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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

276 Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1913. 
breitung an den Küsten beobachtet. Heitere Tage waren in größerer Ver- 
breitung der 1., 12., 13., 20., 24. bis 27., 30. und 31. Tage mit Nebel waren 
sehr selten. 
Am 1. und 2. März stand die deutsche Küste größtenteils unter dem Ein- 
fluß hohen Luftdrucks,‘ da ein vom Ozean stammendes Hochdruckgebiet über 
dem Kontinent ostwärts zog. Es hatte am 1. ruhiges, heiteres und trockenes 
Frostwetter zur Folge. Am 2. bedeckte sich im Westen der Himmel, und es 
fielen leichte Niederschläge, Am 3. setzte die erste Periode stürmischen Wetters 
ein, die bis zum 11., im Osten bis zum 12, reichte und nur am 8. und 9. unter- 
brochen wurde. In dieser Zeit zogen andauernd Tiefdruckgebiete und Ausläufer 
von solchen über Nordeuropa ostwärts und führten mildes, regnerisches und 
meist stürmisches Wetter herbei, das im Osten bis zum 12. anhielt. Am 9. 
wurde es vorübergehend durch ein von Westen nach dem Kontinent vordrin- 
gendes Hochdruckgebiet unterbrochen, das teilweise heiteres Wetter mit sich brachte, 
Der Übergang zu einer zweiten Periode stürmischen Wetters bildete der 
12. und 13., wo wieder ein ozeanisches Hochdruckgebiet über den Kontinent 
ostwärts zog und am 12. zunächst im Westen, am 183. auch an der übrigen 
Küste ruhiges, vielfach heiteres und trockenes Wetter herbeiführte. 
Die zweite Sturmperiode reichte vom 14. bis 20., wo erneut ozeanische 
Tiefdruckgebiete über Nordeuropa ostwärts zogen und dem deutschen Küsten- 
gebiet anhaltend schweres Wetter brachten. Am 14. erreichten die Winde nur 
stellenweise die Stärke 7 der Beaufortskala, vom 15. ab wurde an allen Tagen 
in größerer Verbreitung Stärke 8, vielfach sogar Stärke 9 und zeitweise 10 
und 11 beobachtet. Sie wehten wiederum größtenteils aus den Südwestquadranten, 
Vom 21. bis zum Monatsschluß herrschte ziemlich ruhiges und vom 23. 
ab mit Ausnahme des 27. auch vielfach heiteres und meist trockenes Wetter. 
Die Luftdruckverteilung während dieses Zeitraums ließ es nicht zu stärkeren 
Gradienten kommen. Am 21, 22. und 23, stellten sich an der Nordsee- und 
westlichen Ostseeküste vielfach Gewitter ein, deren Entwicklung sich aus dem 
Zuströmen kälterer Nordseeluft nach dem an jenen Tagen relativ warmen In- 
land erklären läßt, Vom 25. ab stand die Witterung bis zum Monatsschluß 
unter dem Einfluß eines Hochdruckgebietes, das von den britischen Inseln ost- 
wärts zog und zu inlandigen Winden Veranlassung gab. Auch an den beiden 
letzten Monatstagen, wo der hohe Luftdruck über Rußland lag und eine ozeanische 
Depression bis über die östliche Ostseeküste ausgebreitet erschien, machten sich 
die östlichen Winde so stark geltend, daß es noch nicht zu Niederschlägen kam 
und sogar vielfach heiteres warmes Wetter herrschte. Fast an allen Stationen 
stellte sich an diesen beiden Tagen die höchste Monatstemperatur ein, die So- 
wohl an der Nordsee- als auch an der Ostseeküste 19 Grad erreichte. 
Berichtigung. 
In dem Artikel: Ozeanographische Arbeiten der Deutschen Antarktischen Expedition 
(Die Eisfahrt) V. Bericht von Dr. W. Brennecke in »Ann. d. Hydr. usw.« 1913, IIL. Heft, ist auf 
S. 144 in der 16, Zeile von unten zu lesen: »Oberflächentrift über die Bewegung« statt »Oberflächen- 
trıft oder die Bewegung«, 
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchbandlung und Hofbuchüruckerei, 
Berlin SW, Kochstraße 68—71.
	        
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