5606 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1912,
bei D.N. 7 tiefer als bei D. N. 8, wie das schon bei der Betrachtung der allge-
meinen hydrographischen Lage zur Sprache kam. Bei D. N. 10 liegt die unterste
mögliche Grenze des Bankwassers in 30 m, bei D. N. 9 in 40 m, bei D. N. 8 in
50 m, bei D.N.7 gar in 100 m, so daß wir an letzterer Station im Schichten-
bereiche 50 bis 100 m die Maxima der Salzgehaltsschwankungen antreffen müssen,
Ebenso auffallend wird die untere Grenze des Nordseewassers gekenn-
zeichnet, indem darunter im atlantischen Wasser die Schwankungen wieder
kleiner werden, bei D.N.9 und D. N. 10 in 100 m, bei D. N. 7 und D. N. 8 in 150 m,
Nur bei D.N. 7 fallen die Grenzen zwischen Bank- und Nordseewasser einerseits
und Nordsee- und atlantischem Wasser anderseits zusammen, und es entsteht ein
bedeutender Sprung in den Salzgehaltsschwankungen von 1.25%) in 100 auf
0.18 °/99 in 150m. Während also in 100m von D.N.7 unter Umständen
noch Bankwasser lagern kann, gehört die Bodenschicht von 150 m ab
ausschließlich dem atlantischen Wasser an.
Ganz anders ist das Verhältnis zwischen Oberfläche und Boden an den
Stationen D. N. 11 und D.N.12. Bei D.N.11 nehmen die Schwankungen nur
unmerklich ab, um am Boden wieder etwas größer zu werden; bei D. N. 12 sind
sie sogar von 10m ab bis zum Boden konstant und noch größer als an der Ober-
fläche. Der Wechsel der Oberflächenverhältnisse dringt also hier
unter Umständen bis zum Boden hin vor.
Damit stehen auch die höchsten Temperaturschwankungen der beiden
letztgenannten Stationen in Einklang. Während bei D. N. 6 bis 10 ein scharfer
Sprung von einem höheren zu einem niedrigeren Werte zwischen 0 und 10 m die
untere Grenze des Wechsels der Oberflächenerwärmung anzeigt, ist es bei D. N. 11
und D. N. 12 gerade umgekehrt. Die Schwankungen nehmen zwischen 0 und 20 m
schneller, dann wieder langsamer zu. Wir erkennen daraus die große Ver-
schiedenartigkeit der Temperatur am Abfall der jütischen Küste von
Jahr zu Jahr. Manchmal ist das Wasser der Bodenschicht sehr kalt,
viel kälter als die Oberfläche und kälter noch als im August, manchmal
dringt eine hohe Oberflächentemperatur ungehindert bis zum Boden
hin vor.
In den mittleren Schichten der Norwegischen Rinne nehmen die Schwan-
kungen von einer gleichmäßiger erwärmten Schicht ab ebenfalls wieder zu; denn
es beginnt der Bereich der intermediären Schicht, deren Grenzen und Tempera-
turen sich von Jahr zu Jahr beträchtlich verschieben, am stärksten naturgemäß
bei D.N.8 und D.N.9. Doch sind hier die Schwankungen im Gegensatz zum
Mai, wo sie in der intermediären kalten Schicht bei D. N. 9 größer waren als bei
D. N. 8, nunmehr größer bei D. N, 8 und an beiden Stationen ungleich höher als
im Mai. Unperiodische Erscheinungen treten also im November regel-
mäßiger auf als im Mai.
IV. Mittlere Abweichungen der Temperatur und des Salzgehalts im November.
(Vgl. Tabelle X.)
Die Minima der mittleren Abweichungen des Salzgehalts aller Tiefen
gehören wie diejenigen der unperiodischen Schwankungen ausschließlich der zen-
tralen Nordsee an,
In den tieferen Schichten von 40 m ab stimmen auch die Maxima der
mittleren Abweichungen mit denjenigen der Schwankungen überein, wenigstens
gehören sie immer derselben Station an; nur sind die Abweichungen von D. N, 7
weniger groß, als man nach dem Werte der Schwankungen in dem Tiefengebiete
dieser Station erwarten sollte, namentlich, wenn man die Abweichungen in den
gleichen Tiefen von D. N. 9 dagegenhält. Die Erscheinung also, daß Bank-
wasser bis in eine Tiefe von 100 m der Station D. N. 7 eindringt, ist
auf einzelne, sehr seltene Fälle beschränkt.
Über das Verhältnis zwischen den unperiodischen Schwankungen und
mittleren Abweichungen für die oberen Schichten der Stationen D. N. 6 bis 12
gibt Fig, 4a Auskunft. Wir erkennen daraus zum Beispiel, daß in den Tiefen