648 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1912.
3. Schluß der Binnenfahrt, 4. Schluß der Dampferfahrt, 5. Eisbrecher waren in
Tätigkeit, 6. Eis überhaupt (ohne Rücksicht auf die Behinderung der Schiffahrt).
Zum Schluß findet sich auch noch das Datum der ersten und letzten Eismeldung
angegeben.
Aus dieser Veröffentlichung sind die folgenden Angaben entnommen:
Obwohl der letzte Winter im Januar und Februar Perioden sehr kalten
Wetters hatte, blieb der Winter im großen und ganzen doch ziemlich mild; denn
die Mitteltemperaturen stellten sich in den Monaten November, Dezember, Januar,
Februar und März für die Stationen Groningen, Leeuwarden, Belder, Katwijk,
Vlissingen und Hoorn im Durchschnitt 1.0°, 0.8°, 0.7°, 1.1°, 1.3° und 0.9°C.
zu hoch,
Daß der Frost sehr ungleich über die Niederlande verteilt war, zeigt die
folgende Tabelle, welche die Zahl der Tage angibt, an denen die Minimum-
Temperatur unter 0°, —5° und —10° herabeing.
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(Groningen ,
Helder . . 2...
De Bilt. . 2... =
Vlissingen ... 2. 2. au 2
Maastricht . „21 >
AQ
Es fällt zunächst auf, daß trotz der strengen Kälte im Januar und Februar
die Dampfer (abgesehen von den Binnenfahrzeugen) mit einer einzigen Ausnahme
durch Eisbesetzung der Gewässer niemals Schwierigkeiten hatten; nur Helder
(Marsdiep) meldete an einem Tage Schluß der Dampferfahrt. Auch brauchten
Eisbrecher an keiner Station in Tätigkeit zu treten. Diese Feststellung erscheint
als wichtiges Ergebnis, da in den niederländischen Gewässern offenbar nur lange
Zeit anhaltender Frost eine Unterbindung des Schiffsverkehrs herbeizuführen
vermag, wie dies beispielsweise im Winter 1908/09 der Fall war, wo die Mittel-
temperaturen für die oben genannten Stationen sich in den Monaten November bis
März um 1.1°, 1.1°, 1.4°, 1.4° und 1.3° C zu tief stellten. Dementsprechend hatten
damals Dampfer zeitweise große Schwierigkeiten zu überwinden, und häufig
mußten Eisbrecher in Tätigkeit treten, um die Fahrrinne offen zu halten und
im Eise blockierte Dampfer zu befreien.
Dagegen hatten die Dampfer der Binnenfahrt unter den Eisverhältnissen
an zahlreichen Stellen zu leiden, allerdings fast ausnahmslos an den Küsten der
Zuydersee und in den Watten. Am stärksten war die Eisbesetzung an der Station
Muiden, wo die Dampferfahrt an 35 Tagen unmöglich war; es folgt Nieuwtotenzyl
mit 33, Schokland und Stavoren mit je 32%, Hoorn mit 30, Enkuizen mit 929,
Schellingwoude mit 28, Krappenburg mit 27 und Marken mit 25 Tagen, wo
Dampfer nicht fahren konnten.
An der Nordseeküste hatte die Seyelschiffahrt in Rottumeroog am
meisten durch Eishindernisse zu leiden; hier konnten Segler an 28 Tagen über-
haupt nicht mehr verkehren; es folgt Kyhduin mit 13 und Schiermonnskoog mit
10 Tagen.
Die Zugänge zu den großen Häfen blieben ziemlich verschont; zu Harlingen
wurde die Segelschiffahrt an 14, an den übrigen Stationen dieser Gewässer nur
an einzelnen Tagen geschlossen,
In den südholländischen (jewässern trat keine nennenswerte Störung der
Schiffahrt ein, da Segler und Dampfer nur ganz vereinzelt und an wenigen Tagen
Schwierigkeiten hatten.