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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1913.
Adalbert Freiherr von Schrötter +.
Am 8. April d, J. ist der ständige Mitarbeiter der Deutschen Seewarte,
Kapt. A. von Schrötter, in Bordighera einem Lungenleiden erlegen.
Der Verstorbene war am 21. Mai 1860 zu Rheinsdorfshof im Regierungs-
bezirk Königsberg geboren, im Jahre 1879 zur See gegangen und hatte nach
seiner Ausbildung auf Segelschiffen vom Februar 1888 bis Mai 1900 auf Schiffen
der Hamburg-Amerika Linie als Offizier und Kapitän gefahren. Im Januar 1903
trat er als Hilfsarbeiter bei der Deutschen Seewarte ein, wo er an der Her-
stellung des Dampferhandbuches, der Monatskarten für den Indischen Ozean usw.
hervorragenden Anteil hatte, Mit Vorliebe arbeitete er aber auch nebenamtlich
auf schiffahrtstechnischem Gebiete, namentlich an der Bekämpfung von Kohlen-
und Bunkerbränden.
Um für die Lösung dieser Aufgabe, die er schon lange als eine der wich-
tigsten für die Schiffahrt erkannt hatte (vgl. »Ann, d. Hydr. usw.«, Jahrgang
1903, S. 235 ff.), möglichst viel freie Zeit zu gewinnen, erbat und erhielt er, der
seiner Familienüberlieferung und seinem persönlichen Denken und Empfinden
nach sich mit dem Heer und der Kaiserlichen Marine eng verbunden fühlte, im
Jahre 1907 seinen Abschied als Kapitän-Leutnant der Reserve, und benutzte
dann seine Urlaubszeiten zu Reisen und Studien in Kohlenrevieren, hielt Vor-
träge, arbeitete selbst an der Drehbank und setzte in der Erkenntnis, daß die
Aufgabe die Kräfte eines Einzelnen weit übersteige, schließlich durch, daß im
Jahre 1911 von deutschen Seeversicherungsgesellschaften eine Feuerlösch-Zen-
trale zur Erforschung und Bekämpfung von Schiffsbränden gegründet wurde.
Nur wenige Monate ist es ihm dann noch vergönnt gewesen, seine dienst-
freie Zeit ganz den Arbeiten dieser Zentrale zu widmen; aber noch als tod-
kranker Mann arbeitete er an Methoden zum Löschen von Schiffsbränden.
Er war ein rastlos Suchender und ist wohl auch auf Wege geraten, die
nicht zu seinen idealen Zielen geführt haben, doch wird sein starkes, uneigen-
nütziges Streben für Seefahrt und Seeleute stets anerkannt und seine ge-
winnende Persönlichkeit in den Herzen der Kameraden vom blauen Wasser un-
vergessen bleiben. Die Deutsche Seewarte.
Witterung an der deutschen Küste im März 1913.
(Amtlich.)
Mittel, Summen und Extreme!)
aus den meteorologischen Aufzeichnungen der Normal-Beobachtungsstationen der
Seewarte an der deutschen Küste.
Stations-Name
und Seehöhe
des Barometers
Borkum ..... 77m
Wilhelmshaven . 8.5
Keitum ..... 84
Hamburg .... 26.0
Kiel ....,.. 472
Wustrow .... 7.0
Swinemünde, .. 10.0
Rügenwaldermünde6.9
Neufahrwasser . 4.5
Memel...... 17.5
Luftdruck, 700mm +
Mittel | Monats-Extreme
T
roda ö om i red. auf MN 45° Br.
45° Br. 10i.,' Max. | Dat. | Min. | Dat.
Lufttemperatur, °C.
aD Tan
„1
sel S
LT al S
Is vom
85 V 125 N [80 N Mittel] 39 (Min, (Max
Mita” nl <09)
59.0
59.5
58.0
60.1
— 05
00
:— 0.7
LLO7
73.6 | 9
74.0: 9.
71.8 125.26.
3.71 9.
325 19.
35.9 19.
31.3 | 19.
35.7 ' 19.
34.2, 19.
35.6 19.
292 19
5.9° 58 +27
5.60 5.8 -42.5
4.6 4.8!.13.01
6.8 6,31 -L3.51
4.4‘ 3,8! 42.01
47° 4.5 2.91
58 5.51 43.7
18. 35° 61; 43 43'434
A EN 3
20.1 18! 32 32 291135
1
a
4
3
3
59.4 ‚07
59.61.07
60.4 1
(2,5
72,3
7xoß
9.
9.26.
9
60.0 = - 0.5
60.4 12]
BO I dl
72.1 | 26.
72.5 | 26.
aRQ] 20.
41.2 |
42.8
89 71
7 |
6
7
2
) Erläuterungen zu den meteorologischen Monatstabellen siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1905, S. 143.