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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

286 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1913. 
möglich erklärt, s. Zt. Beobachtungen im Sinne und gemäß den Anweisungen der 
internationalen atlantischen Kommission ausführen zu lassen. 
Faßt man alle diese teils Herrn Chaves, teils dem Berichterstatter be- 
kannt gegebenen und gewordenen Äußerungen zur atlantischen Frage zusammen, 
so wird man wohl, besonders wenn nunmehr seitens des Präsidiums des Kon- 
gresses den Regierungen nochmals die Resolution mit ganz bestimmten Aufgaben 
unterbreitet sein wird, die Hoffnung hegen dürfen, daß allmählich der Gedanke, 
synoptische Studien über die Wärmeverhältnisse im Atlantischen Ozean auf 
Grund der beschriebenen besonderen Problemstellung systematisch durchzuführen, 
praktisch verwirklicht wird: dies um so mehr, als auch der Präsident der inter- 
nationalen Kommission, Fürst Albert von Monaco, den Wunsch geäußert hat, 
von dem Ergebnisse der Verhandlungen unterrichtet zu werden; endlich, weil das 
Interesse, das durch die Teilnahme des Generalsekretärs der internationalen 
Meeresforschung, Herrn Drechsel, an den Verhandlungen und durch die Ver- 
schmelzung der geplanten zwei Anträge zu einem Antrag wiederum der festzu- 
haltenden Grundidee von Pettersson und Schott bewiesen ist, vielleicht dazu 
führt, daß die atlantischen Untersuchungen auf der einen oder der anderen Reise 
in einer Vorexpedition mittelst eines der vorhandenen Forschungsdampfer ange- 
stellt werden. Es ist ja seit der großen transatlantischen Kreuzfahrt des »Michael 
Sars« im Jahre 1910 und den nicht minder wichtigen Expeditionen des »Thor« 
zum Mittelmeer 1908/10 praktisch erwiesen, daß zu Tiefsee-Expeditionen selbst 
quer über einen Ozean durchaus nicht immer größere Ozeandampfer benötigt 
werden, sondern in nicht wenigen Fällen Fahrzeuge von der Größe eines neueren 
Fischdampfers genügen. Hiermit ist aber — und es wurde mit Recht in Rom 
während der Diskussion der Angelegenheit von zwei Seiten dieser Punkt her- 
vorgehoben — eine für künftige wissenschaftliche Unternehmungen auf See 
wichtige Erkenntnis gewonnen, 
Der X. internationale Geographenkongreß in Rom. 
Die nachfolgenden Zeilen sollen nicht etwa einen Gesamtbericht über den 
Kongreß, der in den Tagen vom 27. März bis 3. April 1913 versammelt gewesen 
ist, bringen, sondern lediglich einige Mitteilungen aus den Verhandlungen über 
Fragen der Ozeanographie, Klimatologie und der Polarforschung geben. 
Wenn nicht wenige Persönlichkeiten gefehlt haben, auf deren Erscheinen 
man sonst mit ziemlicher Bestimmtheit rechnen durfte — England war beispiels- 
weise recht schwach vertreten —, so mag daran die zweimalige Verschiebung 
des Kongresses, vielleicht auch die gespannte politische Lage ihren Anteil gehabt 
haben, Immerhin hatten sich aus allen wichtigeren Ländern Europas Fach- 
genossen in genügender Anzahl zusammengefunden, so daß — wozu reichlich 
Gelegenheit sich bot, was auch von autoritativer Seite ganz besonders anerkannt 
wurde — der persönliche Meinungsaustausch mit gleichstrebenden Persönlich- 
keiten rege war und ungemein viel des Interessanten sich darbot: darin liegt 
aber eine der wichtigsten Leistungen, die man von solchen Zusammenkünften 
billigerweise überhaupt erwarten darf. Mit der ausdrücklichen Beschränkung 
auf Vertreter der oben genannten Forschungsgebiete seien als Besucher unter 
anderen genannt: aus England-Schottland Dr. W. Bruce-Edinburgh, seinerzeit 
Führer der schottischen Südpolarexpedition; aus Frankreich J. Renaud-Paris, 
Chefhydrograph des Marineministerium; aus Italien Prof. L. Palazzo- Rom, 
Direktor des meteorologischen und geodynamischen Zentralamtes, Freg.-Kapt. 
D. Marchini-Genua, Direktor des Königl. Italienischen Hydrographischen Amtes 
der Marine, Prof. L. Marini-Genua, Prof, der Meteorologie und Geophysik am 
selben Amte; von Österreich Prof. Dr. E. Brückner-Wien, Prof. Dr. C. Cori- 
Triest und Prof. E. Mazelle-Triest, alle drei an den »Adria«-Forschungen be- 
teiligt; aus der Schweiz war Dr. de Quer vain-Zürich, Subdirektor der meteoro- 
logischen Zentralanstalt, anwesend; aus Deutschland Prof. Dr. A. Penck und
	        
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