Maurer, H.: Beseitigung starker Krängungsdeviationen.
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In der folgenden Tabelle ist dieses Verhältnis sowohl angenähert wie nach
der genauen Formel für einige Beispiele angegeben, wobei h, a, 1 in Dezimetern
gedacht sind:
10
0
9
R
1
1
(genähert)
5
. (g
en
a
u)
x 2,14 2.20
1 1.87 1.91
1 1.69 1.73
1 1.71 1.76
Man kann also mit demselben Krängungsmagneten etwa die doppelte kom-
pensierende Wirkung ‚leicht erreichen, wenn man ihn nur als Krängungspendel
aufhängt. In den letzten beiden Fällen (a = ]) ist der Krängungsmagnet um
seinen oberen Pol drehbar. Praktisch wird sich die Aufhängung des Magneten
vertikal über dem Kompaß in Räumen unter Deck meist leicht durchführen
lassen; es empfiehlt sich dabei, das Krängungspendel mit einer ausreichend
weiten Schutzhülle zu umgeben, damit nicht von außen an den Magneten an-
gestoßen werden kann, wodurch Rosenunruhe entstehen könnte.
Bei Oberdeckskompassen stößt die Ausführung bei solchen in Steuer-
häusern auf keine Schwierigkeiten. Bei freistehenden Kompassen würde der
Nachteil entstehen, daß zur Anbringung des Krängungsmagneten ein besonderer
Träger nach oben geführt werden müßte, Auf das Peilen an sich braucht die
Einrichtung nicht störend zu wirken, da man ohnedies hoch über den Peil-
einrichtungen bleiben muß. Selbstverständlich wäre es auch möglich, den
Krängungsmagneten unter dem Kompaß so anzubringen, daß er um einen unter
seinem oberen Pol gelegenen Punkt drehbar sich stets vertikal einstellt, Man
müßte dann nur die Kompensationsmagnete für halbkreisförmige Deviation
seitlich von der Vertikallinie durch die Kompaßmitte anbringen.
Um einen Anhalt zu geben, welche Fehler dadurch entstehen, daß cos i = 1
angenommen worden ist, seien für das letzte Beispiel h = 8, a =1= 1 die Werte
von Ze in ihrer Abhängigkeit vom Neigungswinkel i selbst nach genauer- Be-
rechnung angegeben. Man findet für:
R
FF,
0° 1.761
50 1.746
10° 1.701
159 | 1,628
30° 1533
Wäre also die Kompensation bei 10° Krängung praktisch nach der neuen
Methode durchgeführt worden, so wäre die kompensierende Wirkung bei sehr
kleinen Krängungswinkeln um 3.59%, stärker, bei 15° Krängung um 4.3%, und
bei 20° Krängung um 9,9%, schwächer, als wenn man nach dem gewöhnlichen
Verfahren mit einem 1.7mal so starken Krängungsmagneten kompensiert hätte.
Die Übereinstimmung der Wirklichkeit mit der vorstehend gegebenen
Theorie wurde durch folgenden einfachen Versuch an Land geprüft: Auf einem
normalen Kompaßhause wurde in der Ostwestebene der Rose eine vertikale Tafel
aufgerichtet, auf der durch die Magnetmitte der Rose gehende Geraden unter
5°, 10°, 15° und 20° Neigung gegen die Vertikale eingezeichnet waren. Dann
wurden Magnete mit ihrem OÖberende in gemessenen Entfernungen h auf diesen
Geraden angelegt, einmal in Richtung der Geraden, das andere Mal vertikal und
jedesmal die entstehenden Rosenablenkungen ö, und 6 gemessen.
Beim ersten Versuch mit einem 255 mm langen Magneten, dessen Oberende
680 mm von der Rosenmitte lag, wurde gefunden: (h — 680, a — 127,5)