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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Keller, H.: Die hydrographischen Verhältnisse der Nordsee usw... 677 
SW-Küste angetroffen werden. Es sei hier. bemerkt, daß das Jahresmittel der Ober- 
flächen-Temperatur aus’ den Monaten Februar, Mai, August und November etwas 
kleiner ist als das wahre Jahresmittel (festgestellt aus den Temperaturverhält- 
nissen der Wasseroberfläche bei Helgoland nach Reichard).. 
Mit Ausnahme von D. N.1 und D. N. 12 erfolgt nach der Tiefe zu eine 
schnellere Abnahme in diesem östlichen, eine langsamere im zentralen Teile, so 
daß im allgemeinen das Wasser der oberen Schichten hier höher temperiert 
bleibt als dort.. Dabei zeigen die Isothermen des Nordseegebietes von der Dogger- 
bank bis zur Großen Fischerbank mehr. oder weniger die Tendenz, sich dem 
Bodenrelief anzuschmiegen. Östlich der Großen Fischerbank treten sie im Profil S II 
wieder auseinander, während der kalte Wasserhügel des mittleren Skagerrak mit 
einem ausgesprochenen Temperaturminimum sie hier zusammendrängt, 
Trotz der höheren Temperaturwerte der zentralen Nordsee in den mitt- 
Jeren Schichten sind sie am Boden geringer als in den gleichen Tiefen des 
östlichen Gebietes. Hier gehören die Maxima ‚von 100 m ab der Station D, N. 7, 
die Minima von 150 m ab der Station D. N. 9 an. 
Townsville. 
(Amtlich.) 
Quellen: »Ann, d. Hydr. usw.« 1888, 1900, 1902, 1908; englisches Shb. »Australia Directory, Vol. II«, 
1907; »Dues and Charges on Shipping throughout the world«, 1912; Hydrographic Bulletin 1116/1911, 
Washington; Küstenansichten von Kapt. C. Madsen, D. »Solingen«. . Brit. Adm-Krt, Nr. 2763 und 
2764, Coral Sea and Great Barrier Reefs, Sheet I und II; Nr. 2349, Magnetic Island to Double Point; 
Nr. 348, Whitesunday Island to Magnetic Island; Nr. 1102, Cleveland Bay. 
(Hierzu Tafel 39.) 
Townsville liegt an beiden Seiten. des Ross-Krieks, der als Arm des gleich- 
namigen Flusses in die Südwestecke der Cleveland-Bucht mündet, . Diese ist 
zwischen Kap Cleveland im Osten und Kap Pallarenda im Westen 131, Sm 
breit und 7 Sm tief. Der Hafen vor der Stadt wird durch zwei lange steinerne 
Hafendämme geschützt, die von der Mündung des Krieks in die Bucht hinaus 
gebaut worden sind. Als Einfahrt zum Hafen dient ein 76 m breites und bei 
mittlerem Springniedrigwasser 5.2 m (17) tiefes Fahrwasser. Kleinere Schiffe 
können auch bis zur Stadt gelangen und dort anlegen. Die geographische Lage 
des Leuchtfeuers auf dem Kopfe des östlichen Hafendammes .ist 19° 15’ S-Br. und 
146° 50’ O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1912 beträgt 6.5° O, die jährliche 
Änderung ist gering. . 
Landmarken. Für vom Norden kommende Schiffe kommen zunächst die 
Palm-Inseln als Landmarken in Betracht. Ihre Beschreibung, sowie die der 
Inseln Fly und Havannah und der Küste des Festlandes von der südlichen Ein- 
fahrt zur Hinchinbrook-Durchfahrt : bis zum Eleanor-Kriek findet man unter 
Port Hinchinbrook. Die Küste vom Eleanor-Kriek bis zum Kap Pallarenda an 
der Westseite der Cleveland-Bucht ist im allgemeinen sandig, teilweise auch 
sumpfig und mit Gras und Gummibäumen bestanden. Landeinwärts erheben 
sich in dem nach Nordwesten ziehenden Paluma- Höhenrücken Berge bis zu 
1063 m Höhe. Eine gute Landmarke bildet der 402 m hohe Notch Peak, der 
am südöstlichen Ende dieses Höhenrückens und etwa 15 Sm westlich von Towns- 
ville liegt, Kap Pallarenda ist der Östliche Ausläufer einer für sich allein 
liegenden Hügelkette, die sich in westlicher Richtung 3'/, Sm weit ausdehnt. 
Ihre höchste Erhebung ‚ist der 220 m hohe Berg Marlow. Zwischen dieser 
Hügelkette und dem Paluma-Höhenrücken liegt eine Ebene, auf der sich einige 
spitze Hügel erheben. 
Weitere Landmarken bilden dann die Inseln vor der Küste. Acheron- 
Eiland, das etwa 12 Sm südlich von der Great Palm-Insel liegt, ist in West- 
Richtung 3/, Sm lang. Es trägt an beiden Enden je einen mit Gras bestandenen 
Hügel von 56 und 48 m Höhe; zwischen diesen Hügeln liegt niedriges Land, 
auf dem sich ein kleiner Hügel erhebt. Etwa 3!/, Sm ostsüdöstlich von ihr ragt 
die steile Cordelia-Klippe 24 m aus dem Wasser empor; eine einzelne 5.5 m hohe
	        
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