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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1912, 
Die geographische Verteilung der Größe der Gesamtschwankung ist‘ aus 
der beigegebenen Karte (Tafel 35) zu ersehen. 
Buchan’) hat schon einmal versucht, die geographische Verteilung der 
Größe der Gesamtschwankung festzustellen. Nach den von ihm berechneten 
Werten ist die Karte in Berghaus’ physikalischem Atlas hergestellt (Nr. 32. 
Nebenkarte)., Ein Vergleich mit der in der vorliegenden Arbeit gegebenen 
zeigt sofort, daß Buchan bedeutend größere Werte angibt. Das liegt daran, 
daß er nur die Tagesamplitude berechnet hat, die ja größer ist als die nächt- 
liche. Für die vorliegende Karte wurde die Amplitude aber mit Hilfe der har- 
monischen Analyse aus den Tages- und Nachtbeobachtungen berechnet. Es 
handelt sich hier also um das Mittel der Schwankung am Tage und in der Nacht, 
das natürlich kleiner ausfällt. 
Bedenkt man, was auf S. 662 über die zu erwartende Genauigkeit der Er- 
gebnisse vorausgeschickt wurde, so darf man von dieser Karte nicht allzuviel 
erwarten. Bei der Diskussion darf man nicht die einzelnen 5°-Felder ins Auge 
fassen, sondern muß größere Gebiete zusammenfassen. 
Atlantischer Ozean. Die Gesamtschwankung ist durchweg klein, Die 
größeren Werte (bis 1.9 mm) halten sich im allgemeinen zwischen 10° N-Br. und 
10° S-Br., also in der Nähe des Äquators. Jenseits von 10° Br. finden sich 
sowohl im Norden wie im Süden kleinere Werte. Die kleinsten Werte (1.3 mm) 
weist der südliche Atlantische Ozean auf. 
Indischer Ozean. Die Schwankung ist hier durchweg größer. Nach dem 
Golf von Bengalen zu findet sich das Maximnm von über 2 mm. Jenseits von 
10° S-Br. nimmt die Größe der Schwankung ab. Diese Abnahme zeigt sich be- 
sonders im Südosten des in Frage kommenden Gebietes, Im Südwesten ist die 
Anzahl der Beobachtungen leider zu gering, als daß sich etwas Bestimmtes aus- 
sagen ließe. 
Pazifischer Ozean. Der Pazifische Ozean hatte am meisten an Material- 
mangel zu leiden. Manche Felder weisen gar keine Beobachtungen auf, für 
andere mußten die Tagebücher von Kriegsschiffen benutzt werden. Reichlich 
flossen die Beobachtungen für den östlichen Pazifischen Ozean, der den Schiff- 
fahrtsweg von Süd- nach Nordamerika enthält. Hier ergaben sich ziemlich 
große Werte der Gesamtschwankung (bis zu 2 mm und mehr). Auch für den 
zentralen Pazifischen Ozean ergeben die wenigen Beobachtungstage Werte bis 
2 mm, so daß das allgemeine Ergebnis lauten muß: Im Pazifischen Ozean ist 
die halbtägige Schwankung des Luftdrucks ziemlich groß. 
Vergleich mit der geographischen Verteilung der Horizontalintensität des Erd- 
magnetismus. 
Einleitend war bereits erwähnt, daß die Amplitude der halbtägigen Os- 
zillation des Luftdrucks in ihrer geographischen Verteilung auf eine gewisse 
Übereinstimmung mit der Horizontalintensität des Erdmagnetismus hinwies. 
Aus früheren Arbeiten ist bekannt, daß die Amplitude mit wachsender Breite 
abnimmt. Dieselbe Eigenschaft hat die Horizontalintensität des Erdmagnetismus. 
So ergibt sich zunächst eine wichtige Tatsache: 
Sowohl die Amplitude der halbtägigen Luftdruckschwankung 
wie die Horizontalintensität des Erdmagnetismus haben in der Nähe 
des Aquators die größten Werte und nehmen mit wachsender Breite ab. 
Eine gewisse Übereinstimmung ergibt sich aber auch für verschiedene 
Gebiete in der Nähe des Äquators, in der Zone zwischen 20° N-Br. und 20° $S-Br. 
Die geographische Verteilung der Horizontalintensität für 1885 gibt die 
Karte in Berghaus’ physikalischem Atlas (Horizontalintensität in CGS-Einheiten), 
für 1905 eine vom Reichs-Marine-Amt in Berlin herausgegebene Karte?), auf der 
‘) Transactions of the Royal Societr of Edinburgh. Vol, 27, p. 397 
’) Vertrieb durch Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin.
	        
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