Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1912,
Bemerkenswerter sind die Verhältnisse der Temperaturschwankungen.
Während an der Oberfläche der Linienzug für die Schwankungen des
Februar vom zentralen Becken aus im allgemeinen ansteigt zum nördlichen
Skagerrak hin, fallen diejenigen des August auf der gleichen Strecke. So sind
die Unterschiede zwischen den größten und kleinsten Schwankungen
im norwegischen Küstengebiete durchschnittlich kleiner als auf den
Plateaus.
In 20 m sind im Küstengebiete dort, wo sich schon der Einfluß der sommer-
lichen Sprungschicht kundgibt, die Differenzen zwischen den größten und
kleinsten Werten ganz wesentlich höher, an den anderen Stationen kleiner als
auf den Plateaus.
In 40 m zeitigt der Einfluß der sommerlichen Sprungschicht die größten
Unterschiede im nördlichen Nordseeplateau bei D., N. 3 und D. N. 4, und nunmehr
schmiegt sich der Linienzug des Mai enger an den des Winters und derjenige
des November enger an den des Sommers an. Östlich der Großen Fischerbank
beginnt sich schon ein Maximum im November auszubilden, das allerdings noch
nicht allen Stationen gemeinsam ist.
Wenn wir absehen von den unperiodischen sommerlichen Schwankungen
in den Tiefen 20 bis 40 m, sind die Differenzen zwischen den Schwankungen der
einzelnen Jahreszeiten und auch die Maxima dieser Schwankungen in 50 m eher
größer als kleiner. Zugleich breitet sich das Maximum des November nunmehr
über mehrere Stationen, auch der Plateaus, aus, während die kleinsten Schwan-
kungen zumeist immer noch dem Februar angehören.
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III. Vergleich der Maxima und Minima der Schwankungen mit denjenigen
der Mittelwerte.
Aus dem Vergleiche der größten und kleinsten Schwankungen des Salz-
gehalts mit denjenigen der Mittelwerte läßt sich folgende Regel ableiten:
Auf den Nordseeplateaus hat die Jahreszeit, die den höchsten
Salzgehalt hat, zumeist auch die kleinste Salzgehaltsschwankung
und umgekehrt.
Für die Wassergebiete vor der norwegischen SW-Küste und im
Skagerrak ist eine ähnliche Beziehung keine allgemeine Erscheinung.
Fig. 5b.
Untere Niveaus, bis zu denen im Winter die
Temperaturen @(-----) und Temperatur-
schwankungen (—) am kleinsten sind,
N. 1
üm
0m
x m 1
Yım
m 1.
1
Km
Fig. 5e.
Untere Niveaus, bis zu denen im Sommer die
Temperaturen (--—-) und Temperatur-
schwankungen (—) am größten sind,
2 8 20 2419
BE
On
om !
80 m
% m ;
100 m
m
Regelmäßiger ist die Verteilung der größten und kleinsten Temperatur-
schwankungen auf die Jahreszeiten und damit auch wesentlich einfacher der Ver-
gleich mit den Maxima und Minima der Mittelwerte.
Lassen wir zunächst die Verhältnisse über der Norwegischen Rinne, also
in den mittleren und größeren Tiefen der Stationen D. N. 7 bis 10 außer Betracht.
so erkennen wir folgende Gesetzmäßigkeit (s. Fig. 5b):