accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 41 (1913)

16 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1913, 
Kleinere Mitteilungen. 
|. Tuxpam (Mexiko). Bericht von Kapt. P. Hochfeldt, D. »Adorna«, 
Um den Riffen an der Küste nördlich von Tuxpam (20° 59’ N-Br.) aus dem 
Wege zu gehen, hatte ich im letzten Etmal bei leichtem ostsüdöstlichen Winde 
und ruhiger See den Kurs auf einen Punkt 6 Sm südlich von Tuxpam gesetzt. 
Am Morgen, als wir Land anlaufen wollten, war der ganze Horizont voll Gewitter, 
und über Land lagen dicke Wolken, so daß nichts in Sicht kam und ich, nach- 
dem wir uns dicht unter Land gelotet hatten, mich veranlaßt sah, gegen 9b V 
in 8 Faden (14.6 m) Wasser zu ankern. Als es gegen 11% sichtig wurde, fanden 
wir uns nach Peilungen 11 Sm nördlich von Tuxpam, wir waren also trotz des 
ruhigen Wetters 17 Sm nördlich versetzt. 
Wir steuerten nun südlich und bekamen zuerst die Riffe, um die wir 
herumfuhren, in Sicht, und danach die Ölbehälter von Tuxpam. Den Leuchtturm 
oder eigentlich das Gerüst konnten wir aber aus 6 Sm Entfernung noch nicht 
ausmachen; es soll weiß sein, hat aber lange keinen Anstrich bekommen und 
steht vor einer Palmengruppe, von der es sich schlecht abhebt. 
Nach Passieren der Riffe hat man schönes freies Fahrwasser und kann 
sich dem Lande ohne Gefahr auf 2 bis 3 Sm nähern, um dwars ab von den 
Öltanks in 7 bis 8 Faden (12.8 bis 14.6 m) Wasser zu ankern. 
Ehe der Gesundheitsbeamte und die Zollbeamten an Bord gewesen sind, 
darf man nicht mit dem Lande verkehren. Die Zollbeamten waren sehr entgegen- 
kommend und überholten nichts. 
Da schon Norder erwartet wurden -— der Bericht ist vom 21. September —, 
wurde der Kopf des Schiffes nach Nord gelegt und so mit beiden Ankern und 
je 60 Faden (110 m) Kette vermurt. Dann wurde mit Maschinenmanövern mit 
dem Achterende nach den Tonnen gedreht und auf diesen mit neunzölligen 
Trossen vertäut. Zum Herumschleppen soll ein starker Schleppdampfer hierher- 
kommen, 
Vom Lande her, 1!/, Sm weit in See bis zu den Tonnen, wo man vertäut, 
liegt eine sechszöllige Rohrleitung, an die ein 135’ (41 m) langer, sechszölliger 
Schlauch geschraubt ist. Dessen Ende ist mit einer Tonne versehen, die man 
an Bord nimmt. Dann hievt man den Schlauch auf und legt ihn etwa mittschiffs 
in eine Tankluke, um von hier aus das ganze Schiff zu beladen, Es ist auch 
noch eine zweite Rohrleitung für kleinere Schiffe mit weniger Tiefgang vorhanden. 
Die Art des Vertäuens und Ladens ist bei gutem Wetter sehr praktisch; 
statt der sechszölligen sollte es aber eine zehnzöllige Leitung sein, da das Ol 
sehr dick ist. Ferner sollte man mit dem Lande durch Funkspruch in Verbindung 
treten können, da die Verständigung durch Signalflaggen mangelhaft wird, wenn 
sie bei Windstille nicht auswehen oder überhaupt nicht zu sehen sind. 
2. Tampico, Barre und Hafen. Bericht von Kapt. Rantzau, D. »Kron- 
prinzessin Cecilie«, . 
Über die Barre gingen wir einkommend mit 21’ 8” (6.60 m) Tiefgang bei 
mittlerem Wasserstande, ausgehend bei Hochwasser mit 22’0” (6.71 m) ohne Grund 
zu berühren. Die Einfahrt zwischen den Wellenbrechern oder Leitdimmen hat 
sich aber geändert. Durch schweren Seegang in den ersten Oktobertagen (1912) 
sind vom nördlichen Wellenbrecher Steine herunter und in das Fahrwasser ge- 
schlagen. Dessen Nordseite ist dadurch auf etwa 300m Länge gefährlich 
geworden und man muß schon von See aus auf die Mitte der Fahrrinne zwischen 
den beiden Wellenbrechern zu halten, 
Weiter drinnen, aber immer noch zwischen den beiden Leitdämmen oder 
Wellenbrechern, ist unterhalb des La Barra-Leuchtturmes in den nördlichen Leit- 
damm eine Bresche gerissen und durch diese so viel Dünensand in das Fahr- 
wasser gedrungen, daß dort nach Aussage der Lotsen nur 17’ (5.18 m) Wasser 
vorhanden sein soll. Auch unterhalb des Ortes Dona Cecilia muß man bei mehr 
als 20’ (6.10 m) Tiefgang vorsichtig sein, 
Am ‘Anlegeplatze hatten wir bei Hochwasser mit 22’ (6.71 m) Tiefgang 
nicht genügend Wasser unter dem Kiel; das Schiff berührte mitten im Flusse 
beständig den Grund und ließ sich nur mit vieler Mühe drehen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.