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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1912,
wogegen sie an der Ostseeküste nahezu normal genannt werden können. Die
vorherrschende Richtung des Windes war die südwestliche. Stürme traten am
1., vom 4. bis 7., am 16.,, 21. und 26. auf, an letzterem Tage wehten sie aus
östlichen Richtungen, sonst fast ausschließlich aus Südwest, Gewitter wurden
am 3., 6. und 7., und zwar nur an der Nordseeküste, beobachtet. Heitere Tage
in größerer Verbreitung waren nicht zu verzeichnen. Etwas häufiger stellte
sich Nebel ein, nämlich am 2., 10., 11., 13., 14., 22., besonders aber am 29. und
30.,, wo fast die ganze Küste Nebel hatte.
Was die Wetterlage betrifft, so kann man zunächst die Tage vom 1, bis
8. zusammenfassen, wo hoher Luftdruck über dem Kontinent bzw, Südwesteuropa lag,
und Depressionen über dem nördlichen Europa ostwärts zogen, Dem Teilminimum,
das am 1. dem deutschen Küstengebiet vielfach stürmische westliche Winde ge-
bracht hatte, folgte ein sehr tiefes Minimum nach, das am 4. mit einem Kern
von 710 mm Tiefe bei den Faröer erschien und schon an diesem Tage vielfach
stürmische südwestliche Winde hervorrief, Bei seinem weiteren Vordringen ent-
wickelte sich am 5. bei gleichzeitig starker Temperaturzunahme ein schwerer
Südweststurm, der das ganze Küstengebiet in Mitleidenschaft zog und auch noch
am 6. mit unverminderter Stärke bestehen blieb, wobei stellenweise Gewitter
beobachtet wurden. In der Nacht vom 5. zum 6. trat in der Deutschen Bucht,
wo der Sturm in den Böen vielfach orkanartigen Charakter annahm, ein schwere
Sturmflut auf, die vielfach zu Dammbrüchen, Beschädigungen von Gebäuden und
starkem Verlust an den Viehbeständen führte. Am 7., wo ebenfalls Gewitter ein-
traten, ließen die stürmischen Winde etwas nach, wehten aber noch am 8., wo
das stark verflachte Minimum über dem Weißen Meere lag, stellenweise mit
Stärke 7 nach der Beaufortskala an der ostpreußischen Küste,
An diesem Tage hatte sich bereits ein neues, aber flaches Minimum nördlich
von Schottland eingestellt, das indessen für die Küste ohne erheblichen Einfluß
blieb. Es bewegte sich über die Britischen Inseln nach dem Kanal und bewirkte
ein Drehen der Winde nach Südost, so daß mit diesen inlandigen Winden kälteres
Wetter eintrat. Es lag am 11. als Teilminimum über dem Süden der Nordsee, während
eine neue Depression heranzog, und nun folgten bis zum 21, ununterbrochen Tief-
druckgebiete einander nach, die mit wenigen Ausnahmen ziemlich mildes und
regnerisches Wetter mit sich brachten. Hervorzuheben ist während dieser Periode
nur der 16, wo ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien einem Hochdruckgebiet
über Südwesteuropa gegenüberlag und fast an der ganzen Küste steife und
stürmische südwestliche Winde zur Entwicklung brachte. Auch am 21. frischten
die Winde auf der Rückseite einer Depression an vereinzelten Stellen der Küste
stark auf. .
Am 22, vollzog sich ein Übergang zu einer antizyklonalen Wetterlage; ein
Hochdruckgebiet war über Nordwesteuropa erschienen und wanderte, allmählich
stark an Höhe zunehmend, nach Osteuropa; noch am letzten Monatstage lag es
mit seinem Kern über Rußland. Mit Winden aus östlichen Richtungen hatte
während dieser Zeit die deutsche Küste ziemlich kaltes Wetter mit nur geringen
Niederschlägen. Am 26. und 27. frischten die östlichen Winde stellenweise stark
auf, an der mittleren Ostseeküste vereinzelt sogar bis Stärke 8, Vom 26. ab
hatte die östliche Ostseeküste leichten Frost.
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