accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

v. Kobbe: Tabellen zur astronomischen Ortsbestimmung im Luftschiff bei Nacht, 205 
Bestimmung von mgr— U und h — h,. 
Breite und Länge des Beobachtungsortes sind einer geeigneten Karte zu ent- 
nehmen, auf eine Bogenminute genau, Danach werden die Höhen eines Ost-Sterns 
und eines West-Sterns möglichst scharf gemessen, und die Stundenwinkel nach 
der auf Seite 204 ausgeführten logarithmischen Kontrollrechnung gefunden, wobei 
für mgr— U und h — h, genäherte Werte zu setzen sind, Die Zeiten sind hier 
auf Sekunden zu führen, und die Reduktion (red) der Sternzeit ergibt sich wie 
folgt: Versteht man wieder mgr in Stunden mit einer Dezimalstelle, so ist: 
red = 10 mgr— mer Sekunden. 
Da /Ä bekannt, so kann für beide Sterne mgr — U abgeleitet werden. 
Stimmen diese beiden Werte nicht überein, so ändert man das angenommene 
h—h, in beiden Fällen um dasselbe Maß, bis mgr — U beiderseits den gleichen 
Wert erhält. Das zuletzt benutzte h — h, ist das zutreffende, Hierbei kann als 
Anhalt dienen, daß eine Bogenminute der Höhe den Stundenwinkel um etwa 
sechs Zeitsekunden ändert. . 
N Durch diese Art der Zeitbestimmung bleibt der Beobachter in dauernder 
Übung und lernt am besten die Leistungsfähigkeit seines Instrumentes und seiner 
Uhr kennen. ; 
Im Sommer wird man oft die Sonne am Vormittag und Nachmittag benutzen. 
Eine Berücksichtigung der Änderung der Strahlenbrechung ist kaum nötig, 
da der auf Seite 200 erwähnte Höhenfehler infolge Verdrehung um die Fernrohr- 
achse die Unterschiede der Strahlenbrechung in gewissen Grenzen aufhebt. Bei 
genauerem Verfahren müssen ÖOst- und West-Stern annähernd gleiche Höhe haben, 
und mit mehreren solcher Sternpaare in anderen Höhen die Messungen wieder- 
holt werden. So erhält man eine Tabelle, die zugleich den Indexfehler des 
Instrumentes, die Strahlenbrechung und den persönlichen Fehler des Beobachters 
berücksichtigt. ; ; 
Die Zeitkonstante A. 
Jede Bestimmung von Breite oder Länge erfordert die Berechnung des 
Stundenwinkels in Greenwich (oder nach anderen Methoden die Kenntnis der 
Greenwicher Sternzeit): 
tgr = mgr + st — a + red, . 
Es ist aber nicht nötig — wie das hier in den Beispielen der Übersicht 
wegen geschehen ist — jedesmal mgr zu ermitteln. Einfacher bringt man bereits 
vor der Fahrt die Uhrverbesserung mgr— U an st an, nur muß man dann auch 
die auf den Wert mgr — U entfallende Sternzeit- Reduktion (corr) hinzufügen. 
Verstehen wir wieder mgr — U in Stunden mit einer Dezimalstelle, so ist 
corr = 10 (mgr — U) — 5 (mgr — U) Sekunden, 
und es wird die für st an die Stelle tretende Zeitkonstante für den Tag der Fahrt: 
A = st -+ mgr — U + corr. 
das ist die Sternzeit in Greenwich für U =— 0 (Beobachtungsuhr = 12 Uhr 
mittags), Nun wird für die noch übrig bleibende Reduktion auf Sternzeit 
(red) U anstatt mgr benutzt: 
red = U Minuten; U in Stunden, 
ter = U-+ A —a-+ red. 
Beispiel (vgl. S. 203 u. 204). 
Vor der Fahrt. Vor der Beobachtung 
st = 19b 29.4m 
mgr—U=— 1 04 
18 29.0 
So = — 0.2 
AÄA— 18 988 
Nach der Beobachtung. 
U = 13b 53.5 
A—a= 4 171 
red == 2,3 
tor — 18h 12.9m 
wie ohen-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.