614 . Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1912.
Glühstrumpfring aufkrimpte und meistens nach kurzer Zeit zerbrach. Eine Aus-
nahme davon machten die Luchaire-Strümpfe, die aus festerem Gewebe angefertigt
sind, doch deshalb etwas weniger Lichtstärke gaben (37 H-K./1 qem).
Um ein leichtes Strumpfgewebe für diese Lampen gebrauchen zu können,
mußte ein Strumpf Verwendung finden, der zur Vermeidung des Aufkrimpens
an der Unterseite festgehalten wird, was jedoch nicht durch Aufhängung bewirkt
werden kann, weil der Strumpf bei der Abkühlung nach dem Verlöschen infolge
des Krimpens notwendig zerreißen muß.
Aus diesen Gründen wurden Versuche angestellt mit schlaffen Strümpfen,
wie solche bei hängendem Glühlicht und Druckgaslampen gegenwärtig gebräuchlich
sind. In hängendem Zustande erfolgt das Abbrennen, Härten und Formen dieser
Strümpfe von selbst. Um dieses auch bei einem stehenden Brenner zu erzielen,
mußte ein kleiner Kunstgriff zu Hilfe genommen werden, der darin bestand,
die Strümpfe auf einen Messingring von der in der Abbildung angegebenen
Form (12) und an der Spitze mit einer Asbestschnur (11) versehen, zu binden,
Auf die vorgewärmte Lampe gesetzt, wird nun die Asbestschnur an einem hori-
zontalen Stift aufgehängt, der an einem zu diesem Zweck auf das obere Ende
der Führungsstange (14) zu klemmenden Stativ befestigt wird,
Der Strumpf wird in solcher Höhe aufgehängt, daß in dessen gehärtetem
Zustande die Asbestschnur genau freikommt, so daß in schlaffem Zustande der
Strumpf nach unten hängt. Ist nun die Lampe genügend vorgewärmt, so dreht
man plötzlich den Pharolinehahn auf und entzündet die aus dem Brennerkopf
strömende Dampfluftmischung. Dadurch wird der Strumpf aufgeblasen, während
er gleichzeitig abbrennt, einkrimpt und sich nach der Flamme formt. Sobald
dies der Fall ist, kann man das Aufhängestäbchen in horizontaler Richtung von
der Asbestschnur wegziehen, und bleibt der gehärtete Strumpf von selbst stehen,
Von den verschiedenen untersuchten Geweben erwies sich leichte Kunst-
seide am geeignetsten. Solche Strümpfe verbinden eine sehr große Lichtstärke
mit einem bedeutenden Widerstandsvermögen, Auch die Versendung und die
Aufbewahrung der Strümpfe in schlaffem Zustande ist sehr bequem. Mit ihnen
wurde in horizontaler Lage eine Lichtstärke von 46 H-K./1 qecm erzielt,
Es sind drei Typen Pharoline-Glühlampen A, B und C von bzw. 87, 58 und
33 mm Glühstrumpfdurchmesser zur Verwendung gelangt, deren Pharolineverbrauch
bzw. 1400, 700 und 250 gr/stündlich beträgt. Mit B ist noch ein etwas günstigeres
Ergebnis erzielt als mit A, das dem Umstande zuzuschreiben ist, daß bei B auf
1 qem der Brennerkopfoberfläche etwas mehr Pharolinedampf zur Verbrennung
gelangt. Die Durchmesser der Glühstrumpfringe betragen für A und B bzw.
82 und 54 mm, es verhalten sich somit die Oberflächen wie 2.3 : 1, während der
Pharolineverbrauch sich wie 2:1 verhält. Der Brennstoffverbrauch auf die
Oberflächeneinheit des Brennerkopfes verhält sich für die Modelle A und B wie
1:1.15, entsprechend dem Verhältnis der in horizontaler Richtung gemessenen
Lichtstärke. Daraus folgt, daß auch mit der Lampe A eine Lichtstärke von
53 H-K./1 qem erreichbar ist, wenn der Pharolineverbrauch durch Erweiterung
der Ausströmungsdüse auf 1610 gr/stündlich gebracht wird. In der Praxis ist
indessen dazu nicht übergegangen, weil bei einem so starken Verbrauch die
großen Strümpfe zu rasch zerstört würden.
Mit der Lampe Modell A wird somit sicher eine konstante Lichtstärke von
46 H-X./1 qem erreicht, d. h. mehr als das Doppelte wie mit Petroleumglühlicht.
Von dieser Verbesserung um 100%, ist 431/, %, der größeren Ökonomie der
Lampe zuzuschreiben, 481/,°%, der größeren Leuchtkraft der Strümpfe und der
besseren Anpassung der Strumpfform an die Form der Flamme, und endlich
13%, der Tatsache, daß die anfängliche Lichtstärke während der ganzen Nacht
erhalten bleibt, was bei Petroleumglühlicht nicht der Fall ist. v. AH.