Weitere Beiträge zur Küstenkunde von Spitzbergen.‘
9261
Hakluyts Headland, ein niedriges, sich schlecht abhebendes Inselchen
nördlich von der Insel Amsterdam, passiert man in 1 Sm Abstand davon: und
steuert dann im gleichen Abstand von der Insel Amsterdam in die Smeerenberg-
Bucht hinein. (Nach dem engl. Shb. »Aretic Pilot«, Vol. II, 1911 heißt die Nord-
huk der Insel Amsterdam »Hakluyts Headland«.und die kleine Insel 1 Kblg davor
»Devils«.)
Ist das Dänen-Gat gut offen von der Hollandar-Huk, so hält man mit lang-
samer Fahrt . und unter ständigem Loten die kleine Deadmans-Insel im Dänen-
Gat in der Mitte zwischen der niedrigen Hollandar-Huk und dem hohen Pikes
Head und ankert auf 27 m bis 55 m (15 bis 30 Fad.) Wassertiefe. »Vietoria
Luise« ankerte mit 128 m (70 Fad.) Kette auf 58 m (32 Fad.) Wassertiefe über
Sandgrund. Der Ankerplatz ist räumlich sehr beschränkt und die Wassertiefe
nimmt nach Land zu schnell ab. Man darf sich dem Strand auf keinen Fall auf
weniger als 27 m (15 Fad.) Wassertiefe nähern, da ein langes Schiff beim Schwaien
nach Land zu sonst hinten festkommt. ;
Die Smeerenberg-Bucht ist nach Norden zu offen. Bei anhaltenden
Nord- und Nordostwinden wird von der Eisgrenze her, die in den meisten Jahren
nicht sehr ‚viel nördlicher als in 80° N-Br. liegen wird, viel Treibeis in die Bucht
hineingetrieben werden, Man. sollte deshalb stets unter Dampf liegen, um beim
ersten Auftreten von Scholleneis — nicht zu verwechseln mit dem blauen
Gletschereis, das in einzelnen kleineren Stücken immer in der Bucht treibt — in
See laufen zu können.
Virgo-Hafen. Der Ankerplatz im Dänen-Gat ist zwar gut ausgelotet, bietet
aber für lange Schiffe nicht Raum genug. Auch ist die westliche Einfahrt durch
Ausläufer der auf beiden Seiten liegenden Untiefen sehr eingeengt. Es muß des-
halb den Touristendampfern von dem Versuch, den Virgo-Hafen von der West-
seite aus zu erreichen, abgeraten werden,
Der beste Landungsplatz für Boote im Virgo-Hafen ist bei der Land-
spitze südlich von der kleinen unbenannten Insel. Die Boote landen Östlich von
den Häusern und der jetzt eingestürzten Ballonhalle, deren Trümmer vom Wasser
aus deutlich zu erkennen sind, Der. Landungsplatz liegt 1!/„, Sm vom Anker-
platz in der Smeerenberg-Bucht. Vor den Häusern und der Halle ist das Landen
für tiefgehende Boote und Barkassen der vielen Steine halber, die dort liegen,
bei Niedrigwasser unmöglich,
In der Durchfahrt zwischen der Hollandar-Huk und Pikes Head ist für
Barkassen große Vorsicht geboten. Namentlich im südlichen Teil dieser Durch-
fahrt liegen viele Steine. Beim Passieren dieser Durchfahrt mit Booten vom
Ankerplatz aus halte man die Deadmans-Insel recht voraus, bis Virgo-Hafen offen
ist von der kleinen Insel, Ö
Auf der niedrigen Smeerenberg-Halbinsel, auf der einst die gleichnamige
Ansiedelung der holländischen Walfischfänger gestanden hat, findet man 2 bis
3 Kblg westlich von der Hollandar-Huk einen zum Landen geeigneten Platz.
Sehenswert sind in der Smeerenberg-Bucht die an der Ostseite liegenden
Gletscher, im Virgo-Hafen die Reste der Wellmanschen Ballonhalle, Wellmans
Wohnhaus und Arbeitsräume, Pikes-Haus, in dem seiner Zeit auch Andröe gewohnt
hat, und ein einfaches Steindenkmal, das schwedische Landsleute dem ver-
schollenen Forscher gesetzt haben. Gerade diese traurigen Spuren menschlichen
Wirkens, die umherliegenden Werkzeuge, Ballonreste, Benzintanks, Konserven-
büchsen lassen die schauerliche Einsamkeit des öden Ortes noch mehr hervor-
treten. Auf der Smeerenberg-Halbinsel hat vor einigen Jahren die Königin von
Holland die Gebeine. der dort umgekommenen holländischen Walfischfänger
sammeln und in einem Massengrab beisetzen lassen, über dem ein einfaches
Denkmal steht. Man findet dort auch Spuren der einstigen Transiedereien,
Süd-Gat. Von der Smeerenberg-Bucht aus macht das Einlaufen in das
Süd-Gat keine besonderen Schwierigkeiten, Man hält die Mitte des Smeerenberg-
Sundes, bis die Middle-Klippen im Süd-Gat zwischen der Bluff-Huk und dem
westlich davon liegenden kleinen Felsen durch zu sehen sind, passiert auf dieser