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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Ann. d. Hydr. usw., XXXX. Jahrg. (1912), Heft XII. 
1/1 
Die Eisverhältnisse des Winters 1911/12 in den außerdeutschen 
Gewässern der Ostsee sowie an der holländischen Küste. 
In dienstlichem Auftrage bearbeitet von Dr. 0. Steffens. 
Die im folgenden gegebene Übersicht über die Eisverhältnisse in den oben 
genannten Gewässern während des Winters 1911/12 schließt sich den Beschreibungen 
der vorangehenden Jahre an, wie sie in dieser Zeitschrift veröffentlicht worden 
sind. In der Art der Bearbeitung des vorliegenden Beobachtungsmaterials 
wurden zum Zwecke besserer Vergleichbarkeit keine wesentlichen Änderungen 
vorgenommen; auch blieb die Anordnung der tabellarischen Übersichten fast 
unverändert, Das Beobachtungsmaterial selbst wurde wieder in dankenswerter 
Weise von dem schwedischen, finnischen, russischen, dänischen und holländischen 
Institut übersandt. Zur Ergänzung dieser offiziellen Beobachtungen wurden für 
deren Bearbeitung auch noch Zeitungsmeldungen herangezogen, die wenigstens 
zu einem Teile sehr wertvoll erschienen. 
J. Die Eisverhältnisse in den russischen und schwedischen Gewässern. 
‚A. Schluß der Schiffahrt. 
1. Nordbotten. Wie schon bei der Beschreibung der Eisverhältnisse an 
den deutschen Küsten während des Winters 1911/12 (vgl. diese Zeitschrift, Heft VII, 
S. 345) hervorgehoben wurde, zeichnete sich der letzte Winter durch starken Frost 
etwa um die Mitte der Wintermonate aus, während er sich zu Beginn des Winters 
verhältnismäßig wenig fühlbar machte, Die Wirkungen des Frostes traten jedoch 
in den schwedischen und russischen Gewässern weniger hervor als in den übrigen 
Gewässern der Ostsee und an der Nordsee. 
Betrachtet man zunächst den nördlichen Teil des Nordbottens, so 
gingen hier die meisten Häfen gegen Ende Oktober zu, wie es etwa als das 
Normale anzusehen sein dürfte. Der nördlichste Hafen, Salmis, hatte zwar schon 
am 15. Oktober eine geschlossene Eisdecke; alle übrigen aber, Räneä, Luleä, 
Piteä, Skellefteä, Ratan und Umeä gingen in den Tagen vom 23. bis 27. zu. 
Dampfer konnten dagegen noch bis in den November hinein einlaufen. Am 
frühesten hörte der Dampferverkehr im Hafen von Räneä, nämlich bereits am 
2. November, auf, in den südlicheren Häfen um so später, je mehr sie südlich 
lagen, zuletzt in Umeä am 23. November. 
Ziemlich verschiedenartig gestalteten sich die Eisverhältnisse auf der 
finnischen Seite des nördlichen Nordbottens, wo Uleiborg am 13. November, 
Gamlakarleby aber wesentlich später, nämlich erst am 18. Dezember, für die 
Schiffahrt geschlossen wurde, 
[m südlichen Teile des Nordbottens, wo dieser schon weniger den 
Charakter eines Binnengewässers zeigt als im nördlichen, und wo auch wegen 
der südlicheren Lage die Kälte im "Durchschnitt weniger stark auftritt, wurde 
die Schiffahrt in den Häfen erheblich später geschlossen, in dem nördlichen 
Holmsund noch am frühesten, nämlich am 10. Dezember, in den übrigen aber 
erst Ende Januar, in Hernösand (sehr frei am Meere gelegen) am 831., in dem 
geschützteren Hafen von Gefle am 21, 
Auf der finnischen Seite liegt nur eine Meldung aus Wasa vor, wonach 
der dortige Hafen am 23. November zugegangen ist, 
2. Finnischer Meerbusen. Die erste Nachricht über die Stockung der 
Schiffahrt kam aus Kotka, wo der Hafen am 5. Dezember zuging; er wurde 
jedoch durch Eisbrecher noch bis in den Januar hinein offen gehalten. Die 
Häfen Lovisa und Wiborg waren nach Zeitungsmeldungen am 2. Januar ge- 
Ann. d. Hrdr. usw. 1912. Heft XIT
	        
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