Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1913.
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— wie leicht wird aber das Aufziehen vergessen, insbesondere, wenn die Uhr
außer Gebrauch ist — oder die Uhr ist von Fall zu Fall nach der errechneten
Sternzeit einzustellen, eine Rechenoperation, die von einem astronomisch un-
geschulten Ballonfahrer nicht ohne weiteres verlangt werden kann,
[n Orten, wo sich eine öffentliche Sternwarte befindet, wird man wohl
meist Sternzeitangaben erhalten können, sie sind aber ebenfalls erst wieder
durch Umrechnung auf mitteleuropäische Sternzeit, wie sie z. B. bei der graphi-
schen Auswertung astronomischer Positionsbestimmungen nach der Standlinien-
methode, beispielsweise bei dem vielbenützten Instrument von Dr. Brill und bei
anderen benötigt wird, zu rektifizieren.
Durch den Zeittransformator werden alle diese Umständlichkeiten ver-
mieden; er gibt für jede beliebige Stunde sufort ohne Rechnung die zugehörende
mittlere Sternzeit,
Wie aus der Abbildung ersichtlich, besteht dieses Instrument aus einer
Dose mit zwei Zifferblättern, deren Zeiger durch Drehen eines Zahnkreises
(Dreispeichenrad) zwangläufig bewegt wer-
den, Das linke Zifferblatt entspricht ganz
dem einer gewöhnlichen Taschenuhr, während
das rechte eine Sternzeituhr darstellt. Das
Räderwerk in der Dose ist so berechnet, daß
bei einer Umdrehung des Kreises um 360°
die Zeiger der Ortszeituhr zweimal 12 Stunden
durcheilen, während sich die Zeiger der Stern-
zeituhr um einmal 24 Stunden + 3min 56 sek
bewegen. Die Zeiger beider Uhren können
von der Rückseite aus mittels rändrierter
Knöpfchen bequem eingestellt werden; für
besonders feine Einstellungen befindet sich
an der rechten Seite der Dose noch ein
Schneckentrieb, der ein- und ausklappbar
eingerichtet ist.
Für die Einstellung wird dem Instrument
eine Tabelle beigegeben, aus welcher die zum
mittleren Mittag gehörende Sternzeit ent-
nommen werden kann,
Will man nun beispielsweise wissen, welche Sternzeit es momentan ist,
und mag die Taschenuhr in mitteleuropäischer Zeit 3b nachmittags anzeigen, so
stellt man die Zeiger der Ortszeituhr auf 12b, diejenigen der Sternzeituhr auf
den aus der Tabelle zu entnehmenden Wert, das würde z. B. am 1. Januar 1913
18h 41min 57sek sein, und dreht nun den Kreis solange, bis die. Ortszeituhr mit
den Angaben der Taschenuhr übereinstimmt (also 3*); die Sternzeituhr zeigt
dann ohne jede Rechnung die der mitteleuropäischen Zeit 3 Uhr entsprechende
mitteleuropäische Sternzeit, und zwar gilt die einmalige Einstellung des In-
strumentes für den ganzen Tag oder für längere Zeit, wenn das Instrument
dauernd benützt wird,
Für die Besitzer astronomischer Fernrohre, die für ihre Beobachtungen
Sternzeit benötigen, ist die Handhabung des Instrumentes ebenso einfach.
Man bestimmt zunächst mit diesem Instrument ein für allemal die Stern-
zeitdifferenz zwischen der Sternzeit im mittleren Mittag des Beobachtungsortes
und des 15. Meridians O-Lg. n. Gr. (Die Tabelle ist für diesen und für den
Berliner Meridian berechnet.) Für diesen Zweck trägt die Vorderseite des
Kreises eine grobe Teilung von 5° zu 5°, Die feine Unterteilung kann auf der
Vorderseite der Dose in einem Fenster zwischen den beiden Zifferblättern bis
auf eine Bogenminute abgelesen werden.
Die Einstellung ist sonst die gleiche, wie oben beschrieben. Zu dem er-
haltenen Resultat hat man dann nur die gefundene Zeitdifferenz, die für ein
und denselben Beobachtungsort immer gleich ist, mit dem Vorzeichen zu addieren,
das sie für den betreffenden Ort hat.