M sin (2 5 — a) + C-sin(25— 2a) 
1) Für den einfachsten Fall eines äußeren Feldes F führt diese Erklärung natürlich auf die 
ursprünglichen Begriffe zurück, da 
A = -— F.Msin «a, 
. also DA __F.Mocosa, 
da 
was in der Gleichgewichtslage «=0o in 3A — F-M übergeht, 
2?) Man kann auch ein System solcher Eisenstäbe verwenden, wie es Herr Morel in Vor- 
schlag gebracht hat. 
3) Vgl. »Ann. der Hydr. usw.« 1907, S. 24; 1908 8..74 und S. 270, 271; 1911, S. 32. An 
letzterer Stelle ist gezeigt, daß es bei Anwendung eines stabförmigen D-Korrektors viel weniger auf 
exakte Nadelanordnung ankommt, als bei Verwendung von Kugeln oder Zylindern seitlich vom 
Kompaß, Für die Rose, die den weiter unten im Texte mitgeteilten Beobachtungen zugrunde lag, 
wurde festgestellt, daß sie auch in der höchsten Stellung des D-Stabes keine Spur von achtelkreisiger 
Ablenkung zeigte, wenn die durch den Korrektor allein erzeugte Ablenkung als Funktion des Kom- 
paßkurses dargestellt wurde, 
4) Siehe etwa »Ann. der Hydr. usw.« 1909. S. 417.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.