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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1912. 
trat sofort nach Schluß der Konferenz zu einer ersten Tagung zusammen und 
arbeitete einen Satzungs-Entwurf aus, der sämtlichen Regierungen zu weiteren 
Verhandlungen und als Grundlage für ein internationales Abkommen vorgelegt 
werden soll. 
Dem Bureau des Longitudes, als Veranstalterin der Zeitkonferenz aber 
muß man dankbar sein, daß es den Anstoß zu einem Werk gegeben hat, das 
der gesamten Menschheit nützlich zu werden verspricht. 
nalbtägige Oszillation des Luftdruckes über den tropischen Ozeanen. 
Von P. Henckell- Hamburg. 
(Hierzu Tafel 35 und 36.) 
Die halbtägige Oszillation des Luftdruckes ist eine der eigenartigsten Er- 
scheinungen der Meteorologie. Während die Erklärung für die ganztägige 
Periode der meteorologischen Elemente leicht in dem täglichen Gange der 
Sonne zu finden ist, reicht diese für die halbtägige Periode des Luftdrucks nicht 
ohne weiteres aus, Daher ist diese Erscheinung von besonderem wissenschaftlichen 
Interesse. 
Durch zahlreiche Arbeiten sind die Eigenschaften der halbtägigen Baro- 
meterschwankung festgestellt‘). Ehe auf den Zweck der vorliegenden Arbeit 
eingegangen werden kann, müssen die hier in Betracht kommenden wichtigsten 
Tatsachen kurz geschildert werden. N 
Der Luftdruck hat danach in der Nähe des Äquators innerhalb 24 Stunden 
2 Maxima (gegen 101 V und abends) und 2 Minima (gegen 4b V und N). Das 
Morgenmaximum ist höher als das abendliche, das Nachmittagsminimum tiefer 
als das nächtliche, Die Schwankung ist also am Tage kräftiger als nachts, 
die tägliche Doppelwelle des Luftdrucks ist unsymmetrisch. Diese Unsymmetrie 
ist besonders kräftig auf dem Lande, schwächer auf dem offenen Ozean. In 
höheren Breiten wird die halbtägige Luftdruckschwankung meistens durch 
periodische und unperiodische Änderungen anderer Art verdeckt und kann erst 
durch Berechnung (mit Hilfe der harmonischen Analyse) erkannt werden. Die 
Amplitude der doppelten täglichen Oszillation ist am Aquator am größten und 
nimmt mit wachsender Breite erst langsam, dann ziemlich schnell ab. In den 
Tropen überwiegt die halbtägige Schwankung bei weitem die ganztägige, so 
daß Barographen klare Doppelwellen aufzeichnen. Dabei geht die halbtägige 
Schwankung unbekümmert um atmosphärische Störungen stets mit derselben 
Regelmäßigkeit vor sich und erinnert so an die Gesetzmäßigkeit kosmischer 
Erscheinungen. Die Eintrittszeiten der Maxima und Minima, die sog. Wende- 
stunden, sind auch für Orte in ganz verschiedenen Lagen fast stets dieselben. 
In höheren Breiten scheinen die Maxima und Minima sich etwas zu verspäten. 
Zur Bestimmung der Amplitude*) genügt auf keinen‘ Fall die Tages- 
schwankung, da die Doppelwelle unsymmetrisch ist. Die Größe der Schwankung 
ist vielmehr gegeben durch das Mittel aus der Tages- und Nachtamplitude oder 
noch besser durch das Mittel aus den Abweichungen der stündlichen Ablesungen 
vom Tagesmittel ohne Rücksicht auf das Vorzeichen. Damit wird auf den 
Flächeninhalt der ganzen Kurve Rücksicht genommen, 
Die Größe der Schwankung ist an einem Punkt der Erdoberfläche nicht 
während des ganzen Jahres dieselbe. Sie hat im Laufe eines Jahres 2 Maxima 
(März und Oktober) und 2 Minima (Januar und Juli), erstere also zur Zeit der 
Aquinoktien, letztere zur Zeit der Solstitien. Die halbtägige Schwankung des 
Luftdrucks ist im Perihel größer als im Aphel. So ist auch das Märzmaximum 
größer als das im Oktober gelegene, das Juliminimum tiefer als das im Januar 
gelegene. Daraus folgt: die Größe der halbtägigen Barometerschwankung richtet 
-) Zusammenfassung bei Hann: Lehrbuch der Meteorologie. 2, Aufl, Leipzig 1906. 8. 135{f. 
Eine gute Übersicht gibt das kleine Werk von Hann: Ebbe und Flut im Lmftmeer der Erde. 
Hermann Paetel, Berlin 1894, 
2) Amplitude ist der halbe Abstand zwischen Wellenberg und -tal.
	        
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