Kleinere Mitteilungen.
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auf die Heultonne vor der Einfahrt zur Humboldt-Bucht zu. Als beste Land-
marke diente beim Nordwärtssteuern der Leuchtturm auf Table Bluff; hier be-
findet sich auch eine Signalstation, die passierende Schiffe nach KEureka
meldet. Bald nach Passieren des Leuchtturmes sieht man bei klarem Wetter die
Heultonne vor der Einfahrt. Bei dieser erwartet man den Lotsen, der mit einem
Schleppdampfer herauskommt. Da jedoch nur ein Schleppdampfer und ein Lotse
am Orte sind, so kann es, wenn derselbe gerade mit einem andern Schiffe beschäftigt
ist, längere Zeit dauern, ehe er herauskommt. Schiffe werden von dem Lotsen,
je nach ihrem Tiefgang, nur bei halber Flint oder kurz vor Hochwasser über
die Barre gebracht, bei Springtide bis zu 6,1 m (21’) Tiefgang. Ich passierte die
Barre sowohl einkommend wie auslaufend. ungefähr 1 Stunde vor Hochwasser.
Der Lotse kommt bei einkommenden Schiffen nicht an Bord, Er gibt denselben
die Leine des Schleppdampfers und erteilt von diesem aus die betreffenden An-
weisungen. Der Lotse ist sehr zuverlässig und man kann ihm unbedingt folgen.
Die Tiefen auf der Barre sind fortwährenden Änderungen unterworfen, so daß
man sich nicht unbedingt auf die Karte verlassen kann, Ich hatte die ameri-
kanische Karte Nr. 5832, vom Mai 1908, an Bord; Ich fuhr beim Einlaufen aber
nicht in der Richtlinie der beiden‘ Richtfeuer, sondern nach Anweisung des
Lotsen nördlich um. die 5.5 m (18')-Stelle herum, dann dicht an der schwarzen
Spierentonne entlang und dann zwischen den roten und schwarzen. Tonnen hin-
durch. Mitunter wurde halbe Kraft, meistens aber mit langsam gehender Maschine
gefahren, immer dem Schleppdampfer nachsteuernd und den Anweisungen des
Lotsen folgend. Nachdem die Humboldt-Huk passiert war, kam der Schlepp-
dampfer längsseit und half das Schiff drehen; der Lotse kam hier an Bord.
Ich vertäute, mit dem Bug nach See zu, an der Südseite der Field Landing Wharf,
die südlich von. der Humboldt-Huk ander Stelle angelegt ist, wo die Karte
‚Mudflat« angibt. Ein 37 m (120') breiter Kanal, der erst in jüngster Zeit aus-
gehoben worden ist, führt zu der Landungsbrücke; an derselben können Schiffe
bis zu 5.5 m (18') Tiefgang laden, Ich ladete teils an der Brücke, teils aus
Leichtern, für die Kosten und Risiko von der Reederei zu tragen waren. Beim
Auslaufen stand auf der Barre ziemlich unruhige See, Wir kamen aber, da
das Schiff‘ nur 4.7 m (151%’) tief ging, glatt darüber hinweg. AÄrztlichen
Besuch brauchte ich nicht abzuwarten, ehe ich mit dem Lande verkehren konnte,
Die Hafenunkosten waren, außer Stauerlohn, soweit mir bekannt geworden,
sämtlich in dem Lotsengeld einbegriffen. Dieses beträgt einschließlich des
Schlepplohnes für jedes Schiff-unbeschadet seiner Größe 350 $ amerik, Gold. Die
Kosten für Fin- und Ausklarieren sind nur gering.«
9. Fernando Noronha (Brasilien). Bericht des Herrn. E. Streller,
IL. Offizier des D. »Ebernburg« vom 6. November 1911. Brit. Adm-Krt. Nr. 388,
Fernando Noronha Island. Handbuch der Ostküste Südamerikas, I. Teil: Brasilien,
S. 262f. ;
»Vom Süden kommend mußten wir wegen Kurbelbruch in der Maschine
mit langsamer Fahrt Fernando Noronha anlaufen. Während des letzten Etmals
hatten wir eine Besteckversetzung von 33 Sm nach rw. 277° (mw. NWzW */, W).
Wir steuerten dann an der Nordseite der Insel entlang auf den Leuchtturm
der Insel Rata zu, bis das Fort rw. 169° (mw. S5/,W) peilte, dann änderten wir den
Kurs und steuerten direkt auf das Fort zu unter fortwährendem Loten, bis wir
auf 26 m Tiefe anlangten und dort ankerten. - ;
Telegraphentonnen sind nicht vorhanden,
Leuchtfeuer mit Einzelblinken von 4%% Dauer und 135% Verdunkelung auf
der Insel Rata verdunkelt nicht vollständig. Die geographische Lage desselben
ist nach sorgfältiger Messung und Rechnung 3° 48’ 18” S-Br. und 32° 23’ 23” W-Lg.
(Dies entspricht etwa den Angaben in N. f. S. 1911 Nr. 1234 und 1926.)
Eine Bake von etwa 15 m Höhe befindet sich ebenfalls auf der Insel Rata.
Proviant. Fleisch war zu erhalten, doch mußte es einen Tag vorher bestellt
werden. Gemüse und Eier sind in geringen Mengen zu haben. Wasser ist
schwer ins Boot zu bekommen und auch nicht besonders gut. Es ist kein Arzt
am Orte, auch sind Medikamente nicht erhältlich. Boote sind. nicht vorhanden,
mit Rücksicht auf die Gefangenen, deren Flucht dadurch verhindert werden soll.