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Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteoro x ogie, März 1918.
Oktober besonders in dem südlichen Golf von Bengalen zwischen Ceylon
und Sumatra bis zum Äquator immer noch die von dem sommerlichen SW-
Monsun herrührende Ostströmung durchaus überwiegt, wo zu gleicher Zeit in
der Chinasee auf dem Dampferwege zwischen Singapore und Hongkong durchaus
der Südstrom des NO-Monsuns sich durchgesetzt hat,
Die Oktoberkarten, besonders die Tafel der Einzelversetzungen, gestatten
nun an zwei Stellen im nördlichen Indischen Ozean einen äußerst interessanten
Einblick in die allmählichen Umsetzungen der Wassermassen, in die Umkehr der
Bewegungsrichtung der Strömungen mit dem Fortschreiten der Jahreszeit, Diese
zwei Stellen liegen einmal westlich von der Malakkastraße und der NW-Ecke
Sumatras, sodann westlich von der Westküste Vorderindiens, im speziellen west-
lich von den Lakkadiven. Für beide Regionen war es möglich, mit Sicherheit
vorherrschenden Weststrom auszuscheiden aus den sonst auf N-Br. noch vor-
herrschenden Ostversetzungen. Man sieht in der östlichen Hälfte des Arabischen
Meeres trotz des Vorhandenseins zahlreicher Stromstillen deutlich, wie mit dem
allmählich in dem nördlichen Arabischen Meere zum Durchbruch kommenden
NO-Monsun der SW-Strom sich hineindrängt in den O-Strom des Sommers und
Herbstes, wobei er auf 10° N-Br. sogar schon bis 58° O-Lg. gelangt ist. Freilich
sind diese westlichen Versetzungen noch schwach, aber ihre vorherrschende
Richtung weist unverkennbar auf den NO-Monsun als Ursache hin. Man gewinnt
auch hier wieder, wie im September in der Chinasee, bei einer vergleichenden
Betrachtung der Wind- und Stromkarten den Eindruck, als ob in diesen Fällen
der Strom dem Winde über dessen augenblickliches Geltungsbereich hinaus
vorankommt.
November. Auf der großen Dampferstraße Aden-— Ceylon— Singapore
herrscht jetzt, abgesehen von einem kleinen, aber sehr beachtenswerten Reste der
Ostströmung in der Umgebung von Sokotra, die Trift des NO-Monsuns nach
Westen. Südlich von diesen Dampferwegen jedoch, in einem breiten Bande zwischen
rund 4° N-Br. und 6° $-Br., zieht die alte Ostströmung, die nunmehr wieder
als »Gegenströmung« bezeichnet werden kann, in vollständig ungeschwächter
Kraft; ja, gerade im November tritt diese große äquatoriale Gegenströmung auf
den Karten am allerdeutlichsten heraus. Besonders ihre durchweg großen Ge-
schwindigkeiten zwischen den Malediven und Chagos-Inseln sind auffällig. —
Nordwestlich von der NW-Küste Australiens beginnen nun auch die östlichen
Versetzungen, die wir schon vom Januar her kennen, sich wieder bemerkbar zu
machen. Das Kartenbild des
Dezembers endlich ist dem des Januars recht ähnlich; der Dezember
schließt den Kreis der in den Meeren der Erde einzig dastehenden großartigen
halbjährlichen Umsetzungen der Wassermassen des nördlichen Indischen Ozeans.
Ozeanographische Arbeiten der Deutschen Antarktischen Expedition.
(Die Eisfahrt.)
V_ Bericht von Dr. W. Brennecke,
(Hierzu Tafeln 3 und 4)
A. Reiseverlauf. Am 11. Dezember 1911 verließ die »Deutschland« den
Hafen Grytviken auf Süd-Georgien. Es war beschlossen worden, den Kurs von
3üd-Georgien sofort möglichst Süd zu setzen, um bei schwerem Eis Spielraum
nach Osten zu haben; auch schien uns der zentrale Weg die beste Angriffslinie
für die hohen südlichen Breiten, Am 12. Dezember vormittags passierten wir
die Clerk-Felsen und überschritten am 183. bei frischen südwestlichen Winden den
57. Grad S-Br. Schon am 14. Dezember früh um 3 Uhr wurde das erste Eis ge-
meldet: Leichtes, eckiges Scholleneis von einigen Metern Durchmesser, das leicht
vom Schiff bewältigt werden konnte. Hiermit begann unser Kampf mit dem
Eis, der erst nach 1’!/, Monaten in der Erreichung des Inlandeisrandes sein vor-