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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Henckell, P.: Die halbtägige Oszillation des Luftdruckes über den tropischen Ozeanen. 663 
Aus den Abweichungen der Barometerstände der einzelnen Stunden vom 
Tagesmittel ergaben sich die in den folgenden Fig. 1, 2 und 3 wiedergegebenen 
Luftdruckkurven für den Tag. ; 
Aus der Tabelle und den Kurven ergibt sich folgendes: Die Maxima des 
Luftdrucks liegen gegen 10% (V und N), die Minima gegen 4% (V und N). ‚Das 
Morgenmaximum ist kräftiger als das abendliche, das Nachmittagsminimum tiefer 
als das nächtliche. Die Doppelwelle des Luftdrucks ist also auch über den 
Ozeanen unsymmetrisch, indem die Tagesschwankung größer als die nächtliche 
ist. Diese Ergebnisse bestätigen Bekanntes, Damit beweisen sie die Brauchbarkeit 
der vorliegenden Schiffs- 
beobachtungen, was für die 
folgenden Schlüsse von 
Wichtigkeit ist. 
Um die geographische 
Verteilung der Amplitude 
der halbtägigen Luftdruck- 
schwankung festzustellen, 
wurde, wie schon erwähnt, 
versucht, für jedes 5°-Feld 
der tropischen Ozeane min- 
destens 15 Tage aus den 
Tagebüchern auszuziehen., 
Das gelang für manche 
stark besuchte Felder sehr 
leicht. Hier konnte sogar 
eine Sichtung desreichlichen 
Materials vorgenommen 
werden, indem alle Beob- 
achtungen, die aus irgend- 
welchem Grunde nicht ganz 
einwandfrei erschienen, ein- 
fach fortgelassen wurden. 
In wenig befahrenen Ge- 
bieten mußte das geringe 
vorhandene Material, be- 412mm 
nutzt werden und hat viel» +08 
Jeicht nicht. immer die 404, 
brauchbarsten Ergebnisse 7agesmittel 
geliefert, Für manche Felder _ 94mm 
konnten überhaupt keine _o8 
Beobachtungen gefunden _,2 
werden. 
Die einigen Tagebüchern beiliegenden Barographenkurven zeigen in den 
Tropen schöne Doppelwellen und ‚verleiten daher dazu, die Amplitude durch 
Ausmessen der Abstände von Wellenberg und -tal zu bestimmen. Man muß 
aber berücksichtigen, daß die auf Schiffen verwendeten Barographen Massen- 
artikel und keine Präzisionsinstrumente sind. Einem Zeigerausschlag von be- 
stimmter Größe entspricht also nicht notwendig eine tatsächliche Luftdruck- 
änderung von derselben Größe. Wollte man die wirkliche Amplitude aus der 
Kurve ermitteln, so müßte man die Korrektionen des Apparates für jeden Baro- 
meterstand genau kennen. Derartige Korrektionen waren aber nicht angegeben, 
so daß auf die Ausmessung der Kurven verzichtet wurde. . 
Das benutzte Material stammt aus folgenden Jahrgängen: 
Atlantischer Ozean: Segler 1906 bis 1910. 
Dampfer. 1909 und 1910. 
Indischer Ozean: Segler 1902 bis 1910, 
Dampfer 1907 bis 1910. 
Segler 1900 bis 1910. 
Dampfer 1909 und 1910. 
Kriegsschiffe für den zentralen Teil. 
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