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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

640 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1912. 
Die stürmischen westlichen Winde nahmen hiermit noch mehr zu und breiteten 
sich bis zur mittleren Ostseeküste aus. Zugleich stellten sich verbreitete Gewitter 
ein, deren Ursprung dem Umstande zuzuschreiben sein dürfte, daß kalte Winde 
nördlicher Herkunft in die von etwas wärmeren Südwestwinden überfluteten 
Gebietsteile einströmten und labile Gleichgewichtszustände in der oberen Atmo- 
sphäre erzeugten, Am 6. war das Minimum bis an das Kattegat fortgeschritten, 
während sich ein östlicher Ausläufer mit einer von Südosteuropa nordwärts ver- 
lagerten Depression vereinigte und als Teilminimum über dem Finnischen Golf 
auftrat. Mit dem Weiterrücken des westlichen Kernes nach der Ostsee zu breiteten 
sich auch die stürmischen westlichen bis nordwestlichen Winde weiter ostwärts 
bis nach der pommerschen Küste aus, wobei sich wieder verbreitete Gewitter im 
Verlaufe zunehmender Abkühlung und starke Niederschläge einstellten. Am 7, 
lag das Minimum über der westlichen Ostsee; außer dem äußersten Osten der 
Ostseeküste hatte an diesem Tage die ganze deutsche Küste stürmische, meist 
aus nordwestlichen Richtungen wehende Winde. Diese hielten an der Ostseeküste 
auch noch am folgenden Tage, dem 8., an, wo das Minimum nach der östlichen 
Ostsee fortgeschritten war. Am 9. erschien ein Ausläufer über Jütland, der an 
der westlichen Nordseeküste stürmische nördliche Winde hervorrief und auf 
seinem Zuge nach der Ostseeküste am 10. auch noch an den Rügener Küsten 
stürmische Winde mit sich brachte. Am Abend dieses Tages kam wiederum ein 
Teilminimum über Jütland zur Entwicklung, das sich am 19. mit dem älteren 
vereinigt hatte und einem Hochdruckgebiet über Nordwesteuropa gegenüber 
nach Frankreich weiterzog. 
Am 12. bedeckte das genannte Hochdruckgebiet den yrößten Teil der 
Küste und hatte heiteres, ruhiges Wetter im Gefolge, das auch meist noch am 
13. anhielt. 
Vom 14, bis 18. aber stand die Küste wieder unter zyklonalem Einfluß. 
Ein Depressionsausläufer rief am 15. an der Nordsee- und westlichen Ostseeküste 
steife und vereinzelt stürmische Winde aus Nordwest bis Nord hervor, und auch 
am 17. entwickelten sich auf der Rückseite eines über Nordeuropa schnell ost- 
wärts ziehenden Tiefdruckgebietes vielfach steife nordwestliche Winde. 
Mit dem 19. brach für die Nordsee- und westliche Ostseeküste unter dem 
Einfluß des über Skandinavien ostwärts fortziehenden Hochdruckgebietes eine 
Periode fortdauernd kühlen, aber meist heiteren Wetters an, das bis zum 29. 
anhielt. Vom 23. bis 28, hatte die östliche Ostseeküste unter dem Einfluß eines 
über West- und Südrußland gelegenen Tiefdruckgebietes regnerisches Wetter, 
Am letzten Monatstage trat ein Umschwung in der Wetterlage ein, da ein 
umfangreiches Tiefdruckgebiet nach Westeuropa und weiter ostwärts vorrückte 
und das Hochdruckgebiet sich nach Rußland zurückzog. Die Winde gingen nach 
südlicher Richtung über und brachten ostwärts bis Rügen verbreitete, meist 
starke Niederschläge und eine kräftigze Erwärmung mit sich, 
Berichtigung. 
Auf der zu dem Artikel „Beiträge zur Küstenkunde von West- Spitzbergen“, ». 371, ge- 
hörigen Tafel 20 ist als Überschrift zur Abbildung Nr. 10 zu setzen: Der 14, Juli-G‘letscher statt 
„Der Lilliehöök - Gletscher‘. 
Druck nnd Verlag von E, S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW. Kochstraße 68—71.
	        
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