564 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1912,
Westen und zeigt dann eine Neigung nach Süden abzuschwenken. Die Australische
Küste treffen sie gewöhnlich zwischen 14° und 26° S-Br.; es sind jedoch, wenn
auch selten, schon solche Stürme auf 12° S-Br. vorgekommen. Durch die Höhenzüge
und Berge an der Küste Ostaustraliens werden die Stürme verhindert,
landeinwärts zu ziehen, und gewöhnlich nach Süden abgelenkt, wenn sie nicht
schon vorher diesen Weg eingeschlagen haben. In den letzten Jahren traten
sie am häufigsten an den Küsten von Cardwell, Townsville, Bowen, den Northumberland-Inseln
und Kap Sandy auf. Eingeleitet werden die Stürme gewöhnlich durch
umlaufende Winde, schwere Dünung, niedrigen Wolkenzug und unruhigen Barometerstand.
Eine Störung der täglichen Periode des Barometers ist hier immer
ein schlechtes Zeichen.
Befinden sich Schiffe beim Herannahen eines solchen Sturmes innerhalb
des Barrier-Riffes, so müssen sie sich den angetroffenen Verhältnissen so gut
wie möglich anpassen. Am besten würde es sein, wenn möglich, irgendwo hinter
einer geschützten Stelle zu ankern und abzuwarten, bis der Sturm vorbei ist,
Man muß dabei jedoch vorbereitet sein, wenn nicht der Platz gegen Winde aus
allen Richtungen geschützt ist, den Schlupfwinkel sofort verlassen zu können,
wenn es erforderlich wird, Liegt man in Lee einer Insel und beobachtet keine
Drehung des Windes, so muß man damit rechnen, daß das Sturmzentrum über
die Insel passiert, und der Wind mit noch größerer Heftigkeit als zuvor, aber
aus der entgegengesetzten Richtung wehen wird. Man soll daher, wenn vor dem
Drehen des Windes Stille eintritt, was gewöhnlich der Fall ist, wenn irgend
möglich sofort den Anker schlippen und den Platz verlassen.
Im folgenden mögen einige vom nautischen Departement in Queensland
herausgegebene Anhaltspunkte in betreff dieser Stürme gegeben werden, Die
dabei aufgestellten Regeln können aber keinen Anspruch auf vollkommene
Richtigkeit machen man sollte ihnen daher nicht unbedingtes Vertrauen schenken.
1. Wenn das Barometer über einem ausgedehnten Raum an der Küste
hohen Stand zeigt, wird der Sturm in einiger Entfernung vom Lande abbiegen
und der Wind aus SO bis S wehen,
2. Wenn an der Vorderseite des Sturmes niedriger Barometerstand ist,
so wird der Sturm die Küste treffen und bis zu den Höhenzügen auf ihr vordringen.
Die Winde werden zuerst aus südlicher, dann aus nördlicher Richtung
wehen und große Wassermengen mit sich führen.
3. Das Sturmzentrum befindet sich querab von der Richtung der Sesge,
Bemerkt man an einem schönen Tage, daß die See an der Küste stärker brandet
als gewöhnlich, kommt ferner die See aus Nordost-Richtung und ändert sich diese
nicht merklich, steht das Barometer nicht über 762 mm, so wird der Sturm die
Küste treffen. Anzeichen schlechten Wetters werden aber nicht eher, als
12 Stunden vor Einsetzen des Sturmes bemerkt werden. Ändert sich aber die
Richtung der See nach Osten, so ist der Sturm abgeschwenkt und wird das Land
nicht erreichen,
4. Wenn die Dünung von Ost kommt, so befindet sich das Sturmzentrum
in Ost; kommt sie aus einer etwas südlicheren Richtung, so ist der Sturm passiert.
5. Wenn die Dünung zuerst von Süden kommt, so wird man nur einen
gewöhnlichen Sturm mit niedriger Temperatur erwarten können, wenn auch die
Wetterzeichen noch so drohend aussehen,
Barre, Die Endeavour-Mündung ist durch Sandbänke ausgefüllt, die mehr
oder weniger tief unter Wasser liegen. Um größeren Schiffen den Zugang zum
Hafen von Cooktown zu ermöglichen, hat man durch diese Bänke eine 61 m (200°)
breite und bei Niedrigwasser 5,2 m (17’) tiefe Fahrrinne ausgebaggert, die zu
den Hafenanlagen von Cooktown führt.
Hafenanlagen. Es sind 4 Landeplätze vorhanden von denen Nr. 1-Wharf,
und die Railway- und die Nr. 2-Wharf 30 m lang sind. Sie haben in etwa
6 m Entfernung von ihnen 5.7 m Wasser bei mittlerem Springtideniedrigwasser
längsseit. Nr. 3-Wharf ist 6 m lang und hat in 7.6 m Entfernung von ihr
3.6 m Wassertiefe. Ein Handkran von 10 t Hebekraft steht auf der Railway-Wharf.
Bahngeleise befinden sich auf dieser Wharf und führen an den anderen