Kleinere Mitteilungen.
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4. Der Plan neuer Untersuchungen über die Verdunstung auf dem
Meere in dem Nordatlantischen Ozean. .
Im Jahre 1908/09 war es mir auf Anregung und mit Unterstützung der
Deutschen Seewarte möglich, zum ersten Male an Bord auf einer größeren Reise
nach der Westküste Südamerikas Untersuchungen über die Verdunstung auf dem
Meere auszuführen. Die Ergebnisse sind seiner Zeit auch in den »Annalen der
Hydrogr. usw.« mitgeteilt. (Jahrgang 1909, S. 145ff.; 1910, S. 267ff.; 1911,
S. 410ff.; sowie ausführlich im »Archiv der Deutschen Seewarte« 1911.) Die
Beobachtungen waren auf einem Segler gemacht und galten, wenngleich gewisse
Verallgemeinerungen möglich waren, streng genommen doch nur für den mehr
oder weniger breiten Streifen der Segelrouten um Kap Horn auf Aus- und Heim-
reise, Der ganze Atlantische Ozean war in Nord—Südrichtung bzw. entgegen-
gesetzt durchfahren,
Schon damals war geplant, die Untersuchungen auch in west-öÖstlicher
Richtung auszuführen, und zu dem Zweck war die Route Mittelbrasilien—
New York—Hamburg ins Auge gefaßt worden. Verschiedene Umstände, vor allem
Mangel an Zeit und Versagen der Anschlußverbindung Santos—New York ließen
diesen Plan 1909 nicht zur Ausführung kommen,
Nunmehr soll die Fahrt, die wiederum die Deutsche Seewarte unterstützt,
von Hamburg nach West-Indien, von dort nach New York und dann zurück
nach Hamburg führen. Durch das Entgegenkommen der Hamburg-Amerika-Linie
und der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft ist sie ermöglicht. An-
fang Oktober wird die Ausreise angetreten werden,
Es wird also der Nordatlantische Ozean in verschiedener Breite zweimal
gekreuzt und außerdem ein Zwischenstück im Westen durchfahren. Somit er-
folgt im Gegensatz zu früher, wo zahlreiche verschiedene Klimagebiete in ver-
hältnismäßig kurzer Zeit durchsegelt wurden, nunmehr die eingehendere Unter-
suchung weniger Klimagebiete mit. jedoch in sich großen Gegensätzen in west-
östlicher Richtung. Also eine speziellere Untersuchung der Verhältnisse in
einem kleineren Meeressaum, die hoffentlich auch Aufschlüsse über feinere Unter-
schiede in der Größe der Verdunstung und dem Wert der sie beeinflussenden
Faktoren gestattet.
Dann kommt aber noch etwas anderes in‘ Betracht. Bei den Unter-
suchungen auf dem Segelschiff hing der Verdunstungsmesser in einem festen an
Deck stehenden Eisengestell, das an Bord bleiben mußte, damit auf der Heim-
reise der erste Offizier weiteres Beobachtungsmaterial sammeln konnte. Dafür
wurde auf- den Postdampfern »Rhakotis« zwischen den Salpeterhäfen und
Valparaiso bzw. »Rio Negro« auf der Fahrt Santos—Hamburg, wo ferner aus
Platzmangel die Aufstellung eines Gestelles schlecht möglich war, das Gefäß in
einem von der Reeling abstehenden Eisenarm auf der Brücke aufgehängt. Diese
Aufhängung war zu federnd, so daß durch die Vibrationen der nur leicht beladenen
Schiffe das Wasser in den Verdunstungsschalen in Schwingungen geriet, Da auf
die Art eine ständige Benetzung der sonst trocken bleibenden Wandungen des
Gefäßes ' herbeigeführt wurde, so waren die erhaltenen Werte zu groß, Noch
schlimmer wurde es bei starkem Wind und schwerem Seegang, wenn außer-
dem die Schraube häufig aus dem Wasser schlug. Dann verstärkte sich die
Wellenbewegung des Wassers im Gefäß beträchtlich; es wurden die Wellenberge
in der Mitte vom Wind ergriffen und herausgespritzt. Die flache Schale mit
il Wasser war unter Umständen auf dem »Rio Negro«, wo die Erschütterungen
fast während der ganzen Reise beim Gegenandampfen gegen steifen bis stürmischen
Südost- und Nordwestpassat ungewöhnlich stark waren, in einer halben Stunde
ganz leer, ein Beobachten also gar nicht möglich,
Es schien danach zweifelhaft, ob auf Dampfern Verdunstungsmessungen
nach der angewandten Methode der Verdunstung aus Gefäßen überhaupt ratsam.
Später ist es jedoch Dr. de Quervain auf der Fahrt Grönland—Skagen und
der Deutschen Antarktischen Expedition unter Filchner auf der Ausreise mit
dem ursprünglich von mir auf dem Segler benutzten Gestell in fester Aufstellung
auch auf Dampfern gelungen, Werte zu erzielen. Ebenso hat Dr. Merz-Berlin