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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Schott, G.: Der X. internationale Geographenkongreß in Rom, 
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Prof. Dr. Kassner-Berlin; aus Belgien der Direktor des Observatoriums in Uecle 
Lecointe; aus Holland Dr. E. Rijekevorsel-Rotterdam; aus Dänemark Kom- 
mandeur Drechsel, Generalsekretär der internationalen Meeresforschung, und 
Freg.-Kapt. Ryder, Direktor des Kgl. Dänischen Meteorologischen Institutes in 
Kopenhagen; aus Schweden Prof, A. Hamberg-Uppsala und Prof. Norden- 
skjöld- Göteborg; aus Rußland Generalmajor J. de Schokalsky und Prof, 
A. Woeikof-St. Petersburg; aus Portugal Direktor F. A. Chaves-Ponta Delgada 
(Azoren), Auch Admiral Peary-New York war zugegen. 
Die Verhandlungen fanden, nachdem am 27. März vormittags in dem 
historischen Saale der Horatier und Curiatier auf dem Kapitol in Gegenwart des 
Königs die feierliche Eröffnung erfolgt war, in der Universität statt, die all- 
gemeinen Sitzungen der Gesamtheit während der Vormittagsstunden, die Sektions- 
sitzungen nachmittags. Besondere Abteilungen für Ozeanographie usw., wie sie 
auf früheren Kongressen eingerichtet gewesen sind, waren nicht gebildet, sondern 
die Vorträge dieser Arbeitsgebiete in der Sektion »Geografia fisica« untergebracht, 
Von den Reiseberichten, die zu hören dem Berichterstatter möglich war, 
ist ihm als der weitaus hervorragendste der von de Quervain-Zürich über 
dessen 1912 ausgeführte Durchquerung des mittleren Grönland in der Richtung 
NW-—5SO erschienen, Stellt die überaus schnelle und glückliche Reise schon an 
und für sich eine gewaltige, bisher in dieser Gegend einzige Leistung dar, so 
erscheinen ihre Ergebnisse in morphologischer und geophysikalischer Hinsicht 
von ganz außerordentlicher Tragweite für die Beurteilung der Eisverhältnisse in 
anderen Erdgegenden und für manche Fragen der diluvialen Eiszeiten; diesem 
Eindruck gab u. a. Penck in der. Diskussion Ausdruck. Da augenblicklich 
durch die vielen und zum Teil sensationellen Vorgänge auf den großen Schiffs- 
und Schlittenexpeditionen der letzten zwei Jahre in den arktischen und haupt- 
sächlich antarktischen Gebieten die Aufmerksamkeit vieler Kreise fast ganz 
absorbiert erscheint, dürfte es nur die Erfüllung einer Pflicht bedeuten, wenn 
diese treffliche schweizerische Leistung, von der noch eingehende wissenschaftliche 
Berichterstattung zu erwarten ist, hervorgehoben wird. — V, Stefansson- 
New York trug über die. Ergebnisse der in den Jahren 1908—1912 seitens des 
amerikanischen Naturhistorischen Museums - New York und der kanadischen 
Geologischen Landesvermessung ausgeführten arktischen Expedition (in den 
nördlichsten Inselgebieten von Nordamerika) vor und entwickelte in einer zweiten 
Mitteilung die Aufgaben der für 1913/14 bevorstehenden Fortsetzung dieser 
Studien, bzw. der neuen kanadischen Expedition, die im wesentlichen. die Frage 
klären soll, ob innerhalb der westlichen Hälfte des Nordpolarbeckens nicht doch 
noch größere Landflächen vorhanden sind. 
W.S. Bruce-Edinburgh anderseits sprach über seinen Plan einer zweiten 
schottischen Südpolar-Expedition; sie soll in der Gegend von Coats Land, nach- 
dem vorher im südlichen Südatlantischen Ozean die großen Lücken in der 
Kenntnis der Meerestiefen durch Lotungen tunlichst ausgefüllt sein werden, eine 
Station errichten, wo eine Überwinterungskolonne von 10 bis 12 Personen bleiben 
wird. Das Schiff aber soll sich bemühen, nicht von der Trift eingeschlossen zu 
werden, sondern noch während des Sommers herauszukommen und in Melbourne 
überwintern, dann im nächsten Frühjahr nach Victoria-Land segeln, dort im 
Mac Murdo-Sund eine zweite Gruppe Mitglieder an Land setzen, die nun auf 
Schlitten der erstgenannten Gruppe entgegenziehen und sich mit ihr vereinigen 
soll: die Leute von Coats Land sollen nämlich im zweiten Frühjahr und Sommer 
den ganzen antarktischen Kontinent in der Richtung auf das Roß-Meer zu durch- 
queren versuchen! Also ein sehr kühnes Projekt, dessen Ausführung Peary in 
der Diskussion unter Berufung auf die Leistungen Shackletons, Scotts und 
Amundsens nicht für unmöglich erklärte; Peary fügte hinzu, neben Durch- 
querungen, überhaupt neben dem Eindringen in den Kontinent sei eine Um- 
segelung des gesamten antarktischen Kontinentes zur Festlegung seiner Grenzen 
ebenso wichtig, ja eine geographische Hauptaufgabe in der Antarktis, und er 
hoffe, daß in dieser Hinsicht demnächst eine Initiative von den Vereinigten 
Staaten ausgehe.
	        
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