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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1912. 
Gezeiten. Die Hafenzeit in der Koombanah-Bucht ist etwa 9b, die Hoch- 
wasserhöhe bei Springtide beträgt 0.6 m, bei Nipptide 0.4 m. Es tritt nur ein 
Hochwasser in 24% auf, Ablandige Winde senken, auflandige Winde erhöhen 
den Wasserstand. Im Winter bei westlichen und nordwestlichen Stürmen steigt 
das Wasser gewöhnlich um 0.9 m, gelegentlich sogar bis 1.8 m über den ge- 
wöhnlichen Wasserstand. N 
Wind, Wetter, Klima. Über die Windverhältnisse an der Westküste von 
Australien siehe Shb. für den Indischen Ozean Seite 99 und 100 und Australia 
Disertory Vo. III Seite 16, 17. Das Klima in Bunbury ist der Gesundheit sehr zu- 
träglich. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 16°C, die höchste 36°C, die 
niedrigste 2°C. Regen fällt im Jahre durchschnittlich 866 mm. Der jähr- 
liche mittlere Barometerstand ist 762 mm, der höchste betrug 776 mm, der 
niedrigste 748 mm. 
Ankerplatz im Hafen. Der gebräuchliche Ankerplatz ist auf 7,8 m 
(41/, Fad.) Wasser, von wo aus der Leuchtturm auf der Casuarina-Huk rw. 240° 
(mw. SWzW*S/,W) peilt. D. »Carl« ankerte nach Anweisungen des Lotsen inner- 
halb des Hafendammes auf 9.1 m (5 Fad.) Wasser. Nach Kapt. J. Jochimsen 
war der Ankergrund gut, jedoch lag der Platz ungeschützt gegen nordwestliche 
und nördliche Winde, Das Schiff mußte 3 Tage vor Anker liegen, da es 
schlechten Wetters halber nicht längsseit der Ladebrücke holen konnte, Das 
Schiff wurde während der ganzen Zeit unter Dampf gehalten, 
Kapt. W. Frerichs ankerte einkommend innerhalb der beiden im Hafen 
ausgelegten Festmachetonnen, Hier war nach seinen Angaben der Ankergrund 
gut. Nachdem das Schiff klar zum Auslaufen war, ankerte er außerhalb der 
Tonnen. Hier hielt der Anker nicht und das Schiff kam bei SW-Wind ins 
Treiben, obwohl der Anker klar und 55 m Kette aus waren. Nach seinem Be- 
richt muß man in genügendem Abstand von den Tonnen ankern, um die Schiffe 
nicht zu behindern, die an den Tonnen festgemacht haben. Liegt man vor 
einem Anker, so ist stets der St-B-Anker zu benutzen. S, »Irene« ankerte in 
etwa !/, Sm Abstand vom Lande auf 8,2 m (4’/, Fad.) Wasser in den Peilungen: 
Leuchtturm auf der Casuarina-Huk rw. 221° (mw.SW), Leuchtturm auf dem 
Hafendamm rw. 294° (mw. NWzW'/,W). 
Hafenanlagen. Von der Casuarina-Huk aus ist auf dem Riffe, das sich 
vor dieser Huk erstreckt, und weiterhin nach Osten zu ein als Wellenbrecher 
dienender Hafendamm von 1220 m Länge erbaut zum Schutze der im Hafen 
und an der Landungsbrücke liegenden Schiffe. Eine aus Jarrah-Holz er- 
vichtete Landungsbrücke erstreckt sich */, Sm südöstlich von der Casuarina-Huk 
vom Festlande aus zunächst 427 m in NOzO-Richtung, dann weitere 366 m in 
N-Richtung und dann noch 122 m in NNO-Richtung. Ihre nutzbare Länge be- 
trägt bei 14.5 m Breite an der Ostseite 539 m, an der Westseite 488 m. Die 
Wassertiefe ist an ihrem Innenende 4,6 m, an ihrem Außenende 7.0 m, Zehn 
Schiffe finden Platz an der Brücke. Im Sommer kann auch noch ein Schiff 
an ihrem Südende liegen, wo 3.3 m Wassertiefe ist. An beiden Seiten der 
Brücke liegen Tonnen, die dazu dienen, um Schiffe von der Brücke freihalten 
zu können. Schiffe müssen an der Brücke gut vertäut werden; man kann zu 
diesem Zwecke 0.45 m (18”) dicke Grastaue vom Lande mieten zum Preise von 
12 sh 6 d per Tag (nach engl. Quellen kostet die Miete für eine Trosse 5 sh 
per Tag). Nach Kapt. J. Jochimsen ist die Brücke durch den Hafendamm 
nur gegen westliche und südliche Winde geschützt; gegen nordwestliche und 
nördliche Winde ist kein Schutz vorhanden und ist das Liegen an der Brücke 
bei stürmischen Winden aus diesen Richtungen gefährlich, 
Kapt. W. Frerichs schreibt: »Es ist am besten, wenn man einen Liege- 
platz an der Ostseite der Brücke erhält. Hier liegt das Schiff bei Weststurm 
frei von der Brücke, An der Westseite der Brücke wird das Schiff bei 
stürmischen Winden aus dieser Richtung stets an die Brücke gepreßt, und man 
kann es nicht von derselben freihalten, obwohl vorn der B-B-Anker aus ist 
und Stahltrossen vorn und hinten an den Tonnen befestigt sind. Fender sind 
von geringem Nutzen. Holzfender sind überhaupt nicht zu gebrauchen und
	        
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