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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Henckell, P.: Die halbtägige Oszillation‘ des Luftdruckes über den tropischen Ozeanen. 665

die Werte der Horizontalintensität in Gaußschen Einheiten gegeben sind,
(1 Gaußsche Einheit = 10 CGS-Einheiten.) Die Zahlenwerte der 2. Karte sind
also gerade 10mal so groß wie die entsprechenden der 1. Karte. Zwischen den
Karten für 1885 und 1905 zeigen sich übrigens nur geringe Unterschiede, da
die Horizontalintensität sich im Laufe weniger Jahre nur wenig ändert,
Ein Vergleich der Karte der Horizontalintensität mit der vorliegenden
Karte der Amplitude der halbtägigen Luftdruckschwankung ergibt für die Zone
zwischen 20° N-Br. und 20° S-Br. folgendes:
Atlantischer Ozean. Beide Größen sind im Atlantischen Ozean verhältnismäßig
 klein. Eine weitere Übereinstimmung zeigt sich darin, daß die größeren
Werte sich auf beiden Karten im allgemeinen in der Nähe des Aquators finden,
während jenseits von 10° Br. beide Größen kleinere Werte aufweisen. Aus schon
angeführten Gründen kann eine Übereinstimmung im einzelnen (etwa für entsprechende
 5°-Felder) nicht verlangt werden. Die Werte der Horizontalintensität
liegen für die betrachtete Zone nicht sehr weit auseinander, so daß es sich überhaupt
 nur um geringe Unterschiede handelt. In 20° N-Br. weist die Horizontalintensität
 den Wert 2.7 Gaußsche Einheiten auf, in 20° S-Br. aber nur 2.2 Gaußsche
 Einheiten. Tatsächlich zeigt die. Amplitude der halbtägigen Luftdruckschwankung
 auch im südlichen Atlantischen Ozean die‘ kleinsten Werte von
1.3 mm. Das ist der kleinste Wert, der auf den Ozeanen überhaupt in der in
Betracht kommenden Zone gefunden wurde.
Indischer. Ozean. Ein wesentlich anderes Bild zeigt sich im Indischen
Ozean. Die Horizontalintensität und die Amplitude sind hier durchweg größer
als im Atlantischen Ozean. Während erstere z. B. im Golf von Bengalen bis zu
Werten von mehr als 3.8 Gaußschen Einheiten ansteigt, wächst die Amplitude
der halbtägigen Luftdruckschwankung in demselben Gebiet über 2 mm. Nach
dem . südöstlichen Indischen Ozean zeigen beide Größen eine Abnahme, Über
den südwestlichen Teil läßt sich nichts aussagen, da hier zur Berechnung der
Luftdruckschwankung keine Beobachtungen vorlagen.
Pazifischer Ozean. Eine ähnliche Übereinstimmung ergibt sich für den
Pazifischen Ozean, Die Horizontalintensität sinkt hier kaum unter 3 Gaußsche
Einheiten und beträgt in der Nähe des Aquators 3.5 Gaußsche Einheiten und
mehr, ‘ Die Amplitude der halbtägigen Luftdruckschwankung zeigt meistens Werte
von 1.8 mm und darüber. Kleinere Werte kommen nur vereinzelt vor. Die
größten Werte betragen wie im Indischen Ozean über 2 mm.
In einem Gebiet zeigen die Karten keine Übereinstimmung, was nicht übergangen
 werden soll. Während die Horizontalintensität über dem ostindischen
Archipel mit 3.9 Gaußschen Einheiten überhaupt ihr Maximum aufweist, zeigt
die Gesamtschwankung des Luftdrucks hier keine besonders großen Werte. Es
muß aber darauf aufmerksam gemacht werden, daß man es hier nicht mehr mit
dem offenen Ozean zu tun hat, Während die Positionsänderungen eines Schiffes
für den offenen Ozean nicht sehr ins Gewicht fallen, da der Gang des Barometers
 hier ein so überaus regelmäßiger ist, muß man bedenken, daß in einem
Archipel, wie. es der ostindische ist, ein Schiff innerhalb 24 Stunden manchen
Inseln nahe kommt, An Küsten und auf Inseln zeigt der tägliche Barometergang
 aber Abweichungen gegenüber dem auf dem benachbarten offenen Ozean.
Wie die Inseln die Barometerablesungen auf einem Schiff, das fortgesetzt seine
Position ändert, beeinflussen, entzieht sich für diese Arbeit vollkommen der
Beurteilung.
Übrigens kommt hier Buchans Karte in Berghaus’ physikalischem Atlas
zur Hilfe, die tatsächlich über dem ostindischen Archipel das Maximum der
Gesamtschwankung aufweist. So ist folgender Schluß wohl berechtigt:
Außer der allgemeinen Tatsache, daß die Horizontalintensität
des. Erdmagnetismus und die Amplitude der halbtitägigen Luftdruckschwankung
 mit wachsender Breite abnehmen, ergibt sich, daß beide
Größen in ihrer geographischen Verteilung auf den tropischen
Ozeanen gewisse Übereinstimmungen zeigen.
            
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