576 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1912,
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
stärke (Beaufort)
Stat.
Bork:
Wilh.
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Am 5. kam das deutsche Küstengebiet wieder in den Bereich eines vom
Westen vordringenden Tiefdruckgebiets, das bis zum 7. anhaltende ver-
breitete Niederschläge im Gefolge hatte. Am 8. trat es mit einem von der
Adria stammenden Minimum in Verbindung und bedeckte das Gebiet von
den Britischen Inseln bis Polen. Hierbei entwickelten sich an der mittleren
Ostseeküste verbreitete steife Winde, die jedoch an keiner Stelle einen stürmi-
schen Charakter annahmen. Während sich der westliche Kern des Tiefdruck-
gebiets nordwärts entfernte, hielt sich der von der Adria stammende noch eine
Jange Reihe von Tagen und entwickelte sich mehr und mehr zu einem umfang-
reichen, am 12. ganz Nordeuropa bis Mitteldeutschland und Westrußland be-
deckenden tiefen Minimum, das an der Ostseeküste vielfach steife und stürmische
Winde hervorrief, Am folgenden Tage breitete es sich weiter westwärts aus und
trat mit einem von der Biscayasee ostwärts vordringenden Tiefdruckgebiet in
Verbindung, das als Ausläufer durch den Kontinent wanderte. Am 15. lag der
Kern der Hauptdepression über der Nordsee; dann zerfiel sie in Ausläufer, die
mit einer neuen von Westen vordringenden Depression in Verbindung traten.
Vom 17. bis 19. kam das Deutsche Küstengebiet vorübergehend in den Bereich
eines von der Biscayasee nach Osteuropa wandernden Hochdruckgebiets; an dem
letzteren Tage stellten sich, als ein neues Tiefdruckgebiet mit kühleren südwest-
lichen Winden vom Ozean herannahte, verbreitete Gewitter ein. Die Depression zog
ostwärts und trat am 21. mit einem flachen aus Südeuropa stammenden Tief-
druckgebiet in Verbindung. Da an diesem Tage zugleich von Südwesteuropa her
ein Hochdruckgebiet nach dem Kontinent vordrang, so entwickelten sich an der
Nordseeküste steife Winde aus westlichen Richtungen; an der ganzen Deutschen
Küste traten verbreitete Gewitter auf. Das von Südeuropa stammende Tiefdruck-
gebiet war am 22. bis nach Südskandinavien fortgeschritten und hatte vielfach
an der Nord- und Ostseeküste steife und teilweise stürmische Winde aus westlichen
Richtungen im Gefolge, die auch am 23, noch anhielten. Die beiden folgenden Tage,
der 24. und 25., waren insofern besonders bemerkenswert, als trotz einer zyklo-
nalen Luftdruckverteilung fast im ganzen Küstengebiet trockenes und teilweise
heiteres Wetter herrschte. Neue Tiefdruckgebiete erschienen fortgesetzt vom
Ozean her und hatten vom 26. bis zum Schluß des Monats anhaltendes regne-
risches und ziemlich kühles Wetter im Gefolge.
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