Kleinere Mitteilungen.
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starker Regen ein, der Wind sprang auf SW und drehte im Laufe des Tages
bis auf W, an Stärke abnehmend.,
Das schnelle Fallen des Barometers und der heftige Regen waren deutliche
Anzeichen für das Herannahen eines Minimums, Trotzdem die See nur mäßig
war und auch die Stärke des Windes ein Durchhalten des Schiffes gestattet hätte,
entschloß ich mich, als ich an der Drehung des Windes erkannt hatte, daß ich
mich auf der rechten Seite der Bahn befand, beizudrehen, da der weitere Aus-
gang nicht zu übersehen war. Als das Barometer wieder zu steigen begann,
nahm ich den alten Kurs wieder auf, mußte jedoch, da um etwa 2b 30min N die
See sehr hoch und durcheinanderlaufend wurde, nochmals für kurze Zeit beidrehen.
Am 24. April morgens kamen die Inseln Matthew und Hunter in Sicht und
wurden auf 15 und 7 Sm Abstand davon passiert,
Stromversetzung wurde nur auf der Fahrt von der Nanuka-Passage bis
zur Insel Niuafou in einer Stärke von 13 Sm in südöstlicher Richtung beobachtet.
Der zu erwartende SO-Passat trat nicht ein, der Wind wehte aus östlicher bis
nordöstlicher Richtung.
2, Chinnampo. Bericht des Kapt. T. Madsen, D. »Sabine Rickmers«, vom
Juli 1912. Ergänzung zu der im letzten Heft der »Ann, d. Hydr. usw.« erschienenen
Beschreibung dieses Hafens.
Chinnampo am .Pinyang-Inlet in Korea gelegen, ist mit Hilfe der Brit.
Adım-Krt. Nr. 1656 und des neuen Leuchtfeuers beim Oudu (Oondogu)-Ankerplatze
unschwer zu. erreichen. Auch das englische Segelhandbuch ist zur Not bei
gleichzeitiger Benutzung der sehr guten Karte ausreichend. Für die beladene,
7.0 m (23) tiefgehende »Sabine Rickmers« war bei der Ansegelung einige Vor-
sicht geboten, da die schwarz und weiße Tonne bei der Nakusa-Untiefe und die
rot und weiße Tonne östlich davon verrostet waren, so daß deren Kennung und
Toppzeichen erst in nächster Nähe auszumachen waren, und das Schiff gerade
in der Einfahrt bei halber Ebbe in kurzer Zeit starke seitliche Versetzung
hatte, Bei der Ansteuerung des Sei Tau-Leuchtfeuers mit Shantung SO-Promontory
als festem Abgangspunkt bemerkte ich starke Versetzung nach Süden. Der Wind
war leicht und nördlich, die See ruhig.
Lotsen oder andere ortskundige Personen, die dem Schiffe den Liegeplatz
anweisen, sind nicht vorhanden. Man muß nach eigenem Ermessen handeln.
Von der Zollbehörde wird die Ausstellung einer ganzen Anzahl von
Formularen verlangt. Englisch sprechende Personen waren nicht unter den
Beamten. Im übrigen sind die Behörden sehr zuvorkommend. Das Schiffs-
zertifikat blieb bis zum Abgang des Schiffes auf dem Zollamte, Deutsche Schiffe
müssen sich beim Generalkonsulat in Söul anmelden.
Auf dem Ankerplatz in Chinnampo lag das Schiff vor St-B.-Anker und 82 m
(45 Fad.) Kettenlänge selbst im stärksten Strom, zwei Tage nach Vollmond, sehr
ruhig und sicher und scheerte nur beim Wechsel der Tide ein wenig. Die
»Sabine Rickmers« ankerte etwas seewärts vom Hafen und löschte dort von
11» V an einem Tage bis 3h 30" N an dem anderen Tage 12 000 Kisten Petroleum.
Leichtermangel war zur Zeit, Anfang Juli, nicht vorhanden.
Kohlen sind stets in kleineren Mengen von der staatlichen Pinyang
Mining Co, in drei Qualitäten zum Preise von 7, 8 und 9 Yen p t zu haben.
Die Kohle ist eine feine tiefschwarze gut aussehende Ware. Sie wird nach Tokio
verschickt, wo sie teils im Elektrizitätswerk Verwendung findet, teils zu Briketts
verarbeitet wird, um dann weiter verschickt zu werden. Die Kohle führt den
Namen »Pinyang smokeless«, Frisches Fleisch und Gemüse waren etwas
teuerer als später in Chemulpo. Fleisch kostete 28 Sen p Pfd., Kartoffeln
2.8 Yen p 100 Pfd. Wasser ist erhältlich; vom Schiff wurde jedoch keines
genommen, Das Flußwasser ist selbst beim stärksten Ebbstrom zu salzhaltig, um
als Kesselwasser benutzt werden zu können.
3. Weitere Beiträge zur Küstenkunde von Spitzbergen, Bericht von
Kapt. Rantzau, D. »Kronprinzessin Cecilie« über vier in’ der Zeit vom 21. bis
24. Juli 1912 dort angelaufene Plätze... (Letzte: Veröffentlichung über Spitz-
bergen S. 81 bis 102.)