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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Schott, G.: Die internationale Erforschung des Atlantischen Ozeans usw. 283 
durch Forschungsschiffe, durch Spezialdampfer ausgeführt, und die Messungen 
durch Ozeanographen, durch Spezialisten angestellt werden. 
[n Deutschland habe ich die Hoffnung, daß früher oder später der Forschungs- 
dampfer »Poseidon« oder ein Schiff der Kaiserlichen Marine für eine derartige 
große atlantische Vorexpedition bereit gestellt wird, und wir wollen wünschen, 
daß auch die übrigen Nationen an den Gestaden des atlantischen Meeres, be- 
sonders die, welche der schon bestehenden nordwesteuropäischen Meeresforschung 
angehören und daher Spezialschiffe besitzen, solche Reisen ausführen lassen, Da 
im Hinblick auf den in Genf dargelegten Endzweck der internationalen atlan- 
tischen Studien nur das Plankton — was die biologischen Fragen betrifft — 
studiert werden soll und die zeitraubenden und kostspieligen Fischfänge in den 
großen Tiefen mit Dredgen und Netzen wegfallen, so würden die Vorexpeditionen 
verhältnismäßig nicht sehr kostspielige Einrichtungen an. Bord erfordern. 
Es mag bedauert werden, daß auf das letzte Endziel, das Prof. Pettersson 
und ich in Genf aufstellten, nicht so geraden Weges und so schnell zugesteuert 
werden kann, wie es ursprünglich erhofft wurde; aber man muß sich der ja 
auf allen Gebieten wissenschaftlicher Arbeit gemachten und auch in diesem 
Falle bewahrheiteten Tatsache nicht verschließen, daß die Probleme meist viel 
verwickelter sind als es zuerst den Anschein hat, und deshalb die prinzipiell 
wichtige Vorfrage in dem soeben erläuterten Sinne zunächst anfassen, um so mehr, 
als ihre systematische Behandlung quer über den Atlantischen Ozean hinüber 
ungemein bedeutsam für die gesamte Bewertung des ozeanographischen Beob- 
achtungsmateriales überhaupt werden dürfte, 
2, C. F. Drechsel: Fortlaufende, periodische ozeanographische Untersuchungen auf 
; dem Atlantischen Ozean.!) 
Schon seit mehreren ‚Jahren sind von verschiedenen Ländern aus zahl- 
reiche Beobachtungen über die Temperatur des Oberflächenwassers des Atlan- 
tischen Ozeans angestellt worden. Obgleich diese Daten erheblichen Wert be- 
sitzen, so bereitet doch die Verschiedenheit der Temperatur in den verschiedenen 
Jahreszeiten große Schwierigkeiten, wenn man die Zahlen praktisch verwerten 
will, um Schlüsse auf die Bewegung der Meeresströmungen und deren periodische 
und unperiodische (unregelmäßige) Änderungen zu ziehen. Deshalb würde es, 
um diese Studien in die rechte Bahn zu bringen, vorteilhaft sein, Beobachtungen 
der Temperatur und des Salzgehaltes der Oberfläche auf bestimmten Wegen 
auszuführen. 
Ohne Zweifel kennen Sie die große internationale Vereinigung zur Er- 
forschung des Meeres (le conseil permanent international pour Verxploration de 
I@ mer), die ich hier bei dieser Gelegenheit zu vertreten die Ehre habe, und an 
der Norwegen, Schweden, Rußland und Finnland, Deutschland, Holland, Belgien, 
England, Dänemark und die Vereinigten Staaten beteiligt sind. Diese Kooperation 
hat auf verschiedenen Dampferwegen im Atlantischen Ozean angefangen, Ober- 
flächenbeobachtungen der obenbezeichneten Art ausführen zu lassen, und zwar 
liegen bis jetzt vor: 
Auf der Strecke 
Kopenhagen— New York, 
Kopenhagen— Reykjavik. . . 
London—$St. Lorenz-Strom. . . 
London— Westindien . . .. .. 
Amsterdam— Paramaribo . . +. . 
Amsterdam—Rio de Janeiro , . . . 
London— La Plata. ...0. 0... 
London— Kap der guten Hoffnung . .' 
Analysen 
Dro Reise 
7 
20 
> 
za 
Reisen im Jahr 
alle 14 Tage 
alle 2 bis 3 Wochen 
Ausgeführt von 
Dänemark 
Dänemark 
England 
England 
Holland 
Holland 
England 
England 
1) Die Originalmitteilung erfolgte in französischer Sprache unter dem Titel »Recherches 
3cdanographiques continues et periodiques dans l’Atlantiaue.
	        
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