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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1913.
Die Frage, in welchen Monaten der südliche, der Sommerweg, oder der
nördliche, der Winterweg, genommen werden sollte, entscheidet sich zwanglos
dahin, daß von November bis März, in der Orkanzeit, der Sommerweg in 32° S-Br.
nach Westen, von April bis Oktober, in der orkanfreien Zeit, der Winterweg in
29° S-Br. nach Westen genommen werden sollte. Näheres Eingehen in die April-
karte zeigt aber, daß in diesem ganzen Monat die Strömungen auf dem Sommer-
wege noch günstig sind, daß aber der Winde wegen auf dem Sommerwege Ver-
zögerungen eintreten würden. Bedenkt man nun, daß die Winde erst in der
zweiten Hälfte des Monats — hier sind natürlich immer durchschnittliche Ver-
hältnisse gemeint — winterlich werden, so dürfte es ratsam sein, auch den
längeren Winterweg erst in der zweiten Hälfte des April einzuschlagen, Im
November sind die Winde und Strömungen auf dem Winterwege außerordentlich
günstig, auf dem Sommerwege dagegen noch etwas ungünstig. Die ungünstigen
Verhältnisse hier finden aber natürlich am meisten zu Anfang des Monats statt
und verwandeln sich gegen Ende November in die günstigeren dieses Monats.
Und da in der zweiten Hälfte November auch schon Mauritius-Orkane vorkommen,
dürfte es sich empfehlen, nur in der ersten Hälfte November noch den Winter-
weg, in der zweiten aber den Sommerweg einzuschlagen, Danach ergeben sich
dann die folgenden
Anweisungen.
Wenn der Meridian von Kap Leeuwin überschritten wird
vom 16. November bis 15. April,
so nehme man den Sommerweg. Man steuere 100° O-Lg. in 32° S-Br. an und
auf diesem Parallel nach Westen. In 45° O-Lg. biege man von 32° S-Br. nach
seinem Bestimmungsorte, entweder auf Durban oder auf East London zu; auch
wenn man nach der Algoa-Bucht oder um das Kap der Guten Hoffnung will,
sollte man in der Nachbarschaft von East London Land machen.
Wenn der Meridian von Kap Leeuwin überschritten wird
vom 16. April bis 15, November,
nehme man den Winterweg. Man steuere 100° O-Lg. in 29° S-Br. an und auf
diesem Parallel nach Westen. In 45° O-Lg. biege man von 29° S-Br. nach seinem
Bestimmungsorte, auf Durban oder auf East London zu, weil man in der Nach-
barschaft von East London Land machen sollte, auch wenn man nach der Algoa-
Bucht oder nach dem Kap der Guten Hoffnung will.
Mauritius-Orkane kommen nur in der Zeit vor, in der der Sommerweg
eingehalten wird, und bleiben öfter nördlich von diesem Wege. Sie treten aber
nicht häufig auf und dürften auf diesem Wege nur selten angetroffen werden,
Kommt ein westwärts steuernder Dampfer in den Bereich eines nördlich vom
Schiff entlang ziehenden Orkans, so wird er den Wind südöstlich haben und
sollte seinen westlichen Kurs beibehalten oder vielleicht noch besser einen west-
südwestlichen Kurs steuern, solange es geht. Holt dann der Wind nach rechts,
d. h. südlicher, so ist das ein sicheres Zeichen, daß man richtig handelt, Man
behalte dann den Kurs bei, solange man kann, halte ruhig ab, wenn der Wind
durch weiteres Rechtsholen dazu zwingt, und drehe bei, wenn man soviel ab-
gewiesen würde, daß man dabei wieder nach Osten gelangt.
Im Dezember, namentlich aber im Januar und auch im Februar, kommen
die Mauritius-Orkane vor, deren Bahnen in diesen Breiten südostwärts gerichtet
sind und 32° S-Br. überschreiten. Hat man in einem solchen Falle den Wind
südöstlich, so verfahre man, wie oben angegeben ist.‘ Hat man den Wind nord-
östlich, so sollte man — aber nur, wenn man wirklich die Überzeugung ge-
wonnen hat, daß es sich um einen Orkan handelt — beidrehen oder auch nördlich
steuern, bis der Wind links herumgeholt und soweit abgenommen hat, daß man
wieder fahren kann. Ist der Wind östlicher als NO, etwa ONO oder gar Ost,
so dürfte es sich empfehlen, den Wind einige Striche von B-B. hinten einzubringen
und auf einem südwestlichen Kurse zu versuchen, ohne Verzug mit Hilfe des
günstigen Windes vor dem Zentrum vorüber zu kommen. Holt der. Wind dabei