accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

300 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1913. 
sondern nach Norden mit westlicher Komponente, Es werden wohl nie nennens- 
werte Mengen salzigen Wassers diesen Weg nach Osten nehmen. Der Durch- 
schnittssalzgehalt für 30 m auf Station Og ist im August, wo er am höchsten 
ist, etwa 10% wir sind hier erheblich östlicher, also muß der durchschnitt- 
liche Gehalt geringer sein, dazu nimmt er oberhalb 30 m sprunghaft ab, und 
die größte Tiefe der Rinne ist wohl nur 27 m, außerdem ist die Breite der 
Rinne sehr gering. 
Im Bornholmtief haben wir auf dieser Reise zum erstenmal an drei Stellen 
auf Hin- und Rückreise gearbeitet. Die Stationen liegen in dem großen tiefen 
Becken verhältnismäßig nahe beieinander und zeigen doch erhebliche Unterschiede 
(Tabelle III). Zunächst bemerken wir auf der Hinreise auf BI und auf der 
Rückreise auf B II sehr niedrige Salzgehalte an der Oberfläche, Wir hatten 
schon Dezember 1910 und Januar 1911 abnorm niedrige Salzgehalte konstatiert, 
es scheint fast so, als ob sie im Dezember oder Januar die Regel wären, und 
nur wegen mangelnder Fahrten nicht zur Beobachtung gekommen wären. Die 
Salzgehalte am Boden an allen drei Stationen entsprechen den normalen November- 
Durchschnittswerten, dabei ist zu berücksichtigen, daß hier am Boden keine er- 
Fig. 2. 
Fig. 1. 
ne! 
Ei 
N 
1 
Y 
Derfäche Drovaden 190372 
Boden Drogden 19072 
] 
hear März RAY Mai 
A 
uf 
N Sept 
ra 
Durehschnltliche %Zahlder Tage un Monat, die Über (0 Ya (Ze 20RLXE A ORDER 
2X 
üb HELLEN 
Ian Fehr Marz ADnl Mai Fan Wall Meg Cm 
>. 
% 
heblichen Salzgehaltsschwankungen auftreten. Die Temperaturwerte sind an den 
beiden tieferen Stationen niedriger als normal und zeigen dadurch einen erheb- 
lichen Zufluß kalten Winterwassers an. Dies wird auch durch den Sauerstoff- 
gehalt bestätigt, der beinahe den doppelten Wert des Durchschnitts erreicht, 
wenn man die Sättigungsprozente betrachtet. Auf der Rückreise finden wir 
einen nur wenig erhöhten Salzgehalt, auf Grund dessen ich mir nicht getrauen 
würde weittragende Schlüsse zu ziehen. Dagegen zeigen Temperatur und Sauer- 
stoff am Boden von BII einen erheblichen Anstieg; der größere Wärmeinhalt 
zeigt uns, daß eine Welle warmen Sommerwassers bis hierher vorgedrungen ist, 
Die Erscheinung wird wohl kaum einem Zufluß aus dem Sund zuzuschreiben 
sein, obgleich man es nicht mit Sicherheit behaupten kann. Im Oktober zwar 
war der Salzgehalt beim »Drogden«-Feuerschiff geringer als durchschnittlich, 
wenn man die Tage mit hohem Salzgehalt betrachtet; das gleiche gilt vom 
September, in dem hier überhaupt kein Wasser mit über 14°/ zur Beobachtung 
kam, im August dagegen haben wir acht Tage mit Wasser zwischen 16 und 20°/og 
Salz. Das sind bei weitem mehr, als dem Durchschnitt der Jahre 1903/12 ent- 
sprechen, nach diesem sind nur 3.4 Tage mit derartig salzigem Wasser zu er- 
warten. Es ist jedoch nicht wahrscheinlich, daß das Wasser drei Monate braucht, 
um von »Drogden«-Feuerschiff bis zum Bornholmtief vorzudringen, 
Ich gebe auf zwei Kurven (Fig. 1 u. 2) und in Tabelle IV die durchschnitt- 
liche Verteilung des Salzgehalts beim »Drogden«-Feuerschiff für die Jahre 1903 bis
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.