v. Horn: Pharoline-Glühlichtlampe für Leuchtfener an der Niederländischen Küste. 613
Bei der Konstruktion des neuen Lampentyps wurde zugleich der Möglichkeit
Rechnung getragen, auf einfache Weise die nach dem Unterbrenner abzuführende
Dampfluftmischung derartig regeln zu können, daß bei dem zu gebrauchenden
Brennstoff. der Verdampfer auf eine solche Temperatur erhitzt wird, daß einer-
seits vollständige Verdampfung zu allen Zeiten gewährleistet und anderseits
eine Zersetzung des Dampfes, wodurch Verstopfung der Ausströmungsöffnung
verursacht werden kann, vermieden wird.
Der neue Lampentyp (siehe Abbild, S. 612) ist eingerichtet wie folgt:
Der Lampenkörper besteht aus einer doppelwandigen, aus einem Stück
gegossenen bronzenen Glocke. Der Unterbrenner (5) ist mit zwei Muttern (2) an die
Ausmündungen (3) von zwei an die Innenseite des Lampenkörpers angegossenen
Kanälen angeschlossen, die ebenso‘ wie bei dem französischen Typ einen Teil
der Dampfluftmischung aus dem Brennerkopf (9) nach. dem Unterbrenner führen.
Dieser Unterbrenner besteht aus einem ringförmigen Kanal, in dem vier
radiale Kanäle ausmünden, deren Öffnungen durch perforierte kleine Platten (6)
abgeschlossen sind. Zwischen diesen vier Kanälen befinden sich vier Schutz-
platten, die die vier Flammen auf den Verdampfer konzentrieren, .
Der Verdampfer hat eine große Heizfläche und ist inwendig mit einer
Rolle Eisendrahtgaze versehen, um eine gute und gleichmäßige Wärmeübertragung
auf das Pharoline zu sichern. ;
Das Pharoline wird unter einem Druck von drei Atmosphären dem Ver-
dampfer zugeführt. Der ‚gebildete Petroleumdampf spritzt somit mit großer
Kraft aus der Ausströmungsdüse (7) in das Mischungsrohr (8) und saugt dabei
die zur Verbrennung erforderliche Luft an, die durch den Mantel des Lampen-
körpers (1) hinzuströmt.
Da die Verbrennungsgase des Unterbrenners, die durch den Schornstein (4)
entweichen, ihre Wärme zum großen Teil an den Lampenkörper abgeben, so
wird dieses bronzene Gußstück sehr heiß und somit die durch den Mantel
strömende Luft auf ihrem Wege nach dem Mischungsrohr vorgewärmt. Die
Wärme, -die die Luft in dem Mantel aufnimmt, braucht sie später nicht mehr
der Flamme zu entziehen, was der Flammentemperatur und somit der Licht-
stärke zugute kommt. ;
Die Gasmenge, die aus dem Brennerkopf nach dem Unterbrenner abgeführt
wird, ist von dem Widerstand abhängig, den die Dampfluftmischung auf ihrem
Wege nach oben erleidet. Der Widerstand der Nickelgazekappe (10) die den
Brennerkopf abschließt, ist zu klein, um genügenden Gaszufluß nach dem Unter-
brenner zu sichern. Es ist deshalb in dem Brennerkopf (9) ein Satz kleiner
Klemmringe angebracht, zwischen die eine Messinggaze eingeklemmt ist. Die
Maschenweite dieser Gaze ist in Verband mit dem Endsiedepunkt des Pharoline
so ausgesucht, daß genügend Gas dem Unterbrenner zugeführt wird, um stets
eine vollständige Verdampfung des Pharoline zu sichern.
Um beim Anzünden der Lampe den Verdampfer auf eine solche Temperatur
zu bringen, daß beim Aufdrehen des Hahns das zufließende Pharoline unmittelbar
verdampft wird, ist eine Spiritus-Vorwärmerlampe (13) angebracht, die an einer
Führungsstange (14) auf- und niedergeschoben werden kann und außerdem um
diese Stange drehbar ist. Wenn die Lampe brennt, kann der Stift (15) weg-
gezogen und die Spirituslampe niedergeschoben und nach außen gedreht werden,
Die beschriebene Lampe wird von der Firma George Wison in s’Graven-
hage angefertigt und ergab unter Verwendung verschiedener Glühstrümpfe des
bis jetzt gebräuchlichen Typs in horizontaler Richtung eine Lichtstärke von
40 H-K./1qem.
Infolge der hohen Flammentemperatur und der großen Ausströmungs-
geschwindigkeit der Gase erwiesen sich die meisten lichtgebenden Strumpfarten
der gewöhnlichen Form, die an Nickelstäbchen aufgehängt werden, für. diese
Lampe als unbrauchbar, Nach Verlauf kurzer Zeit formten sie sich in der
Weise um, daß das freihängende untere Ende sich nach oben bis über den