Kleinere’ Mitteilungen,
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Dort nahmen wir zwei Norweger auf, die auf Schneeschuhen über Land
von der Advent-Bucht gekommen waren und dorthin zurück wollten, und nahmen
auch das Fangschiff »Fiskeren« ins Schlepptau, das Kohlenmangel hatte und
seinen Vorrat in der Advent-Bucht ergänzen wollte, Auf dem Eisfjord lag aber
vom Kohlenhafen an eine etwa 60 cm dicke Eisdecke, durch die wir nicht durch-
brechen konnten. Wir setzten deshalb die beiden Norweger auf das Eis ab,
brachten »Fiskeren« wieder nach der Eisgrenze am Grünen Hafen zurück und
dampften nach: der Kreuzbucht weiter.
Die Black-Huk von Prinz Karl Vorland passierten wir am 18, Juni in etwa
10 Sm Abstand, aber bei dichtem Nebel, wobei wir auch beim Nordwärtslaufen
kein Eis sahen. Nachdem wir um die Nordspitze von Prinz Karl Vorland herum
und auf die Kreuzbucht zu gefahren waren, drehten wir vor dieser bei, bis es
gegen 11» V aufklarte. Als wir dann weiter fuhren, fanden wir die Lille Huk-
und die Möller-Bucht bis auf !/„ Sm weit südlich von der König Haakon-Halb-
insel mit etwa 60 cm dickem Eise bedeckt, Es zeigten sich zwar schon viele
Wasserstellen und Seehundslöcher darin, gleichwohl konnte »Poseidon« aber nicht
durchbrechen,
Unsere Absicht, eine meteorologische Station im Signe-Hafen zu errichten,
mußte deshalb aufgegeben werden. Wir dampften nach dem Ebeltoft-Hafen zurück,
ankerten dort 300 m vom Lande und errichteten die Station am Ebeltoft-Hafen.
Während wir damit beschäftigt waren, kamen drei Norweger, die am Blumstrand-
Hafen überwintert hatten, längsseit und erzählten, die Kreuz-Bucht sei am 14, Juni
durch einen Sturm aufgebrochen worden, »Poseidon« sei das erste Schiff in
diesem Jahre, und der eine Mann, der fünf Winter dort zugebracht haben wollte,
meinte, das Eis in der Lille Huk- und in der Kings-Bucht würde nicht vor Mitte
Juli aufbrechen,
Als am 21. Juli das Stationshaus bewohnbar war, dampften wir weiter;
zunächst an Kap Guissez vorbei, wo die Küste mit Eis besetzt war, das sich im
Bogen nach einer Stelle, etwa 2 Sm westlich vom Kohlen-Hafen am Südufer der
Königs-Bucht hinüberzog. An der Quaden-Huk vorbei, wo eine gut erhaltene
Fanghütte stand, wurde dann die Fahrt nach dem Hamburger Hafen und nach
der Magdalenen-Bucht fortgesetzt. In dieser ankerten wir Östlich vom Adams-
Gletscher. Nachdem wir am 22. Juni in der Magdalenen - Bucht erst noch bis
zum Begräbnisplatze vorgedrungen waren, dampften wir bei klarem Wetter und
grober See nach der Roten-Bucht weiter. Diese Bucht war mit 60 bis 70 cm
dickem Eise bedeckt; dessen Grenze lag etwa !/, Sm innerhalb der Flat-Huk und
zog sich nach Kap Yermak hinüber. Vor der Bucht trieb das Fischerfahrzeug
»Aurora«; auf unsere Frage, ob wir sie melden sollten, gaben uns die Leute
keine Antwort. »Poseidon« dampfte nun nach dem Virgo-Hafen weiter, um dort
die Wellmann-Station zu besuchen. Wir stießen aber schon etwa 1 Sm vor dem
Hafen auf festes Eis und ankerten nördlich von Smerenberg, weil stürmischer
Südwind wehte und wir nicht dagegen andampfen wollten, da uns die Kohlen
knapp wurden.
Als es dann am 28. Juni abflaute, fuhren wir nach der Kreuz-Bucht zurück.
Kap Guissez war eisfrei; in der Königs-Bucht war das Eis aber unverändert,
Abends wurde vor Ebeltoft-Hafen geankert.
Auf der neuen meteorologischen Station dort war inzwischen alles in
Ordnung gebracht worden; wir fuhren deshalb am 24. Juni wieder ab, um zu-
nächst in der Advent-Bucht unsern Kohlenvorrat zu ergänzen, Die feste Eisdecke
im Eisfjord, an der ein Frachtdampfer lag, um den Winterfang abzuholen,
reichte aber noch 10 Sm weit westlich von der Advent-Bucht, und da vor Anfang
Juli nicht auf Aufbrechen des Eises gerechnet werden konnte, wurde beschlossen,
die Rückfahrt über die Bären-Insel anzutreten. ;
Am 25. Juni kamen wir dadurch, daß wir zu früh südlich steuerten, bei
starkem Nebel in dicht zusammengeschobene Eisfelder. Es gelang aber nach
etwa einer Stunde, das Schiff zu drehen und nach Norden frei zu kommen,
Darauf wurde nach Westen gesteuert, und als es nachmittag aufklarte, konnten
wir an der Eisgrenze entlang südwärts steuern, Diese westliche Eisgrenze hatte