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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Keller, H.: Die hydrographischen Verhältnisse der Nordsee usw. - 599 
der letzteren in allen Fällen ein Abbild. der ersteren darstellen, und auch in den 
größeren Tiefen.sind die größten und kleinsten Werte derselben nicht mehr an 
dieselben Stationen. gebunden. 
Die kleinsten mittleren Abweichungen der Oberfläche sind an den Stationen 
D. N. 11 und D. N, 8 zu finden, die größten über den Bänken der offenen Nordsee. 
Überhaupt sind die mittleren Abweichungen des zentralen Nordseebeckens von 
der Großen Fischerbank bis zur Doggerbank größer als an allen anderen 
Stationen, namentlich größer als bei D. N. 1, trotzdem die Schwankungen un- 
gleich geringer sind. Das Wasser der zentralen Nordsee ist also von 
Jahr zu Jahr von seinem mittleren Werte bedeutend mehr abgewichen 
als das Wasser der Deutschen Bucht. ; 
Über das Verhältnis der unperiodischen Schwankungen und mittleren Ab- 
weichungen der Temperatur in den tieferen Schichten s. Fig. 2b. Eine nähere 
Diskussion derselben würde zu 
weit führen. Nur auf ein ganz Fig. 2b. 
auffallendes Beispiel soll aufmerk- Beziehungen zwischen unperiodischen Schwankungen (S) 
sam gemacht werden. und mittleren Abweichungen. (M) der Temperatur 
In40m Tiefe der Station . „im August, . 
D. N. 4 ist die Schwankung 71 29" 56 8.9.20 0 
fast um 2.0° größer als von 
D. N. 8, die mittlere Abwei- 
chung aber um 0.25° geringer. 
Bei D. N. 4 dringt nur in einem 
Falle die Oberflächentemperatur 
bis zu dieser Tiefe vor, und in 
einem anderen ist das Wasser da- 
selbst ganz anomal kalt. In den 
drei anderen Jahren ist eine 
größere Abweichung vom Mittel 
nicht zu verspüren. Bei D.N.8 
aber bemerken wir in zwei Jahren 
noch‘ eine wesentliche Beein- 
flussung‘ durch die. Wärme der 
oberen Schichten, während in zwei 
anderen Jahren eine starke Be- 
einflussung durch das kalte Nord- 
seewasser der Station D. N. 7 in 
derselben Tiefe maßgebend ist. 
Aus dem Rückblick der beiden Jahreszeiten Frühling und Sommer ver- 
mögen wir für das Verhältnis zwischen unperiodischer Schwankung und mittlerer 
Abweichung‘ beider Elemente zu erkennen, daß dort, wo eine größere Amplitude 
mit einer geringeren mittleren Abweichung verbunden ist, größere unperiodische 
Erscheinungen seltener sind, während die umgekehrte Verbindung das Ööftere 
Eintreten derselben anzeigt. 
a 
0.0° (10 m) 
0.02 (20 m} 
Die hydrographischen Verhältnisse des November. 
(Vgl. Heft X: Tafeln 28, 29 und 30, Novemberprofile.) 
X. Die Verhältnisse auf dem südlichen und nördlichen Nordseeplateau 
im November. 
Im südlichen Becken deutet die- wesentliche Zunahme des Salzgehalts, 
namentlich der oberen Schichten, den geringeren Einfluß seitens der Küste und 
den größeren durch das ozeanische Wasser an, und zugleich ist noch regel- 
mäßiger als im Winter und in den anderen Jahreszeiten der Salzgehalt durch 
alle Tiefen hindurch konstant. Desgleichen sind auf.der Doggerbank die Salz- 
gehaltsunterschiede des August zwischen Oberfläche und Boden verschwunden, 
doch ist von einem wesentlichen Zuwachs des Wertes gegen den Sommer nichts 
mehr zu verspüren.
	        
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