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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Brennecke, W.: Ozeanographische Arbeiten der Deutschen Antarktischen Expedition. 143 
Der Sauerstoff weist in der (verfärbten) Oberflächenschicht mit 8.47 ccm 
im Liter Übersättigung auf, indessen das kalte Wasser in 50 m nur noch 77%, 
relativen Sauerstoffgehalt hat, der in der warmen unterlagernden Schicht auf 
57 bis 59%, sinkt; in den kälteren Tiefenschichten nimmt der Sauerstoffgehalt 
bodenwärts zu. 
70° 2’$S-Br. und 27° 26’ W-Lg. 
Temperatur, Salzgehalt, 
»0C. S %o 
—20 —10 00 7% LS 940 345 35,0 
8m 
100 
00 
ET 
NO 
100 
200 
200 
100 
200 
DAO 
S 
1600 
N „3% 
Die Zwischenschicht mit Temperaturen über Null ist bei der hier angeführten 
Station in 70° S-Br. wärmer und mächtiger als bei den in niederen Breiten ge- 
legenen Stationen. Hieraus resultiert, daß der warme, von Osten kommende 
Tiefenstrom sich an den Kontinentalsockel anlehnt; er tritt aber nicht auf die 
Flach-See über. Hier finden wir vielmehr stark ausgekühltes Wasser und unter- 
halb 400 m bis zum Boden die abnorm niedrigen Temperaturen von —1.9°. 
D. Die Trift der „Deutschland“ im Eis der Weddell-See. Vom Eis ein- 
geschlossen sind wir vom 8. März bis 26. November 1912 mit diesem 1500 Sm 
von 73° 43' S-Br. bis 63° 37' S-Br. in Zickzackkursen getrieben. Hierbei haben 
wir das Eis und seine Umformungen gründlich kennen gelernt und konnten 
auf unserer Scholle und dem Schiff umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten 
durchführen. 
Die Trift, die im Durchschnitt täglich 6 Sm betrug, erwies sich in erster 
Linie als durchaus abhängig von der Richtung und Stärke des Windes, 
Die Richtung der Trift war stets von der Windresultierenden nach links ab- 
gelenkt, die Geschwindigkeit meist proportional der Windgeschwindigkeit, Das 
Maximum der Geschwindigkeit ist Anfang August zu verzeichnen, hier betrug 
die Trift innerhalb eines dreitägigen Sturmes 59 Sm. Wie die beigefügte Dar- 
stellung der Trift zeigt, sind wir zuerst vorwiegend West, später vorwiegend Nord 
getrieben, bis von September ab zugleich mit der Witterung die Triftrichtung 
sehr häufig wechselte, aber uns in der Hauptsache nordostwärts führte. 
Die Eisdecke des Meeres in der Weddell-See besteht keineswegs aus 
glattem Meereis, sondern ebenso wie im Nordpolarbecken aus mehr oder weniger 
stark gepreßtem Packeis, Die nach den ersten Schiebungen entstandene Eisdecke 
zerreaißt immer wieder hald hier. hald dart. Die getrennten Felder werden 
Ob luiz
	        
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