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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1912, 
Februar 1902. Im südlichen Sommermonat Februar ist der gesamte Atlan- 
tische Ozean ungewöhnlich warm. Von dem Kältezentrum des Mischungs- 
gebietes ist nur noch ein kleiner Rest von bedeutend geringerer Abweichung 
übrig geblieben. 
Dieselbe auffällige Wärme ergibt sich für den westlichen Indischen Ozean, 
während dort inzwischen der mittlere Teil streckenweise zu kalt geworden, der 
Osten dagegen einigermaßen normal geblieben ist. 
Mai 1902. Ein Vierteljahr später haben sich die Verhältnisse im Atlan- 
tischen Ozean bereits sehr verändert. Das beträchtlich warme Gebiet hat sich 
bedeutend vermindert und ist hart an die Küste gedrängt worden. Fast alle 
Isothermen haben zwischen dem 30. und 50. Meridian vollkommen normalen 
Verlauf oder zeigen nur geringe Verschiebungen. Aber der Kap Hornstrom ist 
zu kalt, so daß sich vom Westen her eine starke Abkühlung der Meeresober- 
fläche vorzubereiten scheint. 
Im Indischen Ozean hat gleichfalls die erhöhte Temperatur des westlichen 
Teiles nachgelassen, so daß die Isothermen dort fast überall normal verlaufen, 
August 1902. In diesem Monat ist die Abkühlung im Atlantischen Ozean 
schon weit fortgeschritten. Von dem besonders warmen Gebiete sind nur noch 
kleine Teile in der Nähe der Küste zu finden. Die übrigen positiven Ab- 
weichungen sind überall nur sehr gering. Im Mischungsgebiete breitet sich ein 
Kältezentrum aus, in dem die Temperatur über 2° zu niedrig ist. Der ganze 
Westen ist zu kalt. 
Im Indischen Ozean ist ebenfalls das westliche Drittel bereits viel zu kalt 
geworden, auch der mittlere Teil ist zu kalt, während die Temperaturen im 
Osten normal sind. 
November 1902. Der Frühlingsmonat zeigt ungewöhnlich kalte Meeres- 
temperaturen, Fast der ganze südliche Atlantische Ozean erweist sich, soweit 
Beobachtungen vorliegen, als zu kalt. Das warme Wasser im Mischungsgebiete 
ist nur noch an der Küste als ein schmaler Streifen von normaler Temperatur 
zu erkennen, und Östlich des 40. Meridians zeigen sich in niederen Breiten ge- 
ringe positive Abweichungen. Im Kältezentrum ist in ausgedehnter Fläche die 
Temperatur bis über 4° zu niedrig geworden. 
Auch Lütgens stellt fest, daß der westliche Teil seines Gebietes ganz 
abnorm kalt und das mittlere Gebiet ebenfalls beträchtlich zu kalt ist, während 
der Osten nach wie vor normale Verhältnisse aufweist, 
Februar 1903. Die Isametralenkarte auf Tafel 5 1äßt deutlich erkennen, wie 
in unserem Gebiete von Westen her eine Erwärmung der zu kalten Gebiete ein- 
gesetzt hat. Der ganze Westen ist zu warm, und auch die Kältezunge in diesem 
westlichen Teile ist als normales Gebiet anzusehen, denn die 16°-, wie auch die 
12° und die 10°-Isotherme deckt sich darin vollkommen mit der normalen Lage. 
Das Kältezentrum des Mischungsgebietes ist bereits durch den zu warmen Falk- 
landstrom gespalten, und bei der Mündung des La Plata ist stellenweise das 
Wasser um mehr als 2° zu warm geworden, 
Im Indischen Ozean ist der westliche Teil noch zu kalt, wenngleich dort 
auch bereits geringe positive Abweichungen vorhanden sind, Die kälteren Ge- 
biete sind im Indischen Ozean weiter nach Osten gerückt. 
Mai 1908. Im Mai 1903 sind die Reste des Kältezentrums noch an der 
Küste bemerkbar; ein schmaler Streifen ist über 2° zu kalt. Dagegen befindet 
sich jetzt im Mischungsgebiet eine weit nach Süden ragende, schmale Wärme- 
zunge, in der teilweise eine Anomalie von mehr als + 2° auftritt. Aber gleich- 
wohl ist der Brasilstrom durchweg zu kalt. Die positiven Abweichungen sind 
im übrigen, wie die Isothermen zeigen, überall gering, nur im Westen unseres 
Gebietes beträchtlicher. 
Im Indischen Ozean ist der Westen zu kalt, während der Ozean sonst 
ziemlich normale Meerestemperaturen aufweist.
	        
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