208 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1913.
finden. Die Westseite der Hervey-Bucht bietet nicht so guten Ankerplatz, da
seichtes Wasser sich weiter von der Küste erstreckt,
Müssen Segelschiffe aufkreuzen gegen die vorherrschenden Südostwinde,
die gewöhnlich am Morgen aus ungefähr südlicher, weiter am Tage aus südöst-
licher Richtung wehen, so sollten sie danach trachten, am Abend ungefähr in
der Mitte der Bucht zu sein. Laufen sie mit nordwestlichem Winde und niedrigem
Barometer südostwärts und stehen sie bei Dunkelwerden südlich vom Sloping
Hummock, so tun sie am besten, mit kleinen Segeln luvwärts aufzuarbeiten,
Kann man am Tage nach genauer Feststellung des Schiffsortes die Woody-
Insel ausmachen, so bringe man die beiden Hügel auf ihr eben in Berührung,
wobei man den höheren der beiden zu Osten behält, und laufe auf dieser Richt-
linie an die Ansteuerungstonne vor der Einfahrt zur Ship-Durchfahrt heran.
Wenn vom Süden kommende Schiffe auf der Höhe von Low Bluff an-
gelangt sind, müssen sie nach Passieren dieses Vorlandes darauf achten, daß sie
die Jew-Klippe meiden, die rw. 347° (mw. NNW), 1'/, Sm vom östlichen Ausläufer
von Low Bluff entfernt 6.9 m (33/, Fad.) unter Wasser liegt. Die Klippe ist von
geringer Ausdehnung und nur bei schlechtem Wetter durch Brandung kenntlich.
Man passiert östlich davon, wenn der 11 Sm südlich vom Low Bluff gelegene,
183 m hohe Coolum-Hügel mit dem Südende von Low Bluff in rw. 191° (mw. S1/,W)-
Peilung in Linie ist. (Siehe Ansicht D auf der Brit. Adm-Krt. Nr. 1068.) Weiter-
hin bis hinauf zur Double Island-Huk ist die Küste nach der Karte rein, und es
können Schiffe in angemessenem Abstand von ihr ohne Gefahr nordwärts laufen.
Sind sie jedoch bei der Double Island-Huk angelangt, so müssen sie die Wolf-
Klippe meiden, die rw. 20° (mw. NzO), 1!/, Sm von der Double Island-Huk
entfernt über Wasser liegt. Eine Untiefe liegt außerdem in derselben Richtung
21/, Kblg von der Double Island-Huk entfernt 3.7 m (12) unter Wasser.
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere«, Heft VIII, Tit. XII.
Signalstellen befinden sich bei den Leuchttürmen auf der Woody-Insel,
bei dem Leuchtturm auf der Double Island-Huk und auf der Inskip-Huk, Sie
haben alle telegraphische Verbindung. (Siehe auch Cooktown »Ann, der Hydr. usw.«
1912. S. 558.)
Lotsenwesen. An der Nordeinfahrt zur Great Sandy-Straße ist ein Lotsen-
fahrzeug stationiert, von dem man einen Lotsen erhalten kann, und es empfiehlt.
sich, um keinen Aufenthalt zu haben, vom Abgangshafen dem Hafenmeister in
Maryborough die mutmaßliche Zeit der Ankunft des Schiffes zu telegraphieren.
Wünschen Schiffe einen Lotsen für die südliche Einfahrt, so müssen sie in
Brisbane das Marine-Departement, in Rockhampton oder Townsville die dortige
Hafenbehörde mindestens 24 Stunden vor ihrer Abfahrt davon benachrichtigen.
Von der Lotsenstation auf der Inskip-Huk werden keine Lotsen mehr abgesetzt.
Es besteht Lotsenzwang für Schiffe in großer Fahrt. Die Lotsentaxe beträgt
bis zur Tyroom-Reede 5 d p R-T., geringste Gebühr 1 £ 10 sh, den Mary-Fluß
hinauf innerhalb North Head 6 d p R-T, geringste Gebühr 2 £ 10 sh. (Siehe
auch Cooktown.)
Schleppdampfer. Der Schlepplohn wird vereinbart.
Quarantäne. Die Quarantänestation liegt gegenüber der Mary-Mündung am
Nordende von White Cliffs,
Gezeiten. Die Hafenzeit für die Nordeinfahrt zur Great Sandy-Straße
ist 9b 15min; dje Hochwasserhöhe beträgt bei Springtide 3.0 m (10°), bei Nipptide
2.1 m (7). Die Gezeitenströme laufen ungefähr 40 Minuten nach dem an der
Küste eintretenden Hoch- und Niedrigwasser, bei Springtide mit 2 bis 3 Sm Ge-
schwindigkeit in der Stunde. Die Geschwindigkeit des Flutstromes wird durch
starke nördliche Winde beschleunigt, durch steife südliche Winde gehemmt. Der
Ebbstrom scheint durch die Windverhältnisse nicht beeinflußt zu werden. So-
wohl der Flut- wie der Ebbstrom folgen im Fahrwasser der Richtung der tiefsten
Rinne. Am Rande der Bänke setzen sie aber in unbestimmter Richtung quer
über die Untiefen.