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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

Ann. d. Hydr. usw., XXXXTI. Jahrg. (19138), Heft III. 
© 
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Atlas der Meeresströmungen in dem Indischen Ozean. 
Auf Grund der Beobachtungen deutscher und holländischer Schiffe 
bearbeitet von der Deutschen Seewarte.‘) 
(Amtlich.) 
Der Plan zur Herausgabe des in 24 Tafeln soeben erschienenen Stromatlas 
für den Indischen Ozean wurde bereits im Herbst 1903 gefaßt. Daß mehr als 
neun Jahre zu. seiner Ausführung erforderlich waren, dafür sind verschiedene 
Umstände maßgebend gewesen; zeitweilig, z. B. 1905 bis 1908, mußten wegen 
drängender anderweitiger Aufgaben die Arbeiten an dem Stromatlas sehr ein- 
geschränkt werden... Wichtiger war der Wunsch, die beabsichtigte detaillierte 
kartographische Darstellung der Meeresströmungen des Indischen Ozeans auf 
tunlichst breiter Grundlage aufzubauen und alles nur irgendwie erreichbare 
Originalmaterial — nur solches ist verwertet — zu benutzen, 
Es sind daher sämtliche bis 1910 bei der Seewarte eingegangenen Strom- 
versetzungen, Soweit sie zuverlässig erschienen, aus den meteorologischen Schiffs- 
tagebüchern ausgezogen worden, Außerdem wurde auf Grund eines Vertrages, 
den die Seewarte mit dem Königl. Niederländischen Meteorologischen Institut im 
Januar 1904 abgeschlossen hatte, es ermöglicht, die Stromversetzungen der 
niederländischen Schiffe aus dem Bereiche des ganzen Indischen Ozeans ab- 
schriftlich zu erhalten, Es liegt somit ein Zusammenarbeiten der Institute 
dieser beiden Nationen auf den Gebieten der maritimen Meteorologie 
und der Ozeanographie vor, das nicht zum ersten Male wirksam ge- 
worden ist, Die Seewarte möchte nicht verfehlen, für die in dieser 
Angelegenheit bewiesene tatkräftige Förderung auch hier dem Königl. 
Niederländischen Meteorologischen Institut ihren aufrichtigen Dank 
auszusprechen. . 
Der veranlassenden Grundgedanken des Werkes waren hauptsächlich drei. 
Erstens hat ein Institut wie die Seewarte, nachdem durch mehrfache und ver- 
schiedenartig angelegte Veröffentlichungen die Winde des Meeres eine originale 
Darstellung erfahren haben, die Verpflichtung, auch dem für die wissenschaft- 
liche Erkenntnis und die praktische Schiffahrt gleichermaßen wichtigen Natur- 
phänomen der Meeresströmungen ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und es eben- 
falls zu eingehender Abbildung zu bringen. Zweitens sollte über die, wenn auch 
manchmal durchbrochene, doch bisher jedenfalls vorherrschende Methode, den 
Strom in einem einzelnen mehr oder weniger schematisch gehaltenen Übersichts- 
blatt darzustellen, hinausgegangen werden, und es sollten spezielle Monats- 
karten der Strömungen eines ganzen Weltmeeres ausgearbeitet werden. Daß in 
dieser Hinsicht aber der Indische Ozean der geeignetste sei, um die Änderungen 
der Stromverhältnisse von Monat zu Monat im einzelnen aufzuweisen, braucht im 
Hinblick auf die indischen Monsune und die daraus resultierenden Strömungen 
keiner weiteren Begründung. Drittens aber sollte die Art der Stromabbildung 
einen möglichst tief reichenden Blick in die ganze Struktur der indischen Wasser- 
bewegungen gestatten; deshalb sind jedem Monat zwei Kartenblätter gewidmet: 
das jeweils links befindliche Blatt bringt die sogenannten »Stromsterne« oder 
»Stromrosen«, die den allgemein eingeführten Windsternen oder Windrosen ent- 
sprechen, das rechts befindliche Blatt eine große Anzahl sorgfältig ausgewählter 
Einzelversetzungen, Daß das Material, in seiner Gesamtheit genommen, alle be- 
rechtigten Anforderungen an Zuverlässigkeit und Genauigkeit erfüllt, dafür bürgt 
die innere Übereinstimmung der Ergebnisse der Kartendarstellung. 
Es wurde erwogen, neben den Stromsternen und Einzelversetzungen auch 
die sogenannte »Stabilität« der Strömungen, wie sie in den neueren Veröffent- 
) Kommissionsverlay L., Friederichsen & Co. Preis / 15 
Ann. d. Hydr. usw. 1912. Heft 11T.
	        
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