Gadewohl, A.: Die Stabilität der Meeresströmungeh im Nordatlantischen Ozean usw. 187
über 40 Sm anzutreffen sind, während bei 10 bis 15 Sm Versetzungen über
40 Sm kaum beobachtet worden sind. Geringe Stromversetzungen sind überall
gefunden worden, Diese Untersuchungen führten noch zu einem weiteren Er-
gebnis, das gut dazu geeignet ist, den im Dampferhandbuch für den Atlantischen
Ozean (S. 40) aufgestellten Satz 2 zu unterstützen, nämlich: »In den weitaus
meisten ‚Fällen ist die Versetzung im Sinne der vorherrschenden Stromrichtung
zu gleicher Zeit auch die stärkste, d.h. mit der größten Häufigkeit einer Strom-
richtung pflegt die größte mittlere Stärke verbunden zu sein, mit der kleinsten
die kleinste.«
Die kartographische Darstellung der wichtigsten Stromdaten.
Die kartographische Darstellung der in den Stromtabellen niedergelegten
Resultate zeigt im Prinzip eine Anlehnung an die holländischen Stromkarten:
ein Pfeil gibt die charakteristischen Merkmale des Stromverlaufs innerhalb eines
Fünfgradfeldes. Der Vorzug dieses Schemas, das als Kombination graphischer
und allgemeiner Darstellungsform angesehen werden kann, gipfelt, wie dies die
Karten sofort erkennen lassen, darin, daß die Übersicht des mehr oder weniger
festen Zusammenhanges des fließenden Wassers im großen und ganzen ge-
wahrt bleibt.
An anderer Stelle wurde bereits erwähnt, weshalb im Gegensatz zu der
holländischen Angabe-der vektoriellen Geschwindigkeit die Angabe der absoluten
mittleren Stromstärke für die Stromgeschwindigkeit zweckmäßiger erscheint.
Für ihre Bezeichnung ist, da bisher eine einheitliche internationale Benennung
der Stromdaten fehlt, die von der Deutschen Seewarte benutzte Skala für
mittlere Stromstärke in Anwendung gekommen, Die Stabilität. ist durch die
Länge der Pfeile vorteilhaft gekennzeichnet, Die Längenunterschiede stehen im
Verhältnis zu dem Stabilitätsgrad. Lange Pfeile sprechen für die Stetigkeit
eines Stromes, während kurze Pfeile auf die Unsicherheit des Stromverlauifs in
der angegebenen Richtung hindeuten, Die für die Wahrscheinlichkeitswertung
notwendigen Beobachtungsfälle finden wir auch auf den Karten wieder. Sie sind
Jeicht aus den den Fünfgradfeldern beigegebenen Zahlen ersichtlich,
Um das Schema nicht zu komplizieren, haben die tabellierten zweimonat-
Jichen Mittel kartographisch keine Beachtung gefunden,
Für die auf den Karten durch Umrahmung abgetrennten Gebiete des
Ozeans müssen. gemäß des Materials die Angaben der Richtung, Stärke und
Stabilität genügen.
Die Stromverhältnisse des Nordatlantischen Ozeans nach den Monaten.
Um namentlich den Nutzen der Stabilität für die Stromstatistik zu er-
kennen, ist eine kurze Erörterung der Stromkarten am Platze. Für einen
aventuellen Vergleich der Strömungen mit der für Oberflächenströmungen be-
sonders in Betracht kommenden Stromkonstituente, der Wirkung des Windes auf
das Wasser, sind die Monatskarten für den Nordatlantischen Ozean herangezogen
worden.
Sentember.
Hart an der Westküste Südamerikas setzt die Guayana-Strömung, zunächst
noch vom SO-Passat beeinflußt, stark nach NW, In den Bereich des NO-Passats
gelangt, fließt die Strömung in das Karibische Meer mit vorherrschender West-
richtung, wobei die Stabilität nach Westen hin abnimmt. Diese Abnahme ist
auf die die Bildung von Neer- oder Gegenströmungen begünstigende Küsten-
konfiguration von. Mittelamerika zurückzuführen. Die mittleren Stromstärken
sind hier an der Peripherie der. nordatlantischen Wasserzirkulation durchweg
ziemlich hoch. Für den Golf von Mexiko sind die Stromverhältnisse nicht an-
yegeben worden, da durch ihre Darstellung auf Grund des ungenügenden Materials
für die ohnedies noch nicht ganz geklärten Verhältnisse des Stromverlaufs in