Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1912,
Dockanlagen sind nicht vorhanden, Kleinere Reparaturen können aus-
geführt werden,
Hafenunkosten. Ein- und Ausklarieren 2 £ 2 sh. Brückengelder
1sh p t. Diese sind vom Ladungsempfänger zu bezahlen. Hafenabgaben
3sh p t. Diese sind im allgemeinen auch vom Ladungsempfänger zu bezahlen.
Arbeitslohn 1sh 6d p Stunde in der Zeit von 6% V bis 6h N. Es wird jedoch
in dieser Zeit nur 8 Stunden gearbeitet, Jede Stunde Überzeit kostet an einem
Werktage 2sh, an Sonn- und Festtagen 3sh. Für Arbeit in Koks- oder Kohlen-
ladungen wird durchwegs 2 sh für die Stunde verlangt.
Die Stadt Cairns ist an der Westseite des Hafens auf niedrigem Lande er-
baut. Sie zählt ungefähr 5500 Einwohner,
Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Mineralien, Zucker und Holz,
Dampferlinien. Die Dampfer der Deutsch-Australischen Dampfschiffs-Ge-
sellschaft laufen den Hafen gelegentlich an, Die Dampfer der Australian United
Steam Nav. Co., der Adelaide- und der Howard Smith-Steamship Company
unterhalten wöchentlichen Verkehr mit den Häfen südlich von Cairns. Ferner
laufen die Dampfer der British India-, der Eastern and Australian-, der China
Navigation- und der Nippon Yusen-Company auf ihren Fahrten längs der Küste
den Hafen an. Eisenbahnverbindung besteht mit Chillagoe und Aloomba.
Die Stadt ist an das australische Telegraphennetz angeschlossen. Tele-
phonische Verbindung ist in der Stadt.
Wasserwege ins Hinterland. Die südliche Fortsetzung des Cairns-
Hafens heißt Trinity Inlet, das sich bei Smith’s Landing in zwei Arme teilt
und dadurch die niedrige Admiralty- oder Trinity-Insel bildet, Der östliche
Arm ist bis zur Hambledon-Ladebrücke, etwa 5 Sm südlich von den Ladebrücken
bei der Stadt, schiffbar, Nördlich von Cairns-Hafen mündet zwischen der
Casuarina-Huk im Norden und der Ellie-Huk im Süden der Fluß Barron. Vor
seiner Mündung breiten sich seichte Sandbänke aus, die häufigen Änderungen
unterworfen sind. Das Fahrwasser über diese Bänke und in die Flußmündung
ist für einkommende Schiffe an St-B. durch vier kleine rote, an B-B. durch vier
schwarze Baken gekennzeichnet; es hat als geringste Wassertiefe 0.3 m (1’) bei
mittlerem Springniedrigwasser (nach der Brit. Adm-Krt. Nr. 3133 befindet sich
an einer Stelle nur 0.15 m [*/,’]). Schiffe mit höchstens 2.1 m (7) Tiefgang
können den Fluß 4 bis 5 Sm weit von der Barre aufwärts befahren. Der Lotse
von Cairns kommt auf Signale an Bord und bringt das Schiff den Fluß hinauf,
Beim Einlaufen wird der Weg über die Sandbänke durch die roten und schwarzen
Baken an den Seiten des Fahrwassers gekennzeichnet, im Flusse muß man seinen
Windungen folgen. Die Gezeiten sind ungefähr ebenso wie für Cairns.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen. Die Adelaide Steamship Company hält
für ihre kleinen Küstendampfer etwa 100 t Kohlen auf Lager. Schiffe, die knapp
an Kohlen sind, können bis zu 50 t erhalten. Größere Mengen sind jedoch nicht
zu bekommen, Frischer Proviant ist zu erhalten. Wasserversorgung.
Der Dampfleichter der Firma Burns, Philp & Co. versorgt die Schiffe mit Wasser.
Es muß aber rechtzeitig bestellt werden, da es in Tanks von der Eisenbahn
herbeigeschafft wird. Eine Wasserleitung wird an die Ladebrücken gelegt, nach
deren Vollendung Schiffe bequem mit Wasser versorgt werden können. Ballast
ist zu erhalten. Der Preis dafür muß vereinbart werden.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Ein deutsches Konsulat ist nicht am
Orte. Agent für D. »Sonneberg« war die Firma Jack & Newell. Ein Hospital
befindet sich außerhalb der Stadt.
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