684 Annalen der Hyrdrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1912.
KRoss-Kriek-Barre und halte dann die Mitte des Fahrwassers. Der Ross-Kriek
soll bis zur Stadt hinauf auf 3.7 m (12) bei Niedrigwasser vertieft werden. Da
die Wassertiefen im Hafen und längsseit der Hafendiämme häufigen Änderungen
unterworfen sind, so soll man die Einsteuerung nicht ohne Lotsen unternehmen.
Hafenanlagen. Von Magazine-Eiland aus erstreckt sich ein etwa 6!/, Kblg
langer steinerner Hafendamm in nördlicher Richtung in die Bucht hinaus; sein
äußeres Ende biegt etwas nach Nordwesten. Ein zweiter steinerner Hafendamm
läufß vom Festlande aus an der Westseite des Ross-Krieks 9 Kblg weit in nord-
nordöstlicher Richtung. Eben innerhalb der Einfahrt zwischen den beiden Hafen-
dämmen befindet sich ein Becken zum Herumdrehen, das bei 152 m Breite auf
ungefähr 5.2 m (17’) bei Niedrigwasser ausgebaggert ist. Die Landungsanlagen
am östlichen Hafendamm sind 594 m lang; Schiffe mit 6.7 bis 7.3 m (22’ bis 24’)
Tiefgang können bei jedem Stand der Tide dort längsseit liegen. (Nach
amerikanischen Quellen ist im Hafen nur wenig Raum zum Drehen, auch soll
die Wassertiefe längsseit der Landungsanlagen nur 6.1 m [20’] betragen.) Am
westlichen Hafendamm ist eine 30.5 m (100’) lange Landungsanlage mit 6.1 m (20)
Wasser längsseit; ein 30.5 m breiter Kanal mit 3.7 m (12?) geringster Wassertiefe
bei mittlerem Springniedrigwasser führt zu dieser Anlage. Im Ross-Kriek sind
die hauptsächlichsten Ladebrücken an dem geraden Flußufer eben innerhalb
der Einfahrt zum Kriek. Es sind 4 Ladebrücken in Privatbesitz, die bei Hoch-
wasser durchschnittlich 4.6 m (15’) Wasser längsseit haben; die geringste Wasser-
tiefe bei Niedrigwasser beträgt 3.7 m (12’), 1.9 m (6!/,), 1.1 m (31%4’) und 1.4 m
(4'/,’). Die Landungsanlagen auf den Hafendämmen sind mit Bahngleisen ver-
schen. Ein Dampfkran von 20t Hebekraft ist vorhanden.
Löschen und Laden geschieht mit Schiffsgeschirr an den Landungs-
anlagen (Hafendämmen) in oder aus Eisenbahnwagen. Es können von einem
Dampfer im Tage 100 bis 120 t mit jeder Winde gelöscht werden.
Eine Aufschlepphelling von 183 m Gesamtlänge, 43 m Schlittenlänge und
850 t Tragkraft ist an der Südseite des Ross-Krieks errichtet. Der Schlitten
kann aber auf jede gewünschte Länge gebracht werden. Nach anderen Quellen
hat die Helling 38.4 m Schlittenlänge und 650 t Hebekraft. Die Wassertiefe
beträgt vorn 1.8 m, hinten 3.6 m. Reparaturen jeder Art an Schiff und
Maschine können ausgeführt werden, nach amerikanischen Quellen jedoch nur
kleinere Reparaturen.
Hafenunkosten. Kaigebühren an den städtischen oder den privaten
Landungsanlagen betragen für den Tag oder einen Teil davon !/,d p R-T, Als
Mindestbetrag wird von Schiffen über 200 R-T, Größe 1 £ für den Tag verlangt.
Schiffe von 200 R-T. Größe und darunter bezahlen 10 sh für den Tag oder einen
Teil davon. Einklarieren kostet 2£ 2 sh, Ausklarieren ebensoviel.
Die Stadt Townsville ist an den Abhängen des Castle Hill und an beiden
Seiten des Ross-Krieks erbaut. Sie nimmt stetig an Größe und Bedeutung zu,
da ihr Hafen den Verkehr für sehr große Bezirke der Umgebung vermittelt,
Die Stadt zählt etwa 15500 Einwohner, Ein Krankenhaus ist am Orte.
Handelsverkehr. Im Jahre 1905 betrug der Wert der Einfuhr 671853 £,
der der Ausfuhr 1838055 £. Ausgeführt wird hauptsächlich: Wolle, Zucker,
Gold, gefrorenes und Büchsen-Fleisch, Talg, Häute, Perlmutterschalen, Gold- und
Kupfererz, Bananen, Lebensmittel.
Dampferlinien. Deutsche, Die Dampfer der Deutsch-Australischen Dampf-
schiffsgesellschaft laufen den Hafen an, die Dampfer des Norddeutschen Lloyd
kommen gelegentlich hin. Fremde. Vierzehntägige Verbindung besteht mit
Europa und China. Reger Küstenverkehr wird unterhalten. Bahnverbindung
ist vorhanden. Der Ort ist an das australische Telegraphennetz angeschlossen.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen. Die Adelaide Steamship Company hat
vor der Südwestseite der Magnetic-Insel zwei Hulks liegen, die gewöhnlich 500 bis
1000 t Bunkerkohlen an Bord haben. Schiffe können hiervon Kohlen zum Preise
von 25 bis 29sh p t bekommen, Schiffsausrüstung jeglicher Art ist zu
kaufen. Gutes Trinkwasser kann man an den Landungsanlagen, 1000 Gallonen
für 4 sh, bekommen. Ballast. Sandballast ist zum Preise von 8 sh p t zu er-
halten. Er wird von der Magnetie-Insel mit Leichtern längsseit gebracht.