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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1913,
und 30 m vorher nur noch eine Sichttiefe von 9 bis 10 m infolge des bräunlich
verfärbten, mit Kongowasser vermischten Oberflächenwassers.
An der Auslotung der Kongofurche hatten sich früher schon unsere Stationäre
‚Sperber« und »Panther« versucht, aber die Aufgabe war noch nicht be-
friedigend gelöst. An einigen Stellen der Erdoberfläche findet man deutliche
Anzeichen dafür, daß das Festland in früheren Epochen höher gelegen und daß
später eine Senkung stattgefunden hat. Dies beweisen uns vor allem unter-
seeische Täler, wie man sie an der nordamerikanischen und an der europäischen
Küste mehrfach festgestellt hat. Diese untermeerischen Rinnen, z. B. die an der
Mündung des Hudson- und Delaware-Flusses, können nur als versenkte alte Tal-
furchen gedeutet werden, die in früheren Zeiten, als der heutige Küstenschelf
noch trocken lag, durch die erodierende Kraft des fließenden Wassers geschaffen
Fig, 3.
Schnitte durch die unterseeische Talrinne des Kongo.
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worden sind. Ein großartiges Beispiel für ein so versenktes ehemaliges Flußtal
bietet die vor der Mündung des Kongo in den afrikanischen Küstenschelf ein-
gegrabene Kongofurche. In den hier etwa 50 Sm breiten Küstenschelf ist eine
Rinne mit allmählich auf über 1500 m absinkender Sohle eingeschnitten; noch
auf dem Steilabfall in 80 Sm Entfernung von der Küste ist diese Furche klar
erkennbar. Ihre Breite nimmt wie die Tiefe mit wachsender Entfernung von
Land zu und beträgt 2 bis 6 Sm. Erwähnenswert ist ferner, daß auch im Fluß
selbst, 10 Sm landeinwärts noch eine Tiefe von 227 m festgestellt worden ist.
Die bislang vor der Kongomündung vorliegenden Lotungen ließen eine Lücke
zwischen 11° 45’ und 12° 5’ O-Lg. offen, wo die Tiefenverhältnisse noch unauf-
geklärt waren. Diese Lücke durch zuverlässige Lotungen zu ergänzen, war die Auf-
gabe der »Möwe«, Unter außerordentlich günstigen Wetter- und Seeverhältnissen,
allerdings auch unter recht angestrengter Lottätigkeit gelang es uns mit Hilfe
ausgelegter Bojen, Landpeilungen und astronomischer Schiffsortsbestimmungen
in zwei Tagen ein einwandfreies Netz von Lotlinien über das fragliche Gebiet
zu legen. Die Ergebnisse dieser neuen Lotungen zeigen, daß die Kongofurche