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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Ruppin, E.: Die Belt- und die Ostsee im November 1912. 301 
1912 sowohl für das Oberflächen- wie für das Bodenwasser. Die Kurven zeigen die 
Prozentzahlen der Tage im Monat, die bis 10%, 12% usw. bis 20% 9 Salzgehalt 
hatten. Wir sehen, daß sowohl November wie Januar besonders in der Lage sind, 
die Ostsee mit sehr stark salzigem Wasser zu versorgen. Für den August hatten 
wir die Hauptzufuhr neuen Bodenwassers über die Darsser Schwelle angenommen. 
Eine nähere Betrachtung der Kurven zeigt uns, daß diese Zufuhr eine kräftige 
Unterstützung aus dem Sund erhält, denn das Wasser von 14 bis 18% 9) hat im 
August ein Maximum bei Drogden. 
Tabelle IV. 
bis 10 
Oo 
Jan. 50 4 
Feb. 59 1 
März 76 
April 7? 10 
Mai © 
Juni & 
Juli 7 
Aug. 61 4 
Sept. 68 14 £ 
Okt. 72 7 6 
Nov. 47 18 4 
Dez. 55 15 6 
Prozentzahl der Tage im Monat, die beim »Drogden«-Feuerschiff die oben angegebenen Salzgehalte haben. 
Fig, 3. 
10 bis 12 bis 14 bis 16 bis 18bis 
12% 14% 16%09 18% 0 20% 90 
>20 
He 
bis10 10 bis 
Boden 5 Io 1290 
Jan. 37 14 
Feb. 47 11 
März 605 
April 6 
Mai 7 
Juni 4. 
Juli 6h 
Aug. 4 Lu 
Sept. 5y 1u 12 
Okt. 57 il 7 
Nov. 35 17 6 
Dez 46 3 5 
12 bis 14bie 16bis 18bis >20 
14% 00 16% 0 18/90. 20% 9 "oo 
2F 
| 
Es ist hohe Wahrscheinlichkeit 
dafür vorhanden, daß -das warme 
Bodenwasser aus der Beltsee ge- 
kommen ist, Während des ganzen 
Sommers 1912 war der Salzgehalt am 
Boden beim Fehmarnbelt-Feuerschiff 
abnorm hoch, Ich gebe den Salzgehalt 
des letzten Sommers, verglichen mit 
dem Durchschnitt, durch eine Kurve 
(Fig. 3) wieder. Daß dieser hohe Salz- 
gehalt tatsächlich bis in die Ostsee 
vorgedrungen ist, zeigt eine Beob- 
achtung vom 18. August 1912 auf 
der Darsser Schwelle 54° 45’ N-Br., 
12° 32’ O-Lg.: 
% 
$ 
zn 
ü 
4 
3 
2 
A— 
! Boden 
Mn 
0 
E 
18 
7 
n £ S’ OT 
D 15.920 8.15 5,27 
5 16.09 8.33 5.38 
LO 16.38 12.00 8.12 
15 15.18 16.35 11.68 
171 12:28 20.17 15.11 
gleichzeitig wurde in 17 m der Strom 
zu 10 cm/sec nach N 800 bestimmt. 
Eigentümlich wirkt es, daß wir von 
diesem neuen Wasser nur auf Station 
B II etwas gemerkt haben, während 
man doch annehmen müßte, daß es 
zuerst auf Station S, zu finden wäre, Vielleicht ist das Wasser, nachdem es um 
Bornholm geflossen ist, durch die Erdrotation so abgelenkt worden, daß es um 
S, in einem Bogen geströmt ist und erst, wenn der Wirbel sich schließt, von Nord 
bis Ost dorthin gelangt. 
In den mittleren Schichten treffen wir wie immer im Herbst warmes 
Wasser, doch ist die Temperatur höher als gewöhnlich, was wohl mit dem un- 
gewöhnlich hohen Zufluß salzigen Wassers über die Darsser Schwelle zusammen- 
hängt. Der höchste Durchschnittswert der Temperatur findet sich in 60 m mit 
719°. Auf der Rückreise trafen wir in 50 m, auf S*41 sogar Wasser von 9,5° an. 
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