Caravellas, Ostküste von Südamerika bei den Abrolhos,
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Der Grund auf der Barre besteht aus Schlamm und Sand, so daß es nicht
gerade gefährlich ist festzukommen. Steine sollen nach Aussage des Lotsen erst
in etwa 3 Sm Entfernung von der Osteinfahrt in tieferem Wasser liegen.
Die Nordbarre hat keine scharfe Biegung, ist aber im ganzen gewundener,
Sie stimmt mit der Karte ziemlich überein, nur muß man Balaia-Huk etwa 1 Sm
nach ONO verlegen. Auf der Nordbarre 'soll !/„ Fuß weniger Wasser sein als
auf der Ostbarre; wir loteten 2 Tage nach Vollmond, kurz vor Hochwasser und
unter voller Fahrt nicht weniger als 16 Fuß (4.9 m). Der Fluß Caravellas ist
von seiner Mündung bis zur Stadt Caravellas 600 bis 700 m breit, außer einer
etwa 200 m breiten Bank querab von Pt. d’Arcia soll er rein und über 30 Fuß
(9.1 m) tief sein; wir loteten beim Ein- und Auslaufen sogar bis zu 7 Faden (12.8 m).
Die Hafenanlagen sind in Pt. d’Arcia am nördlichen Flußufer, ungefähr
mitten zwischen Armacao und der Stadt Caravellas, ein wenig unterhalb des
Flusses, der dort in den Caravellas mündet. Sie bestehen aus drei etwa 12 m
breiten Ladebrücken, die mit Schienengleisen belegt sind. Zwei Brücken werden
miteinander verbunden und sollen. auf 60 m erweitert werden. Zwischen der
zweiten und der dritten Brücke ist 35 m Raum. Dicht an den Ladebrücken ist
bei Niedrigwasser 6 bis 9 Fuß (1.8 bis 2.7 m) Wasser und 50 m querab von den
Brücken ist®* die vorhin erwähnte Bank mit 8 bis 9 Fuß (2.4 bis 2.7 m) Wasser
bei Niedrigwasser.
Zum Festmachen sind als Poller Balken eingegraben, aber sie sind schwach,
und man tut.gut, auch an den Bäumen dort festzumachen. Auch sollte man
einen Heck- und einen Buganker fallen lassen, wenigstens den Buganker, um
nicht ganz zu vertreiben, wenn sich das Schiff bei dem beständig und namentlich
abends steif von der Brücke ab wehenden Winde losreißen sollte.
Aus- und Einklarieren muß man in Bahia, und da dies dort mehrere
Tagesstunden erfordert, außerdem ein 300 Sm langer Weg nach Caravellas hin und
zurück zurückgelegt werden muß, so kann man durch. diese Bestimmung einen
Zeitverlust von 4 Tagen haben. Man erhält in Bahia drei Zollbeamte an Bord
und kann in Caravellas ohne weiteres an die Brücken gehen und arbeiten,
| Löschen. »Sieglinde« löschte dort 1000 tons Schienen und 350 tons
Bolzenkisten aus 2 Luken in 4'/, Tagen und 31/, Nächten. Die Schienen wurden
am Lande aufgestapelt, die Bolzenkisten auf Wagen verladen. Arbeiter sind für
einen Dampfer genügend am Orte, sie erhalten 5 Mlr. für den Tag. Es kam
auch ein Stauer mit Windenleuten von Vietoria, der 1.2 Mlr. für die Tonne
und für die Windenleute 7 Mlr. für den Tag — Nachtarbeit besonders zu be-
rechnen —- verlangte. Schleppdampfer und Leichter waren nicht vorhanden.
Der Ort Pt. d’Arcia ist Endstation der Eisenbahn und besteht nur aus
dem Bahnhofe, einer Maschinenwerkstatt und einigen Wohnhäusern mit einem
kleinen Hotel. Die kleine Stadt Caravellas ist unbedeutend. Sie liegt am Flusse
und besteht aus 3 oder 4 mit Gras bewachsenen Straßen; von der Eisenbahn,
die 2 km flußabwärts ihre Endstation hat, wird sie nicht berührt. Außer einer
Zigarrenfabrik und einer Seifensiederei hat Caravellas keine Industrie, Die
Eisenbahn ist bis jetzt schmalspurig, soll aber zu einer Vollbahn mit Anschluß
nach Bahia umgebaut und über den kleinen Fluß bis nach Caravellas geführt werden.
Proviant ist schwer zu beschaffen, es sind nur 2 kleine Geschäfte dafür
vorhanden, Fleisch konnte man in ganzen Fässern auf vorherige Bestellung
bei der Eisenbahnverwaltung bekommen. Geflügel und Eier waren in geringen
Mengen zu haben. Ananas und Bananen waren gut und billig. Es kosteten:
Kaffee in Säcken von 60 kg 4 bis 7 Mlr., Hühner das Stück 3 bis 4 Mlr., Eier
das Stück 0.1 Mlr., frisches Fleisch das kg 0.7 Mlr. Wasser wird in Tankwagen
ungefähr 30 km weit mit der Bahn geholt. Es wird aus einem Flusse ent-
nommen und scheint sehr eisenhaltig zu sein, schmeckt aber nicht schlecht. Man
kann etwa 1!/, cbm stündlich mit der Hand überpumpen und muß 3 Mir. für
das cbm bezahlen.
Kleine Küstendampfer, die von Caravellas nach Süden wollen, laufen durch
enge, aber tiefe Kanäle innen durch nach Vicosa und von da über die Vicosa-
Barre in See. Auf dieser Barre soll mehr Wasser sein als auf der vor Caravellas.