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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Schott, G.: Die internationale Erforschung des Atlantischen Ozeans usw. 285 
30 m) sich beschränken, und es nicht ausgemacht erscheine, daß die in mehreren 
hundert Metern Tiefe neuerdings nachgewiesenen Schwankungen im offenen 
Atlantischen Ozean denen im Triester Golf wesensgleich sind!); auch konnte man 
überhaupt nicht ohne weiteres aus diesen örtlich doch beschränkten Aufnahmen auf 
eine derart universelle Verbreitung, die heute wahrscheinlich geworden ist, schließen, 
Und was die gewünschten Tiefenstrommessungen anbelangt, so warnte Referent 
davor, sie obligatorisch mit in das Programm aufzunehmen, da die Methode so- 
wohl wie das Instrument noch nicht den vollen Anforderungen des praktischen 
Gebrauches auf See genüge; wenn auch im Hinblick auf die innere UÜberein- 
stimmung der Resultate die von A. Merz auf dem Kabeldampfer »Stephan« im 
äquatorialen Atlantischen Ozean 1911 ausgeführten Tiefenstrommessungen ge- 
lungen erscheinen, soweit der vorläufige Bericht dies erkennen lasse, sei es doch 
nicht angebracht, heute schon bei der geplanten Organisation Beobachtungen zu 
fordern, deren Erfolg letzten Endes abhängig sei von der mehr oder weniger 
großen Geschicklichkeit des Offiziers auf der Brücke, Es seien ihm von seiten 
verschiedener Offiziere ernste Bedenken gegen die allgemeine Zuverlässigkeit 
der von Merz gewählten Ausführung der Tiefenstrommessungen?) geäußert, und 
jedenfalls solle man ein internationales Programm nur mit Aufgaben bedenken, 
die methodisch und technisch schon vollkommen durchgebildet und anerkannt 
seien. Gegen die fakultative Aufnahme jedoch der Tiefenstrommessungen sollten 
keine Einwendungen gemacht werden, 
Der Antrag wurde dann in der Sitzung der Delegierten ohne Widerspruch 
in der oben (S. 284) mitgeteilten Fassung angenommen und dem Plenum in: der 
Schlußsitzung verlesen. — . 
Was nun die Lage, in der sich für die nächste Zukunft die vielseitig ge- 
wünschten internationalen atlantischen Meeresuntersuchungen befinden dürften, 
anbetrifft, so sei zunächst der wesentliche Inhalt eines dem Berichterstatter und 
Verfasser dieser Zeilen am 2, April, also nach Erledigung der Vorträge, in Rom 
durch Direktor F,. A. Chaves-Ponta Delgada (Azoren) übergebenen und er- 
läuterten Schreibens mitgeteilt, das dieser in seiner Eigenschaft als portugiesischer 
Regierungsdelegierter bei der internationalen atlantischen Kommission über- 
brachte, Hiernach hat die portugiesische Regierung, die soeben einen ungefähr 
1000 Tons großen Dampfer mit der Spezialaufgabe, an der portugiesischen Küste 
hydrographische Vermessungen zu machen, bereit gestellt hat, Direktor Chaves 
beauftragt, tunlichst von der internationalen atlantischen Kommission das Arbeits- 
programm zu erfahren, nach welchem es möglich sein würde, zu den geplanten 
internationalen ozeanographischen Untersuchungen etwas beizutragen, vorausge- 
setzt, daß im übrigen das Schiff seiner Hauptaufgabe nicht entzogen wird, Das 
Schiff, ein portugiesisches Kanonenboot, würde mit denselben Einrichtungen für 
wissenschaftliche Arbeiten versehen werden können, die sich an Bord des auf 
den Azoren stationierten Fahrzeuges befinden, das seitens des meteorologischen 
Dienstes unter Chaves’ allgemeiner Leitung auch ozeanographisch tätig ist, 
Dem Fürsten Albert von Monaco, als dem Präsidenten der inter- 
nationalen atlantischen Kommission, hat Herr Chaves am 25. März dieselbe Mit- 
teilung gemacht und hinzugefügt, daß nach einem Briefe Prof. O0. Peiterssons 
die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika beabsichtige, gemäß den von 
der internationalen atlantischen Kommission geäußerten Wünschen ebenfalls Studien 
auf dem Atlantischen Ozean ausführen zu lassen, desgleichen bereite England 
ein Schiff vor für ähnliche Arbeiten, hauptsächlich im Labradorstrom - Gebiet, °) 
Auch Direktor Lecointe-Brüssel hat in seiner Eigenschaft als Inspektor des 
Unterrichtswesens für die Offiziere der belgischen Schulschiffe es für sehr gut 
1) In dieser Hinsicht dürfte, wie nachträglich hinzugefügt sei, besonders beachtenswert sein, 
daß Merz im wesentlichen kurze Oscillationen mit 31!/, stündiger Periode (Schwankend von 2?/, bis 
51/, Stunden) gefunden hat. - 
2) Diese Arbeitsmethode findet sich beschrieben von A. Merz in der Zeitschrift der Gesell- 
schaft für Erdkunde zu Berlin 1912, S., 177/178. 
‘ 3) Hiermit ist wohl auf die Aussendung der «Scotia» als Eiswarnungsschiff bei der Neufund- 
land-Bank hingedeutet: die «Scotia» hat ein reiches wissenschaftliches Programm mitbekommen.
	        
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