Keller, H.: Die hydrographischen Verhältnisse der Nordsee usw. 673
In den obersten Schichten fast aller Stationen fallen die Minima
der Schwankungen und Mittelwerte in dieselbe Jahreszeit, nämlich
in den Februar.‘ Für das südliche Nordseegebiet bis nach D. N. 3 hin gilt
dasselbe auch in den tieferen Schichten. Die kleinsten Schwankungen der Tiefen
des nördlichen Plateaus von D. N. 4 bis D. N. 6 liegen ebenfalls im Februar, die
kleinsten Mittelwerte im Mai. Nördlich der jütischen Küste ist es umgekehrt,
im Bereiche der Stationen über der Norwegischen Rinne sind
bei D.N. 7 und D. N. 9 mit Ausnahme der Tiefen 50 und 75 m bzw. 10 und 20 m
die Minima überall im Februar anzutreffen; bei D. N. 8 und D. N. 10 ist die
Verschiebung derselben. zwischen den einzelnen Jahreszeiten sehr mannigfaltig.
Für keine Station besteht eine ähnliche Gesetzmäßigkeit zwischenden
Schwankungen und Mittelwerten wie in dem übrigen Nordseegebiet.
Was das Verhältnis zwischen den größten Schwankungen und größten
Mittelwerten der Temperatur angeht, so ersehen wir auch hier, daß im
allgemeinen beide in der Oberschicht dem August angehören (s. Fig. 50).
Darunter liegen durch eine Reihe von Tiefen hindurch, auf den Plateaus
und auch an einigen Stationen östlich der Großen Fischerbank sogar bis zum
Boden, die größten Schwankungen und Mittelwerte im November.
Ferner reichen die unteren Niveaus der größten und kleinsten
Temperaturschwankungen im August und Februar tiefer hinab als die-
jenigen der Maxima und Minima der Mittelwerte in denselben Jahreszeiten.
IV. Vergleich der Differenzen von Salzgehalt und Temperatur zwischen
Februar und August, Mai und November mit der Jahresschwankung.
Um einen Überblick zu erhalten über die Differenzen der beiden Elemente
zwischen zwei nicht aufeinander folgenden Monaten und diese untereinander und
mit den Unterschieden zwischen den größten und kleinsten Jahreswerten ver-
zleichen zu können, wurden für jede Station und Tiefe aus den mittleren Salz-
gehalts- und Temperaturwerten die Differenzen zwischen Februar und August,
Mai und November und zwischen dem größten und kleinsten Werte aller vier
Jahreszeiten berechnet.
1. Beziehungen für den Salzgehalt,
(Vgl. Tabelle XT, S. 674.)
Vergleichen wir die Differenzen der beiden Monatsgruppen miteinander
und mit denen des Jahres (s. Taf, 38), so erkennen wir aus den Diagrammen, daß
sie auf den beiden Plateaus in allen Tiefen im Verhältnis zu denen im
östlichen Gebiete nur wenig differieren, und daß die jährlichen
Schwankungen im allgemeinen größer sind als diejenigen zwischen
Februar und August oder Mai und November. Nur in der Deutschen
Bucht fallen die jährlichen Schwankungen in allen Tiefen mit denjenigen zwischen
Februar und August zusammen.
Mit der Großen Fischerbank beginnt der Aufstieg aller drei Linienzüge
zum Skagerrak hin, am stärksten desjenigen der Jahresschwankungen, die von
D. N. 4 bis 7 und von D. N. 11 bis 12 mit denjenigen zwischen Februar und August
korrespondieren, bei D. N. 8 bis 10 aber bedeutend größer sind. Die Schwan-
kungen zwischen Mai und November sind mit Ausnahme von D. N. 9 und D. N. 10
an der Oberfläche ganz ungleich geringer.
In 20 nn sind die Differenzen zwischen den drei fraglichen Werten schon
wesentlich kleiner geworden. Bei D. N. 9 sind sie noch am größten im Jahre,
etwas weniger groß zwischen Mai und November und am kleinsten zwischen
Februar und August. Sonst sind im allgemeinen die Unterschiede zwischen
Mai und November, wie an der Oberfläche, die kleinsten, Die Jahresdifferenzen
decken sich an einigen Stationen mit denjenigen von Februar—August, an keiner
mit denen von Mai—November. .
. In 40 m ist die Gleichmäßigkeit ganz auffallend. In keiner Monatsgruppe
und auch nicht im Jahre erheben sie sich über den Wert 0.55 °/,0; im Gegensatz
Ann. d. Hydr. usw. 1912, Heft XII