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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

150 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1913. 
auftreten, der Zustand wird sich bei gleichbleibenden äußeren Umständen zwar 
periodisch wiederholen, aber er wird nie stationär, Zweifellos gilt das Gesagte 
auch für gekrümmte Isobaren, wenn sich auch hier die Gleichungen nicht an- 
geben lassen. Die Periode ist bei uns in der Größenordnung ähnlich dem Tage, 
wodurch die Beobachtung natürlich erschwert wird, abgesehen davon, daß selten 
mehrere Tage lang die gleichen Verhältnisse herrschen. Vielleicht wären diese 
Oszillationen noch am ehesten auf der südlichen Halbkugel, in der Gegend der 
konstanten Westwinde, Zu beobachten, 
Es verdient jedenfalls, festgehalten zu werden, daß selbst bei kon- 
stanten Druckverhältnissen keine konstanten Winde zu erwarten sind, 
sondern daß der stabile Bewegungszustand in einem Oszillieren der 
Luft besteht, von dem der Fall der stationären Strömung ein sehr 
unwahrscheinlicher Spezialfall ist. 
Telephonische Zeitsignale in Wilhelmshaven. 
Von Korvetten-Kapitän a. D. Capelle, Vorstand des Kaiserlichen Marine-Obserratoriums, 
Die umfangreichen Hafenerweiterungen, welche im Laufe der letzten Jahre 
in Wilhelmshaven zur Ausführung gelangt sind, haben es notwendig gemacht, 
die Möglichkeit einer Beobachtung von Zeitsignalen zur Ausnutzung für Chrono- 
meter-Standbestimmungen zu vermehren, weil der auf der Nordseite der dritten 
Hafeneinfahrt aufgestellte Zeitballturm von den Liegeplätzen der neuen Hafen- 
anlagen nicht mehr zu sehen ist. 
Hierfür ist eine telephonische Zeitsignalanlage von der Konstruktion ge- 
wählt worden, wie sie seit dem Jahre 1909 in Hamburg unter Anlehnung an die 
Hamburger Sternwarte in Bergedorf mit Erfolg in Betrieb gewesen ist. 
Ausschlaggebend für diese Wahl war der Umstand, daß die telephonischen 
Zeitsignale unter den sonst gebräuchlichen Einrichtungen wie Zeitbälle, Zeitlicht- 
signale, funkentelegraphische Zeitsignale die häufigste, bequemste und sicherste 
Beobachtung zulassen. 
Die Einrichtung ist in der Weise angeordnet, daß im Kaiserlichen Ob- 
servatorium eine Signaluhr Aufstellung gefunden hat, die in dauernder Ver- 
bindung mit einer nach mitteleuropäischer Zeit gehenden Präzisionsuhr steht, so 
daß damit die Sicherheit geschaffen ist, daß die Signaluhr stets die richtige 
Zeit angibt. 
Von dieser Signaluhr werden Tag und Nacht hindurch zwei Arten von 
Signalen abgegeben. Sekundensignale und Minutensignale, Die ersteren dienen 
zur Bestimmung der genauen Zeit, die letzteren zur Bestimmung der zugehörigen 
Minutenzahl. Die Sekundensignale beginnen jedesmal mit der 55. Sekunde und 
enden mit der 60. Sekunde, Sie bestehen aus einem nicht unterbrochenen Tone 
von heller Klangfarbe, der in dem Augenblick aufhört, in dem die Minute voll- 
endet ist. Dieser Augenblick ist somit der Zeitbestimmung zugrunde zu legen. 
Zwei Sekunden nach Beendigung des Sekundensignals wird die Minute 
angegeben, die dem kurz vorher beendeten Signale entspricht. 
Diese Minutensignale sind in folgender Weise angeordnet: 
Der Minutenzahl eins entspricht ein kurzer Ton: 
zwei zwei kurze Töne: wo 
drei drei kurze Töne: eo0o 
vier vier kurze Töne: 0000 
fünf [ünf kurze Töne: eo0000 
sechs ein kurzer und ein langer Ton: eamm 
sieben zwei kurze und ein langer Ton: eooamm 
acht » drei kurze und ein langer Ton: oo0o am 
neun » vier kurze und ein langer Ton: e000 um 
zehn N fünf kurze und ein langer Ton: 09000 um
	        
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