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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Gadewohl, A.: Die Stabilität der Meeressirömungen im Nordatlantischen: Ozean usw. 189 
Strömungen bereits anders setzt, und zwar, wie wir annehmen dürfen, 'als Kom- 
pensationsstrom ; nach SO. ‘ Die Ursache der auffallend hohen Stabilität der 
Strömung zwischen 5° und 10° N-Br, ist in einer Unterstützung des zum Ersatz 
für das in höhere Breiten. westwärts fortgeführte Wasser deutlich nach O-NO 
einfließenden Stromes durch den SW-Monsun zu sehen, der ebenfalls für die 
Richtung und. Stabilität des in 1a, 1b, 2a, 2b und 8a fließenden Wassers maß- 
gebend ist. Die angrenzenden Gradfelder liegen bereits im Bereiche des SO- 
Passats. Die Stabilitätsverhältnisse sind einerseits auf das Eindringen der Süd;- 
Äquatorialströmung nach NW, andererseits in den zur Kompensation abfließenden 
Wassermassen nach NO bis O zurückzuführen, | 
Oktober. 
Durchgreifende Verschiedenheiten der Strömungsverhältnisse zwischen 
September und Oktober lassen .die Karten nur vereinzelt erkennen. Verfolgen 
wir an der Hand der Oktoberkarte die Strömungen in der ähnlichen Weise, wie 
wir es für den Herbst taten, so tritt uns die erste Verschiedenheit nördlich der 
Bahama-Inseln beim Ausfluß des Floridastromes entgegen. Die bei weitem größere 
Stabilität und die mehr nördliche Richtung dieses Stromteiles werden, abgesehen 
von der für einen Vergleich wenig ausreichenden Beobachtungszahl, ihren Grund 
in einer im Verhältnis zum September günstigeren Verteilung der Barometer- 
stände über dem Golf von Mexiko haben. Genau wie auf der Septemberkarte 
ist das Überschreiten .des 50. Parallelkreises durch den Norwegen entgegen- 
fließenden Ast des Golfstromes hervortretend nur in 149c zu beobachten. Wirk- 
liche‘ Unterschiede treffen wir erst im Gebiet des. Guineastromes. Während 
nördlich 10° N-Br. an der afrikanischen Küste ein nach N bis NO ‘gerichteter 
Strom beobachtet wurde, zeigt die Oktoberkarte einen direkt entgegengesetzten 
Strom. , Die Stabilitätsverhältnisse und mittleren Stromstärken des Guinea- 
stromes zwischen 5 und 10° N-Br. während beider zu vergleichenden Monate 
sind nicht unerheblich voneinander verschieden. Wir gehen wohl nicht fehl, 
wenn wir für diese Unterschiedlichkeit das Zurückgehen der Grenze für den 
SW-Monsun verantwortlich machen. 
November, 
Das Strombild bleibt wenig verändert. Unterschiede für die einzelnen 
Monate, wie‘ wir sie beispielsweise nördlich von Cuba finden, wo geringe Stabili- 
täten und Stromstärken mit entgegengesetzten Verhältnissen wechseln, sind wenig 
geeignet, um für grundlegende Verschiedenheiten des Stromcharakters zu sprechen. 
Hier sind natürlich die Beobachtungsfälle viel zu gering, als daß für eine große 
Wahrscheinlichkeit der kartographischen Angaben überhaupt eingetreten werden 
kann. Der Golfstrom passiert diesmal den 40. Breitenkreis zwischen 40 und 
50° W-Lg, Nennenswerte Verschiedenheiten begegnen wir auch diesmal nur im 
Bereiche des Guineastromes. Betrachtungen der Stabilitäten und Richtungen 
lassen nach. den. vorigen. Erfahrungen sofort Schlüsse auf die Verschiebungen 
der Windgebiete zu. In der Tat ist auch der SW-Monsun. bis in den Golf von 
Guinea zurückgegangen, während die Nordgrenze des SO-Passats den Aquator 
bereits. vor. 10° W-Lg. überschritten hat. Die Lage der Guineastromwurzel, die 
im September und Oktober noch westlich von 40° W-Lg. angenommen werden 
konnte, ist für den November .infolge ungenügenden Materials in ihrer ungefähren 
Lage nicht zu bestimmen. ; 
. . Herbst. , . . 
Zusammenfassend, kommen wir kurz auf den Herbst zu sprechen. ‚Die 
Zusammenfassung für die Jahreszeit ist stets nutzbringend und empfehlenswert, 
insofern dadurch häufige Zufälligkeiten in der Gestalt lokaler und. zeitlicher 
Störungen zum großen Teile zum Ausgleich gebracht werden können. Die nord- 
östlich fließende. Guayanaströmung und späterhin die westlicher Richtung folgende 
karibische Strömung ‚sind nur‘: geringen monatlichen Störungen unterworfen, Die 
Richtung des Floridastromes geht zunächst mit zunehmender Monatszahl von NO 
nach N über: die Stabilität wächst in derselben Weise. Der in großem Bogen
	        
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