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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

Schott, G.: Die Bewölkung über dem Indischen und Stillen Ozean. 981 
gut besetzte Strecke Kap Guardafui—Kap Agulhas, Im Stillen Ozean hat man 
zwar für den schmalen und besonders interessanten Streifen 10° N-Br.-—10° S-.Br. 
die Arbeit von R. Westermann’), die auch die Bewölkung berücksichtigt, und 
für das nordpazifische Meer, insbesondere die höheren Breiten, die Karten von 
K. Tsukuda®), aber es blieben im ganzen südpazifischen Teil und an der Ost- 
seite dieses Meeres beider Halbkugeln sehr beträchtliche Flächen ohne ausreichende 
Daten. Diesem Mangel half die Deutsche Seewarte ab, indem sie in dankens- 
werter Weise durch zwei Mitarbeiter, Kapt. Müller und Kapt, Zörner, in mehr- 
monatiger Arbeit Auszüge aus den Schiffstagebüchern ungefähr auf denjenigen 
Schiffahrtwegen anfertigen ließ, die s. Zt. von W.Köppen®) zur Bearbeitung der 
Regenhäufigkeit im Stillen Ozean benutzt worden sind. Herangezogen wurden 
ferner die besonders brauchbaren und ausführlichen Wolkenbeobachtungen an 
Bord von Forschungsschiffen; genannt seien u. a. „Challenger“, „Gazelle“, „Valdivia‘, 
„Gauß“, „Planet“ Da die Isonephen der Inseln und der angrenzenden fest- 
ländischen Gebiete aus demselben Grunde wie bei der Regenkarte mitberück- 
sichtigt werden sollten, kam das gesamte weitschichtige Beobachtungsmaterial 
aller Randländer ebenfalls zur Verarbeitung, wodurch die Untersuchung begreif- 
licherweise stark vermehrt wurde, Dabei wurde soweit wie irgend möglich auf 
die ersten Quellen zurückgegriffen; neben den erschienenen Bänden im Handbuch 
der Klimatologie von Köppen-Geiger spielten wiederum die Seehandbücher 
(Pilot) der Eritischen Admiralität eine große Rolle, außerdem genau dieselbe 
Literatur, die Verfasser bei der Herstellung der Regenkarte einsah und die auf 
5.12 des Jahrganges 1933 der „Annalen der Hydrogr.‘“ wenigstens auszugsweise 
genannt worden ist, Hinzuzufügen wäre da nur ein Hinweis auf E. Bruzon, 
]e elimat de l’Indochine, Hanoi 1930, auf M. Selga, windroses of ideal marine 
stations near the Philippines*), wo auch Bewölkungstabellen gegeben sind, sowie, 
daß W, Semmelhack die handschriftlichen Beobachtungsdaten für einige Stationen 
der Küste von Portugiesisch-Ostafrika freundlichst verfügbar machte, Kaum er- 
forderlich ist die Bemerkung, daß, wenn überhaupt und soweit Wolkenbeob- 
achtungen auf Inseln und an Küsten auch für das angrenzende Meer in Betracht 
gezogen wurden, dies nur mit noch größerer Vorsicht geschehen mußte als bei 
der Regenkarte; es kam im allgemeinen nur darauf an, die jahreszeitliche Ver- 
änderung der Bewölkung auf Inseln als parallel zur selben Veränderung auf See zu 
verwenden. Im übrigen weiß jeder Seefahrer, wie grundverschieden die Bewöl- 
kung an Land und auf See zu sein pflegt, zumal über tropischen Inseln, die 
man an dem Wolkenschirm meist viel früher feststellt, als sie selbst zu sehen 
sind. Es kann endlich an die zwei Karten nicht die Forderung gestellt werden, 
daß sie die sehr mannigfaltigen Bewölkungsverhältnisse der Küsten und der 
hinter ihnen liegenden Landgebiete ausreichend abbilden; das verbietet schon 
der Maßstab der Karten, Im großen sind hoffentlich die wesentlichen Er- 
scheinungen zutreffend gedeutet, Heutzutage, da die Strahlungsforschung eine 
große Rolle spielt und die medizinischen Heilkräfte auch der See in den Kreis 
der Betrachtung mehr als je gezogen werden, ist eine allgemeine Unterrichtung 
über das Maß der Bewölkung auf den Meeren auch ein hygienisch wichtiges 
Erfordernis. Dazu sei an die neuzeitlichen Bedürfnisse der Luftschiffahrt erinnert, 
1. Bewölkungszustand des Indischen Ozeans. 
Das Rote Meer und der Persische Golf sind gewiß sehr wolkenarm, zu- 
mal zur Zeit des Nordwinters; doch stehen sie in dieser Hinsicht nicht einzig 
da, wir werden nordwestlich von Australien und in der äquatorialen Zone des 
BR. Westermann, Der meteorol. Äquator im Stillen Ozean, Ausd, Arch, d. Seew., XXIX, Nr. 1, 
Hamburg 1906. — % K. Tsukuda, Mean pressure, cloudiness ete, of the North Pacific Opean, 
Memoirs Imp, Marine Öbservat, vol. II, Nr. 4, Kobe 1930, — K. Tsukuda, Mean eloudiness in the 
far east, Ebenda vol, 1V, Nr. 2, Kobe 1931. — %) W. Köppen, Regeaverhältnisse des Stillen Ozeans, 
Annal. Hydrogr. 1895, 5. 440; vgl. auch ebenda 1933, S. 2 u. 3. — *) Publicat, Manila Observatory, 
vol. 1IL, Nr, 1—10, Manila 1931, Die über Cuyo-Insel, zwischen Palawan und Mindore, mitgeteilten 
Bewölkungszahlen (im Jahresmittel 9,1) scheinen systematisch zu hoch ausgefallen zu sein; aber selbst 
bei Verringerung um 1 der 10 teiligen Skala spricht die Reihe für die sehr hohe durchschnittliche 
Bewölkung ostasiatischer Meere, von der nachher 5. 285 im Texte die Rede sein wird. Selga betont 
ausdrücklich, daß Curo am meisten den Verhältnissen der offenen See entspräche.
	        
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